Augmented Automation Datenbrillen bringen Augmented Reality in die Automatisierung

Redakteur: Dominik Stephan

Schnellerer Service, höhere Verfügbarkeit und geringere Kosten durch die intelligente Kombination von Web-Portal und Smart Glasses: Die neue Lösung „Augmented Automation“ verbindet Fachleute von Maschinen- und Anlagenbauern mit ihren Kollegen aus Service und Instandhaltung. So kommt das Internet der Dinge in die Anlage.

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(Bild: Pixabay, CCO Public Domain)

Vier Augen sehen mehr als zwei. Auch über eine Distanz von tausend Kilometern? Genau das verspricht das Konzept der „Augmented Automation“, in dessen Mittelpunkt Datenbrillen und Smart Glasses stehen.

Allerdings ist Augmented Automation keine reine Hardware-Lösung: Die IoT-Neuentwicklung von Essert (vertrieben durch den Industriedienstleister Alexander Bürkle) besteht aus der Datenbrille und dazugehöriger IT samt den Applikationen. In der Praxis kann ein Service-Techniker in der Anlage sich mit der Datenbrille authentifizieren und über ein zentrales Portal per Audio- und Videoverbindung mit einem Spezialisten im Unternehmen, der die individuelle Anlagen-Konfiguration kennt, kommunizieren. Dieser sieht und hört, was der Kollege vor Ort macht und kann, um ihn zu unterstützen, Schaltpläne oder andere Hinweise in die Brille senden.

Automatisierung mit verteilten Rollen

Aktuell werden dafür Smart Glasses von Vuzix eingesetzt, wobei eine Portierung auf andere Hardware kein Problem darstellt, wie die Entwickler versichern. Das Herz der Lösung ist ohnehin virtuell: Das webbasierte „Augmented Portal“ wird zentral gehostet, so dass der Anwender keinen Server verwalten muss.

Über das Portal läuft die gesamte Kommunikation – hier werden die Smart Glasses und sämtliche Anbindungen konfiguriert und die Zugriffsrechte verwaltet. Die Hierarchie sieht folgende Rollen vor: Administrator, Supporter und Operator. Das Vorgehen orientiert sich also an üblichen Standards, der Schulungsaufwand ist daher gering.

Wie funktionieren Augmented Applications?

Je nach Anforderung stehen verschiedene Anwendungslösungen bereit, „Augmented Applications“ genannt. Das oben geschilderte Beispiel entspricht der Anwendung „Augmented Support“: Der Anwender vor Ort nutzt die Fernunterstützung durch den live zugeschalteten Experten via Smart Glasses. Andere Anwendungen ermöglichen zum Beispiel die Kommunikation von Smart Devices mit Anlagen- oder Maschinensteuerungen oder die automatisierte Generierung von Schulungs- und Instandhaltungsvideos.

Über das Portal können alle verfügbaren Applications für die jeweilige Hardware nach Bedarf und modularisiert freigeschaltet werden. Somit bleibt der Einsatz der Smart Glasses speziell auf den Anwendungsfall zugeschnitten und damit überschaubar für die tägliche Arbeit. Neu entwickelte Applikationen erscheinen automatisch im Augmented Portal und können zu jeder Zeit auch nachträglich freigeschaltet werden.

Anbindung ans Internet für die sichere Fernwartung

Die Smart Glasses kommunizieren im Feld über WLAN. Die Anbindung ans Augmented Portal kann auf verschiedenen Wegen erfolgen: über das vorhandene WLAN-Hallennetz des Kunden, über einen mobilen Hotspot und Mobilfunk oder ähnliche Techniken.

Die „Smart Server Unit“ erweitert die Möglichkeiten der Augmented Automation um den Zugriff auf Maschinendaten. Die Server bilden die Schnittstelle zwischen dem Augmented Portal und den Field Devices via sicheren VPN-Tunnel. An die im Schaltschrank verbaute Smart Server Unit können standardmäßig bis zu vier Anlagensteuerungen über ein LAN-Netzwerk angeschlossen werden. Die Kommunikation zum Augmented Portal erfolgt wahlweise über den WAN-Port oder über das Mobilfunknetz. Gleichzeitig dient die Einheit als Access Point für die Smart Glasses oder auf Wunsch das Smart Tablet.

IoT erhöht die Anlagenverfügbarkeit

Mit Augmented Automation lassen sich also ganz nach Bedarf die Geschwindigkeit und Qualität im Service erheblich steigern, die Kosten senken und die Verfügbarkeit von Anlagen erhöhen. Für die Implementierung der Lösung sorgen Fachleute aus den Bereichen IT und Automatisierung. Der Service reicht von der Konfiguration der Anwendung im Haus sowie vor Ort (Anlage, Maschine) über das Einrichten der Portalfunktionalität bis zum Funktionstest der Installation.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal Process erschienen.

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