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Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Augmented Reality Datenbrillen in der Pflege sollen die Arbeit erleichtern

| Autor / Redakteur: Beatrice Liebeheim-Wotruba* / Vivien Deffner

Die Überbelastung von Pflegekräften in Krankenhäusern ist allgegenwärtiger denn je. Das Projekt PARCURA nimmt sich diesem Problem an und entwickelt Anwendungen für Datenbrillen, um die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zu erleichtern. Die Frage dabei lautet: Wie können Datenbrillen interaktive Pflegearbeit unterstützen?

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Datenbrillen sollen die Arbeit des Krankenhauspersonals in der Pflege deutlich erleichtern, indem sie Patienteninformationen zur Verfügung stellen und eine Kommunikation mit Teammitgliedern ermöglichen.
Datenbrillen sollen die Arbeit des Krankenhauspersonals in der Pflege deutlich erleichtern, indem sie Patienteninformationen zur Verfügung stellen und eine Kommunikation mit Teammitgliedern ermöglichen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Beschäftigte in der Krankenhauspflege sind stark belastet – Personalmangel, Zeitdruck und ein hohes Arbeitspensum sind keine Seltenheit. Auch die Verweildauer von zu behandelnden Personen ist häufig sehr kurz, besonders in der Kardiologie. Die Versorgung dieser zunächst unbekannten Personen und jener, deren Betreuung mit einem hohen Überwachungsbedarf verbunden ist, geht mit einem deutlich höheren Arbeitsaufwand einher. Vor allem im Nachtdienst ist zudem selten ärztliches Fachpersonal vor Ort. Diese Probleme können negative Auswirkungen auf die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter und der Qualität der Pflegearbeit mit sich bringen. Um dies zu verhindern, kann der Einsatz von Datenbrillen hilfreich sein.

Datenbrillen zur Unterstützung der Pflegekräfte

Das Forschungsprojekt PARCURA hat zum Ziel, Softwaremodule für Datenbrillen zu entwickeln und zu erproben. Die Module sollen dabei auf konkrete Bedarfslagen im Krankenhausalltag zugeschnitten sein. Dazu gehören unter anderem die Funktion, Patientendaten wie Name, Allergien und aktuelle Medikamente einzublenden. Auch die Kommunikationsmöglichkeiten mit den Teammitgliedern via Foto- und Videotransfer sowie die Dokumentation via Spracheingabe sollen die Arbeit erleichtern. Dadurch können Wege gespart und die Handlungssicherheit der Pflegekraft erhöht werden, was ihr mehr Zeit zur Behandlung gibt. Die Datenbrillen sollen so die Zusammenarbeit der krankenhausinternen Beteiligten vereinfachen, die Bereitstellung pflegerelevanter Patienteninformationen optimieren und die Pflegekräfte bei der Behandlung unterstützen.

Von der Analyse bis zum Einsatz

Das Institut Positive Computing unter der Leitung von Prof. Dr. Sabrina Eimler und Prof. Dr. Stefan Geisler ist als Partner an dem Projekt beteiligt. Schwerpunkt des Instituts ist die menschenzentrierte Entwicklung und Bewertung durch die Nutzenden der Brillen und die zu behandelnden Personen.

Im ersten Schritt gilt es, Arbeitsabläufe, Anforderungen, Chancen, aber auch Hemmnisse und Risiken zu erfassen und zu analysieren. Darauf folgt die Identifikation geeigneter Datenbrillen. Anschließend wird ein Prototyp umgesetzt und mit dem Pflegepersonal im Testbetrieb evaluiert. Zu untersuchen sind

  • die zielgerichtete Auswahl der angezeigten Informationen im richtigen Moment,
  • eine mögliche Mehrbelastung durch das Tragen der Brille,
  • die Veränderung der Arbeit durch ein erhöhtes oder vermindertes Vertrauen in die Angaben des Gerätes, sowie
  • die Wirkung auf die Kommunikation mit den zu behandelnden Personen.

„Im Projekt können wir beobachten, ob die Datenbrille als modernes Hilfsmittel in diesem sensiblen Umfeld Entlastung bringt, Vertrauen und Wohlbefinden erhöhen kann oder ob sie das Miteinander eher stört,“ erklärt Sabrina Eimler.

Die Potenzialentfaltung und das Wohlbefinden aller Personen, die mit der Technologie in Berührung kommen, stehen besonders im Fokus der Aufmerksamkeit. „Durch die Kooperation mit den Krankenhäusern ist es möglich, direkten Kontakt zu den Pflegekräften und Patient*innen zu erhalten. Dies ermöglicht eine optimal auf die menschlichen Bedürfnisse angepasste Entwicklung des Systems“, beschreibt Stefan Geisler die guten Bedingungen im Konsortium.

* Beatrice Liebeheim-Wotruba arbeitet am Referat Hochschulmarketing und Kommunikation der Hochschule Ruhr West.

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