Industrieroboter Das sind die 5 Robotik-Trends für 2021

Redakteur: Katharina Juschkat

Die International Federation of Robotics (IFR) hat sich aktuelle Roboterentwicklungen angeschaut und benennt fünf Trends, die die Robotik in der industriellen Fertigung 2021 prägen werden.

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Welche fünf Robotik-Trends sind für 2021 zu erwarten?
Welche fünf Robotik-Trends sind für 2021 zu erwarten?
(Bild: Kuka)

Roboter spielen in der Industrie eine zunehmend große Rolle – in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der weltweit installierten Industrieroboter mehr als verdreifacht. Welche fünf Robotik-Trends dieses Jahr die industrielle Fertigung prägen werden, das hat die International Federation of Robotics (IFR) vorgestellt.

1. Lernende Roboter

Industrie-Roboter werden zunehmend mit KI-Software, Bildverarbeitung und anderen Sensorsystemen ausgestattet, um zunehmend anspruchsvolle Aufgaben zu meistern. Ein Beispiel dafür ist das Sortieren von Abfällen auf einem Förderband, das bisher nur von menschlichen Händen erledigt werden konnte. Bildverarbeitung und KI machen es möglich, dass auch Roboter die Sortieraufgabe übernehmen.

Die neuen Roboter-Generationen sind einfacher zu installieren und programmieren und sie sind vernetzbar. Fortschritte bei den Kommunikationsprotokollen ermöglichen inzwischen die nahtlose Integration von Robotern in Automatisierungs- und Industrie 4.0-Strategien.

2. Roboter in intelligenten Fabriken

Ein mobiler Roboter – bestehend aus „Lara“ (Lightweight Agile Robotic Assistant) und „MAV“ (Multi-Sensing Autonomous Vehicle) – palletiert eigenständig und mobil Produkte.
Ein mobiler Roboter – bestehend aus „Lara“ (Lightweight Agile Robotic Assistant) und „MAV“ (Multi-Sensing Autonomous Vehicle) – palletiert eigenständig und mobil Produkte.
(Bild: Neura Robotics GmbH)

Vor allem in der Automobilproduktion sind Smart-Factory-Lösungen im Einsatz. Dabei werden oft Industrieroboter statt Fließbänder eingesetzt. Die IFR sagt voraus: Die Zukunft gehört dem vernetzten Zusammenspiel von Robotern und autonom fahrenden Fahrzeugen - oder besser gesagt autonomen mobilen Robotern (AMR).

Diese mobilen Roboter sind mit moderner Navigationstechnik ausgestattet und dadurch flexibler als die klassischen Fertigungsstraßen. Fahrerlose Transportsysteme transportieren ganze Karosserien, sie können von der Fließbandfertigung abgekoppelt und zu Montagestationen umgeleitet werden, an denen sich individuell ausgestattete Varianten montieren lassen. Der Vorteil: Bei einem Modellwechsel müssen nur die Roboter und AMR neu programmiert werden, statt die gesamte Produktionslinie ab- und umzubauen.

Gleichzeitig nimmt die Integration von Arbeitsplätzen mit Mensch-Roboter-Kollaboration an Fahrt auf, und Roboter arbeiten zunehmend Hand-in-Hand mit Menschen zusammen, ganz ohne Schutzzaun.

3. Roboter erobern neue Märkte

Die Durchbrüche bei der Vernetzung tragen dazu bei, dass Roboter vermehrt in Fertigungssektoren eingesetzt werden, die Automation erst kürzlich für sich entdeckt haben. Dazu zählen beispielsweise die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Textilindustrie sowie Holzverarbeitungs- und Kunststoffwirtschaft. Die fortschreitende digitale Transformation wird zu völlig neuen Geschäftsmodellen führen, da die Produzenten leichter denn je diversifizieren können. In der smarten Fabrik lassen sich verschiedene Produkte im schnellen Wechsel nacheinander auf derselben Anlage montieren – die starre traditionelle Fertigungsstraße hat bald ausgedient.

Die Fortschritte bei den Robotertechnologien tragen zu einem steigenden Robotereinsatz bei.

Dr. Susanne Bieller, Generalsekretärin der IFR

4. Roboter für mehr Klimaschutz

Die Anforderungen an die Industrie, künftig möglichst CO2-neutral zu produzieren, fördert Investitionen in moderne Robotertechnologie. Moderne Roboter arbeiten energieeffizient und reduzieren mit ihrem Einsatz unmittelbar den Energieverbrauch der Produktion. Aufgrund ihrer Präzisionsarbeit wird zudem weniger Ausschuss und fehlerhafte Ware produziert, was sich positiv auf den Ressourceneinsatz und Output auswirkt.

Darüber hinaus helfen Roboter auch bei der kosteneffizienten Produktion von Anlagen für erneuerbare Energien. Dazu zählt beispielsweise die Herstellung von Photovoltaikmodulen oder Wasserstoff-Brennstoffzellen.

5. Roboter sichern Lieferketten

Die Pandemie hat Schwächen in den globalisierten Lieferketten sichtbar gemacht. Für Hersteller besteht jetzt die Möglichkeit, Versorgungswege mit einer völlig neuen Perspektive zu denken. Wenn Automatisierung die Produktionsbedingungen angleicht, gewinnen Hersteller eine neue Flexibilität, die in Hochlohnregionen wie den meisten Ländern der Europäischen Union, Nordamerika, Japan oder Südkorea bisher vielleicht nicht zur Verfügung stand. Die Automation mit Robotern bietet Produktivität, Flexibilität und Sicherheit.

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