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Der EEBus und wie Interoperabilität im IoT funktioniert

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Sichere IP-Übertragung mit SHIP

Um die Anforderungen der Mitglieder und die hohen Sicherheitsanforderungen aus der Energiebranche optimal umzusetzen, haben die Mitglieder der EEBus-Initiative neben SPINE als gemeinsamem Datenmodell auch ein eigenes, durchgängiges IP-Übertragungsformat entwickelt. Die IP-Spezifikation „Smart Home IP“ (SHIP) ist aktuell zur Normierung eingereicht, damit auch sie frei verfügbar wird.

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SHIP bietet neben einer TCP/IP-basierten Punkt-zu-Punkt-Verbindung zusätzlich sichere, verschlüsselte Verbindungen gemäß der Guideline TR03109 für Energienetze und Smart Metering des BSI (Bundesamt für Informationssicherheit). TLS Session Resumption und Websockets sorgen für einen zuverlässigen und schnellen Verbindungsaufbau in Heimnetzwerken wie auch in cloudbasierten Anwendungen.

Neben SHIP können SPINE-Informationen über alle relevanten Vernetzungsstandards übertragen werden. Sie lassen sich über Übertragungs- bzw. Transportprotokolle wie etwa http-, MQTT und den von Google ins Leben gerufenen Funkstandard Thread austauschen oder in Standards wie KNX, Zigbee oder Modbus einbinden. Der EEBus-Standard ist so offen für alle möglichen Netzwerkformen und Übertragungsvarianten im Smart Home und im Internet of Things.

Das ist nicht nur wichtig, weil es viele unterschiedliche Übertagungsstandards gibt. Es ist auch überaus sinnvoll, für batteriebetriebene, per Funk verbundene Geräte besonders energieeffiziente Übertragungsprotokolle wie etwa Zigbee oder Thread einzusetzen, während etwa netzgestützte Geräte im Heimbereich mit KNX, Ethernet oder WIFI vernetzt werden. EEBus überlässt jedem Hersteller und damit auch dem Anwender die Freiheit, sich für das Smart-Home-System seiner Wahl zu entscheiden, ohne dabei auf die Interoperabilität verzichten zu müssen.

EEBus und der Einsatz von Energie

Bei übergreifender Betrachtung über die verschiedenen IoT-Standards ergibt sich obendrein eine sinnvolle Arbeitsteilung: EEBus regelt schwerpunktmäßig alle Fragen rund um den Einsatz von Energie, während etwa der UPnP-Standard oder die Open Connectivity Foundation (OCF) ihren Schwerpunkt im Entertainment-Netzwerk haben und KNX eine führende Rolle im Gebäudemanagement innehat.

Mit diesen Vernetzungsstandards pflegt die EEBus-Initiative einen aktiven Austausch und stellt sicher, dass sich ihr Datenprotokoll SPINE in alle führenden Vernetzungsstandards integrieren lässt. Denn echte Interoperabilität – bei EEBus eben eine übergreifende Sprache für Energie – beginnt dort, wo die Inhalte der Kommunikation nicht mehr an die physikalischen Formate eines Übertragungsstandards gebunden sind.

Technik und Geschäft gehen Hand in Hand

Der Aufbau des EEBus-Standards bildet das Selbstverständnis des Vereins als Non-Profit-Organisation und Firmen-Netzwerk ab. Use Cases in den verschiedenen Anwendungsbereichen entstehen stets aus praktischen wie auch geschäftlichen Anforderungen der EEBus-Mitgliedsfirmen in einem demokratischen Prozess zwischen den verschiedenen Branchen.

Die technische Umsetzung wird in gemeinsamen Untersuchungen zwischen den Systemen und Geräten der verschiedenen Hersteller, den so genannten Plugfests, überprüft. Aus technischen Weiterentwicklungen entstehen im Laufe der Zeit wieder neue Use Cases, die den bestehenden Standard ergänzen (Bild 2). So ist EEBus kein statischer Standard, sondern ein dynamischer Prozess, der immer wieder neue Anwendungen für den effizienten Einsatz von Energie im IoT definiert.

In der praktischen Arbeit der EEBus-Initiative spiegelt sich der Anspruch an die Interoperabilität in Kooperationen mit allen großen Netzwerk-Organisationen wieder. Mit der Open Connectivitiy Foundation, kurz OCF, teilt EEBus seine Datenmodelle ebenso wie mit dem von Google getriebenen Smart-Home-Netzwerkprotokoll „Thread“ und bietet sie ebenfalls den Smart-Home-Standards KNX, EnOcean und Zigbee an. Auch mit der von Whirlpool und weiteren Unternehmen gegründeten IoT-Allianz „Energy@Home“ pflegt die EEBus-Initiative eine sehr enge Partnerschaft, in deren Rahmen etwa gemeinsam das Datenmodell für SPINE verabschiedet wurde und so auch deren Produkte Teil des EEBus-Netzwerk im Haus sind. Längst hat die EU den EEBus als Bestandteil des europäischen Referenz Framework aufgenommen.

Mit dem EEBus zum smarten Energiemanagement

Das IoT kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Geräte untereinander reibungslos kommunizieren. Auf unserem Smart-Home-Kongress am 13. September wird Josef Baumeister von der EEBus Initiative einen Vortrag über das Energiemanagement mit dem EEBus halten. Wie im Beitrag gezeigt, entwickelt sich EEBus vom reinen Smart-Home-Bus zu einem Smart Grid.

Details zum Programm und die Anmeldung finden Sie hier.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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