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Datenflat: Für einen "Zehner" zehn Jahre NB-IoT

| Redakteur: Jürgen Schreier

Ein neues Preismodell soll die Kosten für Netzleistungen im Internet der Dinge senken. So stellen die Deutsche Telekom und 1NCE beim Mobile World Congress 2018 in Barcelona eine NarrowBand-IoT-Datenflat für vernetzte Geräte vor.

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Mit dem neuen Prepaid-Tarif können die Kosten für vernetzte IoT-Geräte besser kalkuliert werden.
Mit dem neuen Prepaid-Tarif können die Kosten für vernetzte IoT-Geräte besser kalkuliert werden.
(Bild: MickeyCZ)

Die Telekom und der Kölner Mobilfunkprovider 1NCE präsentieren im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona die nach eigenem Bekunden europaweit erste Daten-Flat für vernetzte Geräte im Internet der Dinge: Kunden zahlen im Prepaid-Tarif einmalig zehn Euro und erhalten eine Daten-Flatrate bis zu 500 Megabyte für die Lebensdauer des jeweiligen smarten Endgeräts von zehn Jahren. So könnten die Kosten besser kalkuliert werden, weil die Kunden künftig nicht mehr monatlich kleine, wechselnde Beträge je nach verbrauchtem Datenvolumen bezahlen müssten. Das Angebot von Telekom und 1NCE gilt zunächst innerhalb der Europäischen Union sowie in der Schweiz und Norwegen.

Der Mobilfunkprovider 1NCE, an dem die Telekom beteiligt ist, vernetzt im Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) Maschinen und Geräte, die nur geringe Datenmengen in unregelmäßigen Zeitabständen übertragen. Dazu gehören beispielsweise intelligente Wasserzähler oder Rauchmelder. Die Telekom stellt 1NCE Kapazitäten aus ihrem Maschinennetz als Teil von 5G zur Verfügung.

Einmalzahlung statt Tarif-Dschungel

„Mit diesem Tarif werden wir es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, schnell neue IoT-Lösungen zu realisieren. Dass bedeutet keine monatlichen Abrechnungen, keine Zusatzgebühren, kein Tarif-Dschungel“, so Alexander P. Sator, Gründer und CEO von 1NCE. „Die Telekom als Vorreiter in Sachen NB-IoT treibt den Ausbau des Netzes effektiv voran“, ergänzt Sator. „Wir erhoffen uns durch die enge Kooperation ein schnelleres Wachstum im europäischen IoT-Markt.“

Beide Unternehmen möchten Kunden den Einsatz von IoT-Lösungen so kostengünstig wie möglich gestalten und nutzen dafür die NarrowBand IoT-Technologie (NB-IoT) der Telekom. NB-IoT erzielt große Reichweiten bei geringem Energieverbrauch, kostet wenig und richtet sich unter anderem an Nutzer aus der Energiewirtschaft, dem Transport- und Logistik-Sektor sowie für Dienste rund um das Thema Smart City.

„Das eigene, servicebasierte NB-IoT Angebot der Telekom wird durch das einfache, disruptive Geschäftsmodell von 1NCE optimal ergänzt. So adressieren wir zusammen einen größeren Markt und schaffen beste Kundenerlebnisse“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden bei der Telekom.

Was ist Narrowband IoT?

Low Power Wide Area Network (LPWAN)-Funknetze, die mit wenig Energie betrieben werden können und sich gleichzeitig durch eine hohe Reichweite, eine hohe Durchdringung und vergleichsweise geringe Kosten auszeichnen, gelten als vielversprechende Lösung auch für die Industrie. Sie sind immer dann einsetzbar, wenn geringe Datenmengen mit geringen Anforderungen an Geschwindigkeit und Latenz übertragen werden müssen.

Neben den Verfahren LoRa und Sigfox, die im unlizenzierten Frequenzband operiert werden können, ist für Europa vor allem der Standard NarrowBand-IoT (NB-IoT) relevant. Dieser Standard setzt im Rollout auf bereits existierende Mobilfunknetze sowie auf lizenzierte Funkfrequenzen und nutzt damit im Wesentlichen existierende Infrastrukturen der Mobilfunkanbieter.

Erster Anbieter von NB-IoT in Deutschland ist die Deutsche Telekom, die frühzeitig einige Regionen des Netzes auf NB-IoT ausgerüstet hat. Der flächendeckende Ausbau soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Auch andere Mobilfunkanbieter wie Vodafone oder Telefonica setzen auf NarrowBand IoT.

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