Wie digital ist die deutsche Industrie? Des Fertigers Liebling heißt Cloud Computing

Redakteur: Jürgen Schreier

Bei der Digitalisierung kommt die deutsche Industrie gut voran. Cloud Computing, Industrie 4.0 und Big Data Analytics heißen die Favoriten, so der Digitalverband Bitkom und Autodesk. CAD-Software kommt inzwischen fast flächendeckend zum Einsatz.

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Voll auf Digitalisierungskurs: 39 Prozent der deutschen Industrieunternehmen vernetzen ihre Fertigung mit Industrie-4.0-Anwendungen.
Voll auf Digitalisierungskurs: 39 Prozent der deutschen Industrieunternehmen vernetzen ihre Fertigung mit Industrie-4.0-Anwendungen.
(Bild: Pixabay / CC0 )

In der deutschen Industrie ist die Durchdringung mit digitalen Technologien bereits weit fortgeschritten. Drei von vier Unternehmen des produzierenden Gewerbes (75 Prozent) setzen Cloud Computing ein, 39 Prozent vernetzen ihre Fertigung mit Industrie-4.0-Anwendungen und 30 Prozent analysieren große Datenmengen mit Big Data Analytics. Etwa jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) verwendet druckt 3D und jedes fünfte (18 Prozent) Robotertechnik. Ziemlich am Anfang ist man noch bei der künstlichen Intelligenz: Im Schnitt verwenden erst fünf Prozent KI-basierte Applikationen.

Bereits 75 Prozent der Fertigungsunternehmen setzten auf Cloud Computung. Weniger verbreitet ist die Nutzung von Open Innovation Plattformen oder KI-Anwendungen.
Bereits 75 Prozent der Fertigungsunternehmen setzten auf Cloud Computung. Weniger verbreitet ist die Nutzung von Open Innovation Plattformen oder KI-Anwendungen.
(Bild: Bitkom/Autodesk)

Das hat eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Software-Anbieters Autodesk ergeben, für die 505 Unternehmen des produzierenden Gewerbes ab 20 Mitarbeitern befragt wurden. „Die Digitalisierung der Industrie hat Fahrt aufgenommen“, sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, bei Vorstellung der Studienergebnisse. „Die Unternehmen nutzen digitale Technologien, um die Produktentwicklung zu beschleunigen, Fertigungsprozesse zu optimieren oder die Anpassungsfähigkeit ihrer Organisation zu erhöhen.“

Mit CAP und CAM kleine Losgrößen effizienter abwickeln

So analysieren beispielsweise 19 Prozent der Unternehmen Maschinen- und Sensordaten, um einen Stillstand der Produktion zu vermeiden. Angetrieben werde die Entwicklung von großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier setzen beispielsweise 72 Prozent Big Data Analytics ein, 67 Prozent Industrie-4.0-Anwendungen und 23 Prozent künstliche Intelligenz.

Karl Osti, Industry Manager bei Autodesk Deutschland: „Zentrale Bedeutung haben im produzierenden Gewerbe spezielle Software-Lösungen, mit denen Unternehmen Produkte entwickeln und Fertigungsprozesse steuern können.“ Laut Umfrage nutzen nahezu alle Unternehmen (92 Prozent) Software für Computer Aided Design (CAD), um neue Produkte zu konstruieren. 60 Prozent der Unternehmen setzen Computer Aided Planning (CAP) für die Produktionsplanung ein. Anwendungen für Computer Aided Manufacturing (CAM) verwenden 52 Prozent. CAM-Systeme unterstützen den Fertigungsprozess und setzen Konstruktionsdaten maschinengerecht um.

Osti: „Mit CAP- und CAM-Technologien verkürzen Fertigungsbetriebe die Durchlaufzeiten von Aufträgen und wickeln kleine Losgrößen effizienter ab.“ Software für das Product Lifecylce Management (PLM) nutzen 41 Prozent der Unternehmen. PLM-Systeme ermöglichen es, Daten während des gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu sammeln und auszuwerten. Jedes dritte Unternehmen nutzt ERP-Software (Enterprise Ressource Planning), mit der sie betriebliche Ressourcen wie Personal, Material, Transport- und Lagerkapazitäten sowie die erforderlichen Finanzmittel planen können.

Agilität ist das Gebot der Stunde

Zu einem wichtigen Erfolgsfaktor in der Industrie hat sich angesichts von Digitalisierung und Globalisierung die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen entwickelt, die unter dem Stichwort Agilität diskutiert wird. „Agilität ist für Produktionsbetriebe wegen der hohen technologischen Dynamik das Gebot der Stunde“, betonte Osti. Laut Umfrage halten fast zwei von drei Unternehmen (64 Prozent) die Agilität ihrer Organisation für wichtig. Und drei von vier Unternehmen (74 Prozent) sagen, dass eine hohe Agilität in der Produktentwicklung wichtig ist.

Bitkom Research hat im Auftrag von Autodesk daher einen Agilitätsindex entwickelt, der die Anpassungsfähigkeit der deutschen Industrie beschreibt. In den Index sind 13 Indikatoren aus den Kategorien Bedeutung/Strategie, Struktur, Prozesse, Führung und Unternehmenskultur eingeflossen. Mit 66 Punkten von maximal 100 erzielt die deutsche Industrie einen mittleren Indexwert. So geben 54 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Ablauforganisation für die Konstruktion und das Design von Produkten stark auf ihre Kunden ausgerichtet ist – ein wichtiges Merkmal agiler Strukturen.

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