Auf dem Weg zu einen Massenmarkt

Das Smart Home wird erwachsen

Seite: 2/2

Firma zum Thema

IT-Giganten scheitern am Smart Home

Eine ernüchternde Bilanz zum aktuellen Zustand auf dem Smart-Home-Markt zog Prof. Dr. Christian Pätz von der TU Chemnitz. „Apple, Google und Co. kochen auch nur mit Wasser, und das noch nicht einmal gut“, fasste er die Bemühungen der IT Giganten zusammen, die jeweils eigene Lösung überzeugend auf den Markt zu bringen.

Den marketingstarken Ankündigungen, Smart Home zu revolutionieren und künftig die einzig wirklich Erfolg bringende Lösung zu etablieren, folgen in der Regel enttäuschende, schwache Smart-Home-Lösungen, die an Markt und Kunden vorbei denken. Seiner Auffassung nach seien es vielmehr die kleineren, innovativen Anbieter, die auf lange Sicht den Markt bestimmen würden. „Watch the rising stars“, sagte Pätz. „Denn sie verkaufen reale Produkte an reale Kunden für reales Geld, um reale Probleme zu lösen.“

Smartes Wohnen auf Flatrate als Konzept von morgen?

Einen möglichen Blick in das Wohnen von morgen steuerte Lars Hinrichs, bekannt als Gründer der sozialen Online-Business-Plattform XING, zum Kongress bei. Mit seinen smarten Flatrate-Mietwohnungen „Apartimentum“ in Hamburg will er das Thema Wohnen und Mieten neu denken, und zwar smart. „Insgesamt haben wir 34 IP-Systeme, das beginnt vor dem Haus mit freiem WLAN, Tür und Fahrstuhl öffnen sich automatisch, wenn der Mieter ankommt, dann geht es weiter über intelligente Lichtsteuerung.

Das gesamte Thema Energie ist smart abgedeckt, selbst die Badewanne ist intelligent,“ berichtet Hinrichs. Das Ganze können Mieter für einen begrenzten Zeitraum zur hochpreisen Flatrate-Miete voll ausgestattet nutzen. Ob sein Wohnkonzept aber auch das Potential habe, sich zum Konzept von morgen zu entwickeln werde, liege für Hinrichs vor allem an den (Be)nutzern selber. „Ich sehe, dass die Nachfrage enorm groß ist und die Preise weiter fallen. Aber: Wenn Sie plötzlich von dieser Gimmick-Ebene auf die Funktionalitätsebene kommen – wenn Ihnen also irgendwann mal Kameras hinter den Spiegeln sagen, dass Sie einen neuen Leberfleck haben und mal zum Arzt gehen sollen, dann sind wir in einem Smart Home, das ich nicht haben will.“

Dieser Beitrag erschien zunächst auf unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44288233)