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Robotik Desinfektionsroboter nimmt Kampf gegen Corona auf

| Redakteur: Sebastian Human

Ein neuentwickelter Roboter namens ZenZoe soll im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus unterstützen. Der Desinfektionsroboter bewegt sich autonom und gibt dabei eine für das Virus tödliche Ultraviolettstrahlung ab. Mögliche Einsatzszenarien gibt es vielerorts.

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Der Desinfektionsroboter ZenZoe im Einsatz in einer Industrieumgebung.
Der Desinfektionsroboter ZenZoe im Einsatz in einer Industrieumgebung.
(Bild: ASTI Mobile Robotics/InSystems Automation)

Zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2 können Roboter einen wichtigen und potenziell lebensrettenden Beitrag leisten. In einer spanisch-deutschen Kooperation haben die Robotikunternehmen ASTI Mobile Robotics und InSystems Automation hierfür zusammen mit BOOS Technical Lithing in kurzer Zeit einen autonomen Desinfektionsroboter entwickelt.

Das Fahrzeug mit dem Namen ZenZoe verfügt über eine spezielle Lichtsäule, die ultraviolettes Licht (UV-C-Licht) ausstrahlt. Die UV-C-Lampe ist auf der Hubvorrichtung des autonom navigierenden Transportroboters angebracht und kann hierdurch jeweils in die nötige Höhe verfahren werden, um eine optimale Behandlung sicherzustellen. Durch die hohe konzentrierte Lichtintensität der UV-Lampe kann laut der Hersteller eine kontinuierliche Desinfektion von Keimen in einem einzigen Durchgang gewährleistet werden. Somit müssen Oberflächen und Gegenstände nicht mehrmals desinfiziert werden, wodurch sich die Desinfektionszeit eines Raumes erheblich reduziert.

Durch die Anwendung einer cloudbasierten Software lässt sich die Wirksamkeit in Echtzeit rückverfolgen und dokumentieren.

Die Wirksamkeit von UV-Licht

Die Wirksamkeit des Roboters wurde nach Angaben der Unternehmen von internationalen Forschungseinrichtungen wie dem NBQ-Labor des INTA (Nationales Institut für Luft- und Raumfahrttechnologie) in Zusammenarbeit mit der UME (Militärische Notstandseinheit) verifiziert, nachdem sie auf die Reduzierung der Virenlast auf verschiedenen Oberflächen getestet wurde. Der Einsatz dieses Systems soll dabei nicht auf Krankenhäuser oder Einrichtungen des Gesundheitswesens beschränkt bleiben, sondern auch auf Büros, Hotels, Schulen, Einkaufszentren, Sportstätten und Flughäfen erweitert werden.

Ultraviolettstrahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, ihr Lichtspektrum liegt zwischen 280-100 Nanometern. Der Desinfektionsroboter gibt während der Fahrt konzentriertes UV-C Licht ab, durch das alle in der Luft befindlichen Viren und Bakterien auf den Oberflächen eines Raumes bis zu 99,99 % wirksam entfernt werden können sollen. Bei ultravioletter Strahlung handelt es sich, anders als beispielsweise Chemikalien oder Ozon, um eine umweltfreundliche Lösung, die außerdem ungiftig ist. Hierdurch sind keine Wartezeiten erforderlich ist, bevor die desinfizierte Einrichtung wieder betreten werden kann.

Name mit Geschichte

Der Roboter verfügt über eine Lichtsäule, die ultraviolettes Licht ausstrahlt und so Viren und Bakterien mit einer Wirksamkeit von bis zu 99,99 % beseitigen soll.
Der Roboter verfügt über eine Lichtsäule, die ultraviolettes Licht ausstrahlt und so Viren und Bakterien mit einer Wirksamkeit von bis zu 99,99 % beseitigen soll.
(Bild: ASTI Mobile Robotics/InSystems Automation)

Der Name ZenZoe ist eine Hommage an die Beschäftigten im Gesundheitswesen und würdigt ihren Kampf gegen Krankheiten. Das Kürzel „Zen“ geht zurück auf den Namen der spanischen Krankenschwester Isabel Zendal, die die Pocken ausgerottet hat. „Zoe“ steht für Zoe Rosinach Pedrol, die erste Pharmazeutin in Spanien.

Die schnelle Entwicklung des Desinfektionsroboters ist das Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit in der spanischen ASTI Mobile Robotics Group, zu der die Berliner InSystems Automation seit Oktober letzten Jahres gehört.

Als Roboterplattform dient das in Berlin-Adlershof entwickelte proANT 436, das sich bereits in vielen Industrieanwendungen im Einsatz ist und sicher mit Menschen interagieren kann, so die verantwortlichen Unternehmen.

Der Roboter ist mit einer Schnellladebatterie ausgestattet, die einen 24h-Einsatz ermöglicht. Hinzu kommt eine Cloud basierte Rückverfolgbarkeitsfunktion, die die Ergebnisse des Desinfektionszyklus in Echtzeit aufzeichnet. Zusätzlich werden intelligente Anwendungen bereitgestellt, mit denen sich der Einsatz und die Desinfektionseffizienz verbessern lassen.

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