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Fit für die Zukunft 4.0 „Der Wandel braucht eine Kultur. Und Menschen, die sich dafür begeistern!“

| Autor / Redakteur: Lars Pielemeier / Gesine Herzberger

Was ist, wenn zukünftig nur noch Roboter unsere Arbeit erledigen? Rationalisiert sich der Mensch selbst weg oder macht er sich zu abhängig von Maschinen? Schon immer hatten Menschen Zukunfts-Visionen. Manches davon wirkt wie Sciencefiction, anderes ist bereits Alltag.

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Natürlich kann man eine Produktionsstraße in Zukunft vollautomatisieren, aber wie sieht es mit den Prozessen davor und dahinter aus? Wer überwacht, steuert, wartet und entscheidet? Es sind die Menschen.
Natürlich kann man eine Produktionsstraße in Zukunft vollautomatisieren, aber wie sieht es mit den Prozessen davor und dahinter aus? Wer überwacht, steuert, wartet und entscheidet? Es sind die Menschen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Gemeinsam ist allen Szenarien: Gegenüber den technischen Innovationen wird der Mensch nur wenig berücksichtigt. Natürlich kann man eine Produktionsstraße vollautomatisieren, aber wie sieht es mit den Prozessen davor und dahinter aus? Wer überwacht, steuert, wartet und entscheidet? Es sind die Menschen – vielleicht nicht mehr durch „eigener Hände Arbeit“, doch bestimmt mit viel Kopfarbeit, Erfahrung und Übersichtswissen.

Auch Prof. Dr. Ing. Sascha Stowasser, Leiter des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, sieht diesen Wandel: „Es wird den Dienst nach Vorschrift nicht mehr geben – die Arbeit wird sich mehr als direkte Kommunikation zwischen Auftrag, Maschine und Mitarbeitern ergeben.“ Genau in dieser Weise werden Menschen Leistung erbringen müssen. Diese wird im Zweifelsfall nur dadurch erkennbar, dass die automatischen Prozesse weiterlaufen, die Maschinen genügend Material haben oder die Störung einer Maschine nicht den ganzen Prozess der Supply Chain zum Stottern oder Stocken bringen wird. Und genau für diesen Wandel macht die REFA-Lehre fit. Durch sie werden Generalisten ausgebildet, die den Blick auf das Ganze haben und gleichzeitig tief ins Detail gehen können.

Schlanke Liniengestaltung

Bei der schlanken Liniengestaltung geht es um die drei Stränge „Mitarbeiterfluss“, „Materialfluss“ und „Informationsfluss“. Um diese miteinander zu harmonisieren, stellt der RFEA Techniker folgende Fragen:

  • Entsteht durch den Einsatz der Mitarbeiter in irgendeiner Weise eine Verschwendung?
  • Trägt der Mitarbeiter durch seine Tätigkeit direkt zur Produktivität oder zum Umsatz bei?
  • Ist der Mitarbeiter optimal ausgelastet (= entsprechend seiner Kompetenzen)?
  • Entstehen durch den Materialfluss Verschwendungen (Material, Energie, Zeit ...)
  • Bewegt sich das Werkstück von einem Wertschöpfungsschritt zum nächsten?
  • Sind die Prozessschritte gekoppelt oder bestehen Zwischenpuffer?
  • Entstehen beim Informationsfluss Verschwendungen (zum Beispiel Redundanzen, mehr Zeitaufwand durch fehlende oder unnötige Informationen)?
  • Wie schnell werden Probleme und Abweichungen bemerkt?
  • Was passiert in diesem Fall?
  • Welche Anweisungen (zim Beispiel Arbeits- und Prüfpläne) liegen vor – und erfüllen diese ihren Zweck?

Auch die Analyse von Schritten, die zum Beispiel für die Herstellung eines bestimmten Produkts erforderlich sind, beherrscht ein Mitarbeiter mit REFA-Hintergrund. Er kann Vorschläge unterbreiten, wie diese durch Straffung und Zusammenlegung einzelner Abläufe verbessert werden können:

Ein erfahrenes Betriebsmitglied mit REFA-Hintergrund ist in der Lage, auch die Prozesse in der Industrie 4.0 steuern. Das macht den modernen „Wertschöpfungserbringer“ aus, unabhängig vom Alter, welches heute teils noch als Hemmnis für die notwendige Entwicklung der Unternehmen angesehen wird. Die Bewältigung von Themen wie Industrie 4.0, Digitalisierung und dem Demographischen Wandel hat gerade mit REFA eine gute Chance die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig und positiv zu verbessern. Auch Stowasser sagt: „Der Wandel braucht eine Kultur. Und Menschen, die sich dafür begeistern!“

„Prozessorientierte Arbeitsorganisation“

Wie man Prozesse nach der REFA-Methodenlehre der „Prozessorientierten Arbeitsorganisation“ verbessern kann, zeigt die folgende Checkliste.

1. Reihenfolge

  • Ist die Reihenfolge der Vorgänge stimmig?
  • Werden die wichtigsten Dinge zuerst bearbeitet?
  • Lässt sich Zeit durch eine Änderung der Reihenfolge sparen?

2. Reduktion

  • Tragen wirklich alle Vorgänge zum Ergebnis bei?
  • Können bestimmte Vorgänge wegfallen?

3. Straffung/Zusammenfassung

  • Ist es sinnvoll, Vorgänge zu straffen oder zusammenzufassen?

4. Vereinfachung

  • Können Vorgänge vereinfacht werden?

5. Parallel-Schaltung

  • Lassen sich Vorgänge gleichzeitig durchführen?
  • Auslagern
  • Führen andere Organisationseinheiten oder externe Anbieter bestimmte Vorgänge schneller und ggf. auch kostengünstiger durch?

6. Schnittstellenoptimierung

  • Können Schnittstellen zu Lieferanten, anderen Organisationseinheiten oder Arbeitspersonen verringert oder effizienter ausgestaltet werden?

* Mehr Information finden Sie im gerade erschienenen REFA-Dosssier „Arbeit mit Zukunft. Was uns erwartet, was uns ändern wird: Experten und Meinungen zur Zukunft der gewerblichen Arbeit. Dortmund 2016, kostenfreier Download unter www.zukunft-refa.de.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal marconomy erschienen.

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