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Expertenbeitrag

 Wael Elrifai

Wael Elrifai

VP Digital Insights Solution Engineering bei Hitachi Vantara

Trend-Dossier 2020 Daten rücken 2020 in den Vordergrund

| Autor / Redakteur: Wael Elrifai / Elisa Mundt

Wie werden sich die Technologien Edge, Cloud und On-Premise im Jahr 2020 weiterentwickeln und welche Rolle übernehmen zukünftig Daten? In diesem Artikel geben wir einen Einblick.

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Wir haben unsere IoT-Experten gefragt, welche Entwicklungen sie für das Jahr 2020 in der IoT-Branche sehen.
Wir haben unsere IoT-Experten gefragt, welche Entwicklungen sie für das Jahr 2020 in der IoT-Branche sehen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Edge gewinnt gegenüber Cloud und On-Premise

Die Entscheidung ob Cloud oder On-Premise war am Anfang vor allem abhängig von den Kosten. In erster Linie ging es dabei um Infrastructure-as-a-Service-Angebote zwischen internen Rechenzentren und Cloud-Providern. Die Frage nach der Rentabilität änderte sich schnell, als die Cloud-Anbieter ihre Angebote über IaaS hinaus auf Platform-as-a-Service (z.B. Azure) ausweiteten. Hier wurde der Wettbewerbsvorteil nicht allein durch den Preis erzielt, sondern auch durch die erweiterten Möglichkeiten und die verkürzte Time-to-Value.

Eine ähnliche Verschiebung lässt sich aktuell im Bereich Edge-Processing beobachten. Frühe Edge-Systeme taten kaum mehr als Daten zu sammeln, filtern, komprimieren und übertragen. Wirtschaftlich betrachtet kamen sie dann zum Einsatz, wenn lokale Datenfilterung kostengünstiger war als die Übertragung aller Daten von entfernten Standorten an eine zentrale Verarbeitungsstelle.

Moderne Systeme sind in der Lage, eine Vielzahl von On-Board-Sensoren (Beschleunigungsmesser, Kameras, Barometer und mehr) sowie Machine Learning (prädiktive Analyse auf der Grundlage zuvor trainierter Modelle) zu unterstützen. Der Energiebedarf an den Rändern ist zwar gestiegen, dafür sind aber die Kosten für die Verarbeitung, also von Hardware, Sensoren, Batterien und Kommunikationsinfrastruktur, gesunken.

Aus wirtschaftlicher Sicht geht es nicht mehr in erster Linie um Einsparungen bei der Datenübertragung. Komplexere Echtzeit-Anwendungsfälle sorgen dafür, dass auch andere Stellen im System resistent gegen gegen Ausfälle bleiben.

Es ist zu erwarten, dass sich die Entwicklung weg vom Rechenzentrum (Cloud oder On-Premise) fortsetzt, wenn die Edge-Hardware sich weiterentwickelt und mehr eigenständige PaaS-Angebote umfasst.

Der Besitz von Daten rückt in den Vordergrund

Datenschutz beim Internet der Dinge ist ein entscheidende Faktor für Endverbraucher. Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt haben daher Gesetze erlassen, um Anwender vor der heimlichen Nutzung ihrer Daten zu schützen (vorausgesetzt, wir alle lesen die EULAs sorgfältig!). Auch im industriellen Bereich gewinnt die Diskussion “wer besitzt die Daten” an Bedeutung. Allerdings geht es hier weniger um Datenschutz als darum, wer kann Gewinn aus dem Besitz der Daten schlagen.

Die Hersteller einzelner Komponenten (OEMs) sind brennend daran interessiert, ihre Daten proprietär zu halten und sie als Differenzierungsmerkmal zu nutzen, um Mehrwertdienste zu schaffen, Angebote zur Qualitätssicherung zu verbessern und ihre Fertigungsprozesse durch dieses bessere Verständnis für die tatsächliche Nutzung der Produkte durch die Kunden zu optimieren. Dies wird OEMs zunehmend gegen ihre Industriekunden aufbringen. Die mangelnde Bereitschaft der OEMs, detaillierte und aussagekräftige Daten mit hoher Granularität mit den Betreibern (Industriekunden) zu teilen, wird zunehmend als geschäftliches Risiko angesehen. Die OEMs erfahren immer mehr darüber, wie die Betreiber ihre Produkte verwenden, während die Betreiber selbst weiter zurückfallen.

Allerdings ist es, das in Fabriken ein komplexes Zusammenspiel zwischen einzelnen Systemen existiert und nur eine Gesamtsystemsicht wirklich Vorteile bringt. Die können die Hersteller einzelner Komponenten nicht bieten. Der Markt wird sich daher dahingehend entwickeln, dass OEM-Hersteller nicht nur hochwertige Informationen über die Leistung ihrer Systeme anbieten, sondern auch granulare Daten. Industriekunden können diese mit anderen Daten verschmelzen, um den gesamten Betrieb vom Angebot bis zum Geldeingang zu optimieren.

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