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Expertenbeitrag

Nikolas Westphal

Nikolas Westphal

Director, GP Bullhound

Digitale Transformation

Deutsche Hidden Champions: Start-ups bringen Industrie 4.0 voran

| Autor/ Redakteur: Nikolas Westphal / Redaktion IoT

Die Transformation des Fertigungssektors wird nicht nur von großen Industrieausrüstern vorangetrieben. Auch deutsche Start-ups tun sich mit attraktiven Geschäftsmodellen hervor.

In den letzten Jahren ist in Deutschland ein ganzes Ökosystem an Start-ups entstanden.
In den letzten Jahren ist in Deutschland ein ganzes Ökosystem an Start-ups entstanden.
( GP Bullhound )

Die Implikationen des derzeitigenTransformationsprozesses im Bereich Industrie 4.0 sind enorm.  So prognostiziert die Beratungsgesellschaft McKinsey für Deutschland einen jährlichen BIP-Wachstumsbeitrag von 2.4 Prozentpunkten durch fortschreitende Automatisierung bis 2030; andere Studien betonen die tiefgreifenden Änderungen unserer Berufs- und Arbeitswelt, die durch industrielle Digitalisierung entstehen werden. In Deutschland wird diese Transformation bisher vor allem von großen Industrieausrüstern wie Bosch, Siemens oder Kuka sowie Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut vorangetrieben; so betreiben z.B. sowohl Bosch als auch Siemens industrielle „Showcases“, in denen sie die Vernetzung von Mensch und Maschine in der Praxis zeigen.

Abb. 1 – Finanzierungsrunden deutscher Start-ups in drei digitalen Kernbereichen (Anzahl Transaktionen) (Quelle: GP Bullhound).

 

Während die Großindustrie mit integrierten, umfassenden Lösungen voranschreitet, bestehen allerdings in der Breite immer noch Adoptionsbarrieren gegenüber Technologien, die Fertigungsmethoden ganzheitlich vernetzen.  Um diese zu adressieren, ist in den letzten Jahren in Deutschland ein ganzes Ökosystem aus Start-ups entstanden, deren Lösungen um einen Platz in der digitalen Fertigungskette konkurrieren.  So ist die Aktivität in den für Industrie 4.0 relevanten Kernfeldern in Deutschland in den letzten Jahren stark angewachsen: die Zahl der Finanzierungsrunden stieg in den relevanten Feldern KI, Robotik und IoT von insgesamt 15 im Jahr 2012 auf 140 in 2017.

Die Lösungsansätze dieser Start-ups kommen im Wesentlichen aus drei Richtungen: horizontale Lösungen, die bestimmte kritische Funktionen bereitstellen (z.B. Objekterkennung, „Digital Twins“ oder Robotik); vertikale Lösungen, die spezifische Anwendungsfälle abdecken (z.B. intelligente Logistiklager oder selbstheilende Fertigungssysteme); sowie Plattformen für die Integration verschiedenen Technologien, die in der Industrie 4.0 zum Einsatz kommen.

Abb. 2 – Ausgewählte Finanzierungsrunden deutscher Start-ups (€m) (Quelle: GP Bullhound).

Diese Firmen befinden sich teilweise in ganz unterschiedlichen Lebenszyklen, wie die Übersicht ausgewählter Wachstumsfinanzierungen in Deutschland in den letzten Jahren demonstriert.  Folgende Namen sind besonders hervorzuheben:

Horizontale Lösungsanbieter:

  • MicroPsi: Führender Anbieter einer KI-getriebenen Middleware für Roboter, die diesen selbstlernendes, autonomes Handeln ermöglicht.
  • Nyris: Junger Anbieter einer technisch einzigartigen Bilderkennungs-Lösung, die sowohl in Endkundenanwendungen als auch in Logistik oder industriellen Prozessketten angewendet werden kann.
  • Axiros: Weltweit führender IoT-Dienstleister für den Mittelstand; seit der Gründung 2001 selbstfinanziert.
  • Topalsson: Junges Start-up, das sich auf die schnelle, automatisierte und agile Bereitstellung von „Digital Twins“ spezialisiert hat.

Vertikale Lösungsanbieter:

  • Magazino: Führender Anbieter für intelligente Logistikroboter und vollautomatisierte Warenlager; erhielt kürzlich ein 20.1 Millionen Euro-Investment von Zalando.
  • Leverton: Anbieter für intelligente Digitalisierung von Geschäftsdokumenten; einer der „rising stars“ der deutschen KI-Szene.
  • Franka Emika: Hersteller von lebensgrossen, programmierbaren Roboterarmen für verschiedenste Anwendungen.

Plattformanbieter:

  • Arago: Führender Anbeiter von AI-Integrationen für diverse industrielle Anwendungen und
  • Empolis: Big Data-Plattform-as-a-Service für industrielle Anwendungen und andere Geschäftsprozesse.
  • elastic.io: Cloud-Platform-as-a-Service für die Einbindung verschiedenster agiler Clouddienste.  Seit 2017 Teil der mVISE-Gruppe.

Abb. 3 – Ausgewählte VC-Investoren in Deutschland in Industrie 4.0 (€m) (Quelle: GP Bullhound).

Das Ökosystem deutscher Industrie 4.0-Start-ups wird finanziert und getrieben von einer breiten Gruppe von Investoren, zu denen sowohl spezialisierte Software-Investoren, deep-Tech-Investoren als auch Corporate Venture Capital gehören.  Der Wettbewerb um die besten Investments wird dabei den Sektor weiter treiben und die besten Geschäftsmodelle zum kommerziellen Erfolg führen.

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Nikolas Westphal

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Director, GP Bullhound