IT-Sicherheit

Deutsche Industrie verzeichnet Milliardenschaden

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

IT-Sicherheit ist weiterhin ein sensibles Thema und kostet Industrieunternehmen jährlich mehrstellige Summen.
IT-Sicherheit ist weiterhin ein sensibles Thema und kostet Industrieunternehmen jährlich mehrstellige Summen. (Bild: Pixabay / CC0)

Kriminelle Attacken treffen Industrieunternehmen besonders hart: Durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage ist der deutschen Industrie laut einer aktuellen Bitkom-Studie in den vergangenen beiden Jahren ein Gesamtschaden von insgesamt 43,4 Milliarden Euro entstanden.

Sieben von zehn Industrieunternehmen (68 Prozent) sollen in den vergangenen beiden Jahren Opfer von Cyberangriffen geworden sein, jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) vermutet dies zumindest. Damit soll der deutschen Industrie ein Gesamtschaden von insgesamt 43,4 Milliarden Euro entstanden sein, wie eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom nun zeigt.

Demnach wurden in den vergangenen zwei Jahren bei einem Drittel der Unternehmen (32 Prozent) IT- oder Telekommunikationsgeräte gestohlen, bei fast einem Viertel (23 Prozent) sind sensible digitale Daten abgeflossen. „Illegaler Wissens- und Technologietransfer, Social Engineering und auch Wirtschaftssabotage sind keine seltenen Einzelfälle, sondern ein Massenphänomen“, betonte Thomas Haldenwang, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).

Insbesondere Mittelständler fallen häufig Cyberattacken zum Opfer.
Insbesondere Mittelständler fallen häufig Cyberattacken zum Opfer. (Bild: Bitkom)

Sensible Daten im Visier

Die Studie zeigt, dass Angreifer im Rahmen ihrer Attacken unterschiedlich sensible Daten erbeuten. Demnach seien bei fast der Hälfte (48 Prozent) der betroffenen Industrieunternehmen Kommunikationsdaten wie Emails gestohlen worden, bei jedem fünften Unternehmen seien Kundendaten (21 Prozent) und Finanzdaten (20 Prozent) abgeflossen.

Nicht nur Diebstahl macht der Industrie zu schaffen. Jedes fünfte Industrieunternehmen (19 Prozent) berichtet von digitaler Sabotage von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen. Weitere 28 Prozent vermuten, dass es solch einen Vorfall bei ihnen gab. Bei 11 Prozent wurde die digitale Kommunikation ausgespäht, beispielsweise E-Mails oder Messenger-Dienste. Insgesamt haben digitale IT-Angriffe bei fast der Hälfte der Befragten (47 Prozent) einen Schaden verursacht.

Täter aus dem Umfeld

Die Täter stammen laut der Bitkom-Studie häufig aus den eigenen Reihen: Bei fast zwei Drittel der Betroffenen (63 Prozent) gingen Delikte von ehemaligen oder derzeitigen Mitarbeitern aus. Die Hälfte der geschädigten Unternehmen (48 Prozent) habe Kunden, Lieferanten, externe Dienstleister oder Wettbewerber als Täter identifiziert, so die Studie weiter. Dabei seien insbesondere aufmerksame Mitarbeiter dafür verantwortlich, dass kriminelle Handlungen aufgedeckt werden: Immerhin sechs von zehn betroffenen Industrieunternehmen (61 Prozent) sollen so erstmalig auf Angriffe aufmerksam geworden sein.

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