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Wilo baut Smart Factory

Den digitalen Wandel hautnah miterleben

| Autor/ Redakteur: Gerald Scheffels* / Jürgen Schreier

Bei Wilo wird gebaut. In Dortmund entsteht eine neue Firmenzentrale. Doch der international tätige Pumpenhersteller investiert keineswegs nur in "Betongold", sondern will mit dem Neubau zugleich eine „Smart Factory“ schaffen.

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In einigen Wilo-Produktionsbereichen werden die schlanken Fertigungsprozesse bereits erprobt.
In einigen Wilo-Produktionsbereichen werden die schlanken Fertigungsprozesse bereits erprobt.
( Bild: Wilo )

Der vor mehr als 140 Jahren gegründete Pumpenhersteller wächst und wächst und wächst. Deshalb wurde der zentrale Standort in den vergangenen Jahren mehrfach erweitert. Einige Fertigungs- und Verwaltungsbereiche mussten bereits ausgelagert werden. Zurzeit produziert die Unternehmensgruppe allein in Dortmund an drei Standorten. Nochmal erweitern oder komplett neu bauen und so attraktive Arbeitsprozesse und schlanke Fertigungsprozesse schaffen, lautetet deshalb die Gretchenfrage für das Wilo-Management. Erleichtert wurde die Entscheidung zugunsten der zweiten Option dadurch, dass ein Großteil der Gebäude vor über fünfzig Jahren entstand, wehlab ein enormer Aufwand erforderlich gewesen wäre, die "alten Gemäuer" auf neuesten Stand der Technik zu bringen.

Zusammen mit Porsche Consulting wurde deshalb ein zukunfts- und entscheidungsfähiges Konzept für die neue Smart Factory entwickelt. Im Januar 2015 rückten die ersten Bagger an. Ende 2018 soll die neue Fabrik fertig sein, 2020 schließlich der gesamte Wilo-Campus. Besondere Herausforderung des Mega-Projekts: Alle Um- und Neubauten müssen bei laufendem Betrieb der Produktion stattfinden.

Event zum Thema Am 06. Juli findet in Kön der Reality Check 4.0 statt. Georg Weber von WILO SE wird darüber berichten, welche Hürden und Schwierigkeiten beim Bau der neuen Fabrik aufgetreten sind und wie diese bewältigt wurden. Sichern Sie sich noch heute Ihr Ticket

Fertigung muss schon heute für die Produkte von morgen ausgelegt sein

In der Entscheidung pro Smart Factory und Campus in Dortmund sieht der Pumpenbauer als klares deutliches Bekenntnis zum Fertigungsstandort Deutschland, dem sich die Inhaberfamilie Opländer sehr verbunden fühlt. Damit sich aber die beträchtlichen Investitionen im Hochlohnland Deutschland rechnen, galt und gilt es, ein zukunftsfähiges Konzept zu verwirklichen, das eine nachhaltige wirtschaftliche Produktion ermöglicht. Im Klartext heißt dies: Die Wilo-Mitarbeiter sollen einen attraktiven Arbeitsplatz vorfinden und ihre Ideen in die stetige Verbesserung der Prozesse einbringen.

Außerdem muss die Fertigung bereits heute so konzipiert werden, dass sie mindestens fünfzig Jahre lang effizient arbeitet und auch die Produkte herstellen kann, die in 20 oder 30 Jahren gefragt sind. Das verlangt unter anderem nach einer erhöhten Flexibilität in der Produktion. Deshalb entschied man sich bei Wilo für für den „großen Wurf“. Will heißen: keine Übertragung der althergebrachten Prozesse ins neue Werk, sondern die Implementierung eines ganz neuen Produktionskonzepts und -layouts.

Wanted: ein völlig neues Produktionssystem

Dabei konnte das Unternehmen auf die Expertise der eigenen Produktionsexperten –zurückgreifen. Dennoch wollte man bei einem Projekt in dieser Größenordnung nicht auf einen "Blick von außen" verzichten, um dadurch auch völlig andere Sichtweisen kennen zu lernen. Deshalb nahmen die Dortmunder Pumpenspezialisten mit Porsche Consulting einen Partner an Bord, der genau diese Aufgabe schon vor Jahren im eigenen Konzern bewältigt hat und seitdem – auf der Basis der so gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen – weltweit die Prozesse in Produktionsunternehmen optimiert.

Flexibilität wird immer wichtiger

Gemeinsam mit den Porsche-Beratern entwickelte das Team um Dr. Sabine Hempen, Leiterin der „Group Production Systems“ bei Wilo, ein neues Produktionskonzept, das deutlich transparenter, schneller und flexibler ist als das vorhandene. Dabei standen die Kunden- und Marktanforderungen im Zentrum, wie Dr. Markus Beukenberg, Chief Technology Officer (CTO) der Wilo SE, erläutert: „Wir rechnen damit, dass – nicht zuletzt getrieben durch die Digitalisierung – die Faktoren Schnelligkeit und Flexibilität in Zukunft nochmals wichtiger sind als heute. Darauf haben wir die Produktionsprozesse ausgerichtet: Wir können künftig sehr viel schneller auf veränderte Kunden- und Marktbedürfnisse reagieren – weil wir durchgängig effiziente Prozesse vom Lieferanten bis zum Kunden nutzen. Diese Effizienz und Flexibilität ist unter anderem messbar in geringen Beständen und kurzen Produktionsdurchlaufzeiten.“

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