Selbstfahrende Systeme

Der autonome Kollege

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Folgt man den an diesem Artikel beteiligten Unternehmen, liegt einer der großen Vorteile dieser selbstfahrenden Transporter in ihrer Skalierbarkeit, wodurch sie auch kleineren Unternehmen die Möglichkeit geben, ihren Materialfluss zumindest in Teilen zu automatisieren. Das sieht man auch bei Egemin so, wo die Produkte so ausgelegt werden, dass Systeme sowohl für Groß- als auch für Kleinunternehmen zur Verfügung stehen. Dabei kann eine FTS-Lösung aus nur einem Fahrzeug und einem Leitrechner bestehen, wodurch sich die Investitionskosten auch im Rahmen halten. Bei Georg Menshen, einem Produzenten von Kunststoffverschlüssen und -verpackungen für Kosmetik, Chemie, Reinigungs- und Lebensmittel, sorgen beispielsweise vier fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) in Kombination mit der FTS-Leitsoftware „E’tricc“ und der Navigationssoftware „E’nsor“ für einen reibungslosen Materialfluss.

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Adept bietet als Einstieg in die mobile Roboterwelt das Starter-Kit Lynx, in dem alle nötigen Komponenten für die Inbetriebnahme enthalten sind. Dazu gehören die Lynx-Plattform, eine Ladestation, ein Joy­stick und die Mobile-Planner-Software. Im Unternehmenseigenen Trainingszentrum in Dortmund kann der Umgang mit dem System in Einsteigertrainings erlernt werden.

Bei Jungheinrich reichen die bestehenden Anwendungsfälle von der Automobil- und Schwerindustrie über die Metallverarbeitung, die Logistik- und Distributionsbranche bis zur Lebensmittel- und Verpackungsindustrie. Darunter sind auch Anwendungen, bei denen nur ein Fahrzeug im Einsatz ist. Es kommt dem Unternehmen zufolge immer auf den Prozess an, der automatisiert werden soll, denn auch kleine Unternehmen haben zum Beispiel standardisierte Transporte von der Produktion in ein Lager oder einen Mitarbeiter, der nur damit beschäftigt ist, Produktionsmaschinen leerzuräumen und in ein Zwischenlager zu bringen. Hier sollen die Auto Pallet Mover (APM) eine wirtschaftliche Alternative sein.

Gründe pro Automation

Wann aber sollte ein Unternehmen darüber nachdenken, ein automatisiertes System für den Materialfluss anzuschaffen? Laut Jungheinrich müssen sich die Verantwortlichen folgende Fragen stellen: Sind einige Mitarbeiter nur damit beschäftigt, Produktionsmaschinen leerzuräumen, um die Taktzeiten der Maschinen einzuhalten? Oder gibt es Mitarbeiter, die den ganzen Tag Waren von A nach B fahren? Haben Sie vielleicht täglich wiederkehrende innerbetriebliche Transportaufgaben, die Ihre Mitarbeiter zusätzlich zu ihrer Haupttätigkeit belasten? Wenn eine oder mehrere dieser Fragen mit ja beantwortet werden können, dann haben Unternehmen dem Fördertechnikspezialisten zufolge die ersten potenziellen Anwendungen bereits festgestellt.

Laut MLR ist es sinnvoll, über eine solche Anschaffung nachzudenken, wenn die Produktion ausgeweitet oder rund um die Uhr produziert werden soll. Gibt es im Unternehmen bereits viele standardisierte Transportvorgänge oder fahren die Gabelstabler regelmäßig feste Auf- und Abgabestationen an, trifft dies ebenfalls zu. Bei Egemin sieht man vor allem die Flexibilität der FTS als ein wichtiges Argument. So sollten Unternehmen, wenn die Voraussetzungen vor Ort passen, immer über eine solche Anschaffung nachdenken, damit sie Flexibilität und Wirtschaftlichkeit verbessern.

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