Suchen

Arbeitswelt 4.0

Der Weg zu neuen Arbeitsplatzkonzepten

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Flexibilität und Teamwork im Vordergrund

Auch Microsoft geht mit seinem neuen Konzept des „Smart Workspace“ den nächsten Schritt und stellt neue Arbeitsweisen dabei in den Vordergrund. Bereits vor dem Umbau nutzten rund 90 Prozent aller Mitarbeiter die flexiblen Arbeitsbedingungen und waren nicht täglich im Büro. Dieses veränderte Nutzungsverhalten stellt für Microsoft neue Anforderungen an die Bürostruktur. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Talenten sowie individuellen Anforderungen an Arbeitsplatz und Art der Tätigkeit.

Kay Mantzel verfügt über mehr als 20 Jahre Marketingerfahrung in der IT-Branche. In seiner aktuellen Rolle bei der Microsoft Deutschland GmbH als Experience Lead verantwortet er das Bespielungskonzept der neuen Deutschlandzentrale in München – kurz: welche Erlebnisse haben Kunden im Gebäude.
Kay Mantzel verfügt über mehr als 20 Jahre Marketingerfahrung in der IT-Branche. In seiner aktuellen Rolle bei der Microsoft Deutschland GmbH als Experience Lead verantwortet er das Bespielungskonzept der neuen Deutschlandzentrale in München – kurz: welche Erlebnisse haben Kunden im Gebäude.
(Bild: Microsoft / Alex Schelbert)

„Flexibilität ist bei uns keine Floskel, sondern ein gewolltes Prinzip. So kann jeder Kollege selbst entscheiden wie, mit wem und wo er zusammenarbeiten möchte“, erklärt Kay Manzel. Dabei werden räumliche Grenzen aufgelöst und auf Teamwork gesetzt – auch über Hierarchieebenen hinweg. „Die Quelle des Neuen liegt dort, wo Menschen sich nicht mehr einig sind, wo sie diskutieren, ihr Wissen teilen und gemeinschaftlich an Ideen arbeiten – der „Smart Workspace“ bietet uns Raum für diese Kultur der Augenhöhe und einen Wir-Faktor, der Innovationen fördert. Für uns entsteht ein #worklifeflow“, so Kay Manzel.

Udo-Ernst Haner weiß, wie wichtig Raum für Innovationen in Zeiten der Digitalisierung ist: „Wenn die Mitarbeiter die Flexibilitätsoptionen nutzen und vermehrt von außerhalb des Unternehmenssitzes aus arbeiten, dann ändert sich auch die Funktion des Büros. Das Büro wird vergleichsweise weniger für Einzelarbeit genutzt, dafür ist der Anteil an Kommunikation und Interaktion im Büro steigend. Dieser Entwicklung sollte die räumliche Gestaltung der Arbeitsumgebung Rechnung tragen.“

Bedürfnisse der Mitarbeiter miteinbeziehen

Neben den strukturellen Aspekten ist es vor allem auch wichtig, die Perspektive der betroffenen Mitarbeiter mit einzubeziehen. Oft sind Flexibilitätsbedürfnisse von Unternehmen und Beschäftigten nicht deckungsgleich und auch die Bedürfnisse innerhalb einer Belegschaft unterscheiden sich. „Wie bei jeder Veränderung gibt es auch bei neuen Arbeitsumgebungen Befürworter, Unentschlossene und Widerständler“, spricht Katharina Klink aus Erfahrung. „Beim Entwickeln neuer Strukturen ist es deshalb besonders wichtig, die Mitarbeiter in die Strategie mit einzubinden – auch die Skeptischen. Skepsis und Widerstand sind normal. Sie zeigen an, dass sich wirklich etwas ändert.“ Es müssen also immer wieder Formate seitens der Unternehmen geschaffen werden, um die Mitarbeiter an der Umstrukturierung teilhaben zu lassen. „Eine Umstrukturierung verspricht den meisten Erfolg, wenn die Mitarbeiter mit gestärktem und positiven Gefühl in die neue Situation starten“, sagt Katharina Klink.

Bei Microsoft wurde der Umzug in die neue Unternehmenszentrale von einem eigenen Change Projekt begleitet. Auch hier spielten Bedürfnisse und Meinungen der Mitarbeiter eine große Rolle. Neben einer direkten Feedbackgruppe in Yammer gab es monatliche Video-Rundgänge über die Baustelle, Führungen durch die Baustelle, regelmäßige Beitrage auf einem internen Portal, eine Testumgebung am alten Standort für zwei Monate und je Geschäftsbereich mindestens einen Kollegen als Change Agent. Zudem gab es eine direkte Mitarbeiterbeteiligung bei der Namensgebung für die Meetingräume, der Auswahl der Kaffeemaschinen oder auch der Farbkonzepte.

Gerade bei einer solchen Veränderung, wie sie es bei Microsoft gab, gefällt nicht jedem Mitarbeiter das Konzept auf Anhieb. „Sei es keinen festen, zugewiesenen Arbeitsplatz zu haben, die Entfernung und damit geänderte Anfahrtszeit oder auch einfach nur die Farbe von Möbeln – wir haben aber zum Konzept der ‚Smart Workspaces‘ und dem #worklifeflow ein deutliches Plus an positivem Feedback bekommen“, so Kay Manzel. „Ich kann mir ein anderes Arbeiten nicht mehr vorstellen. Wichtiger als die reine Bürogestaltung ist hier aber das Konzept des #worklifeflow zu bewerten – die Möglichkeit selber zu entscheiden, wie, mit wem aber vor allem auch von wo auch ich arbeite, ist für mich essenziell. Ihre Fragen beantworte ich gerade aus einem Coworking Space in Hamburg, während meine Eltern unsere Tochter betreuen. So muss ich keinen Urlaub nehmen, wenn der Kindergarten geschlossen hat.“

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Kürzere Kommunikationswege, flexiblere Arbeit und mehr Effektivität

Und sind erst neue Arbeitsweisen und Arbeitsumgebung im Unternehmen eingeführt, tragen diese auch spürbar zum Unternehmenserfolg bei. Seien es kürzere Kommunikationswege, flexiblere Arbeit oder mehr Effektivität. Einige Unternehmen können schon von Erfolgen aus dem neu-entwickelten Prozess sprechen. So zeigt die Studie „Digital Workplace Report: Transforming Your Business“ von Dimension Data, dass 52 Prozent der Befragten bereits die Zeit bis zur Marktreife von Produkten verkürzen konnten. 51 Prozent sehen Erfolge bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern und 45 Prozent konnten durch den Wandel ihren Kundenservice verbessern.

„Arbeit 4.0“ ist ein fortlaufender Prozess. Durch die immer weiter fortschreitende Digitalisierung, wird dieser auch nicht abgeschlossen sein. Er erfordert einen kontinuierlichen Austausch und eine gemeinsame Gestaltung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Unternehmen, die in neue Räume umziehen, können viel mehr verändern als nur die räumliche Arbeitsumgebung. Das sieht auch Katharina Klink so: „Umziehen im Kopf und nicht nur mit dem Schreibtisch – das ist die große Chance beim Gestalten neuer Arbeitsräume.“

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal marconomy erschienen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44921935)