Expertenbeitrag

 Mathias Golombek

Mathias Golombek

CTO

Data Analytics Data Storytelling als Schlüssel zum Erfolg

Von Mathias Golombek

Berührende Kinofilme, mitreißende Bücher oder spannende Theaterstücke: All diese Erlebnisse bleiben oft ein Leben lang im Gedächtnis. Datenreihen oder Excel-Tabellen hingegen weniger. Warum das so ist und welche Rolle Data Storytelling in diesem Kontext spielt, lesen Sie hier.

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Data Storytelling hilft dabei, verständlich und ansprechend über datengesteuerte Erkenntnisse zu informieren.
Data Storytelling hilft dabei, verständlich und ansprechend über datengesteuerte Erkenntnisse zu informieren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Warum erinnern wir uns so viel leichter an ein gutes Buch als an eine gute Datenreihe? Die Antwortet lautet: Weil unser Gehirn Geschichten liebt und Fakten und Daten nur dann versteht und abspeichert, wenn sie greifbar sind und im besten Fall unsere Emotionen ansprechen. Für Unternehmen, die sich datenbasiert aufstellen wollen, ist es daher essenziell, gute Geschichtenerzähler, man spricht von Data Storytellern, im Team zu haben. Doch dafür müssen Organisationen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen.

Unternehmen sitzen heute auf einem riesigen Datenschatz – und die fortschreitende Digitalisierung wird diese Entwicklung weiter vorantreiben. Laut einer Dell Technologies-Studie verwaltet jedes Unternehmen derzeit durchschnittlich rund 13,5 Petabyte an Daten – oder 13.500.000 Gigabyte.

Doch diese Daten können nur dann wertschöpfend genutzt werden, wenn Unternehmen sie nicht nur speichern, sondern auf Basis einer Datenstrategie daraus auch Erkenntnisse ziehen und Handlungen ableiten. Oder anders gesagt: Wenn Unternehmen Daten nicht nur dafür verwenden, die eigenen Entscheidungen zu untermauern, sondern diese als Grundlage für die Entscheidungsfindung nutzen. Das Ziel ist es, von dateninformierten Entscheidungen zu datengetriebenen Entscheidungen zu gelangen.

Das Problem: In aller Regel werden Datenerkenntnisse auf Dashboards präsentiert, die die Geschäftsdaten, KPIs oder Messgrößen in Tabellen oder Diagrammen darstellen. Doch wie die aktuelle Studie „From the ‘what’ to the ‘why’: how data storytelling is key to success“ zeigt, werden diese Dashboards von 53 Prozent der Führungskräfte und IT-Entscheider kaum wahrgenommen – weil es schlicht zu viel Zeit kostet, sie so zu interpretieren, um daraus relevante Informationen für Business-Entscheidungen ziehen zu können.

Es scheint also andere Wege zu brauchen, um die aus Daten generierten Erkenntnisse so darzustellen, dass die Informationen wirklich Mehrwert bringen. Ganze 93 Prozent der IT-Entscheider sehen diesbezüglich Data Storytelling als Schlüssel zur Steigerung des Geschäftserfolgs. Sprich: Die Kernaussagen müssen so verpackt sein, dass auch diejenigen sie verstehen und an andere kommunizieren können, die nicht tagtäglich mit Daten zu tun haben.

Von Data Storytelling können alle profitieren

Doch warum funktioniert Storytelling eigentlich so gut? Der Grund liegt darin, dass es unsere Emotionen und unser Unterbewusstsein anspricht. Die Aktivität unseres Gehirns ist bei emotionaler Beteiligung wesentlich höher und das limbische System wird angeregt – das ist der stammesgeschichtlich älteste Teil unseres Gehirns. Dieser ist auch für grundlegende Reaktionen wie Angriff oder Flucht bei Gefahr zuständig, also für extrem starke Reaktionen.

Die Informationen wandern dann durch das limbische System ins Langzeitgedächtnis und werden dort verankert. Informationen hingegen, die unsere Emotionen nicht ansprechen, sind flüchtig und werden schnell wieder vergessen. Sie bieten keine Identifikation, erzeugen keine Bilder und es fällt uns schwer, sie anschaulich wiederzugeben.

Hier setzt Data Storytelling an und das gesamte Potenzial von Data Analytics frei, da Daten nicht nur gelesen, sondern auch erklärt und verstanden werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihre Führungskräfte verständlich und ansprechend über datengesteuerte Erkenntnisse informieren, indem sie diese in Geschichten verpacken. Das Management kann wiederum datengesteuerte Entscheidungen treffen – auch bei komplexen Problemen. Fast drei von vier Befragten der oben genannten Studie stimmen dem zu und sehen Data Storytelling als eine Kernkompetenz an, um Ergebnisse an das C-Level oder Business Stakeholder zu berichten.

Doch Unternehmen sollten noch einen Schritt weiter gehen und Data Storytelling zur universellen Geschäftssprache machen. Denn durch gutes Data Storytelling können auch diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die weniger Datenkompetenz mitbringen, von Daten profitieren und ihre Arbeit datengesteuert ausrichten. Kurzum: Data Storytelling hilft, das Potenzial von Data Analytics voll auszuschöpfen und trägt dadurch dazu bei, den Umsatz jedes Unternehmens zu steigern.

Für Data Storytelling braucht es Datendemokratisierung…

Um Data Storytelling im Unternehmen etablieren zu können, braucht es vor allem eins: Datendemokratisierung. So lange Daten Herrschaftswissen und der Zugang nur einigen Wenigen vorbehalten ist, wird sich eine datengetriebene Geschäftsstrategie nicht flächendeckend durchsetzen lassen. Die Grundlage für Datendemokratisierung sollte eine kohärente Daten- und Analysestrategie sein, die in die allgemeine Unternehmensstrategie integriert ist. Denn nur so können Unternehmen allumfassende, wiederholbare Methoden und Prozesse zur Kontrolle und Verteilung von Daten etablieren.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen benötigen dafür die passende Infrastruktur und entsprechende Tools, um die Daten auswerten und interpretieren zu können. In den meisten Fällen sind die Datenbanken jedoch nicht gut genug skalierbar und müssen modernisiert werden, um solche ambitionierten Ziele zu erreichen. Hochperformative Data Analytics Lösungen können genau das leisten.

…und Data Literacy

Ein unternehmensweiter, individueller Zugang zu Daten ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn die Belegschaft auch über die nötigen Fähigkeiten verfügt, mit den Daten richtig umzugehen. Ein essenzieller Grundpfeiler für datengetriebene Arbeit ist deshalb auch Datenkompetenz, auch Data Literacy genannt. Dabei verbirgt sich hinter dem Begriff Datenkompetenz ein breites Spektrum an Fähigkeiten. Dazu gehört es, Daten sammeln und managen zu können, aber eben auch, sie auszuwerten und zu interpretieren. Klar ist, dass nicht alle Personen im Unternehmen über den gleichen Stand an Datenkompetenz verfügen müssen – vielen Führungskräften fehlt häufig schlicht die Zeit, sich tiefergehend in die Thematik einzuarbeiten. Um so wichtiger ist es, dass diejenigen, die ihnen berichten, in der Lage sind, die Erkenntnisse anschaulich zu vermitteln – eben: Datengeschichten zu erzählen.

Die nachfolgenden Generationen werden mehr und mehr mit Fähigkeiten wie Data Literacy groß werden – auch wenn hierzulande diesbezüglich noch einiges an Nachholbedarf besteht, wie diese Studie zeigt. In der Zwischenzeit sollten Unternehmen Ressourcen darauf verwenden, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzubilden und die entsprechenden Kompetenzen intern aufzubauen.

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