Gegenstände gehen online Das „Physical Web“ im B2B-Umfeld

Autor / Redakteur: Michael A. Kappler / Gesine Herzberger

Dank der Beacon-Technologie und dem Physical Web liefern standortbezogene Daten Einblicke in das Kunden- und Nutzerverhalten und Informationen können abhängig vom Standort bereitgestellt werden. Auch für Unternehmen im B2B-Bereich bietet das neue Möglichkeiten.

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Im Physical Web rücken physische und die virtuelle Welt näher zusammen. Nutzer kommunizieren beispielsweise über das Smartphone dank Beacons mit ihrer gegenständlichen Umwelt.
Im Physical Web rücken physische und die virtuelle Welt näher zusammen. Nutzer kommunizieren beispielsweise über das Smartphone dank Beacons mit ihrer gegenständlichen Umwelt.
(Bild: CCO / Henry Marsh Photography)

Der Begriff „Physical Web“ wurde von Google im Jahr 2014 geprägt und stellt einen Ansatz dar, um die Kernkompetenz des Netzes zu umschreiben: Interaktion auf Nachfrage. Im Physical Web rücken physische und die virtuelle Welt näher zusammen. Nutzer kommunizieren über das Smartphone dank Beacons mit ihrer gegenständlichen Umwelt – sei es mit Aufstellern im Laden, Verkaufsautomaten, Bushaltestellen, Plakaten, Messeständen, Informationspunkten usw. – und das, ohne erst eine zugehörige App herunterladen zu müssen. Nutzer rufen dazu die Informationen zu einzelnen Gegenständen in ihrer Umgebung einfach auf dem Smartphone auf. Das bietet vor allem für Händler neue Möglichkeiten der Kundenansprache und -bindung. Aber auch in Unternehmen können Beacons und das Physical Web sinnvoll eingesetzt werden.

Navigationshilfen geben

Sich in großen Gebäuden wie beispielsweise Lagerhallen oder Bürokomplexen zurecht zu finden, kann zur Herausforderung werden. Ein Mehrwert für Kunden und Besucher ist es daher, wenn sie per Smartphone überprüfen können, wie sie von ihrem derzeitigen Standort aus am besten zu einem Konferenzraum, in die Kantine oder zu anderen Orten kommen. Im Physical Web ist das möglich: Besucher und Mitarbeiter rufen die entsprechenden Informationen auf dem Smartphone ab und lassen sich den Weg weisen.

Informationsmehrwerte schaffen

Darüber hinaus können im Physical Web Informationen zu beliebigen Gegenständen, die mit Beacons ausgestattet wurden, abgerufen werden. Mitarbeiter haben über ihr mobiles Endgerät so zum Beispiel in der Unternehmens-Kantine schnellen Zugriff auf die aktuelle Speisekarte oder das Angebot der nächsten Woche, an welcher Ausgabestelle es das vegetarische Gericht gibt oder welche Inhaltsstoffe und Hinweise für Allergiker bei einzelnen Gerichten zu beachten sind.

Messen und Veranstaltungen bereichern

Auf Messen und Veranstaltungen werten Unternehmen dank Physical Web ihren Messeauftritt auf und lassen den Messestand „online gehen“. So erhalten die Besucher im Vorbeigehen auf dem Smartphone die Möglichkeit, zum Beispiel direkt die Unternehmenswebsite des Austellers oder eine Landing Page mit hilfreichen Informationen aufzurufen, ohne einen Barcode scannen zu müssen oder die URL händisch einzugeben. Es entsteht ein vernetzter Messestand, der in Erinnerung bleibt. Zudem kann der Messestandbetreiber Daten und Erkenntnisse zu den Standbesuchern sammeln und daraus Schlüsse für die Standkonzeption und die erzielten Leads ziehen.

Wie funktionieren Beacons und das Physical Web?

Voraussetzung für die Entstehung des Physical Webs ist die Beacon-Technologie, die standortbezogene Daten durch Bluetooth zur Verfügung stellt. Ordnet man Gegenständen eine eigene Webadresse (URL) zu, so können die Beacons diese Information an die mobilen Endgeräte – Smartphones, Smart Watches, Tablets – in der unmittelbaren Umgebung weitergeben.

Das Smartphone wird so zu einer Informationsplattform der Gegenstände: Dank des offen zugänglichen Eddystone-URL Bluetooth Beacon Formats scannt es die Umgebung und zeigt dem Nutzer alle URLs in der Nähe an, ohne dass dafür eine Software oder App installiert werden muss. Die Grundlage dafür bildet der Standard Android Browser, der seit Anfang 2016 das Physical Web unterstützt. Der ausgespielte Inhalt kann vom Betreiber der Beacons je nach Standort des Nutzers und Tageszeit angepasst werden.

Mit der richtigen Beacon Software lassen sich Inhalte und Kampagnen des Physical Webs einfach anpassen, analysieren und auswerten. Beaconinside hat dazu die Proximity DMP entwickelt. Dank des Partnernetzwerkes mit mehr als 25 Partnern können bereits genutzte Services und Programme so durch Standortdaten angereichert und optimiert werden. Schnittstellen ermöglichen die Bereitstellung der Daten in kundeneigenen CRM- und Marketing-Systemen sowie die Übertragung an Servicedienstleister des Beaconinside Partnernetzwerks wie Gigya, IntelliAd oder Webtrekk.

Wie sich die Technologie in den nächsten Jahren entwickelt

Schon jetzt sind die Einsatzmöglichkeiten von Beacon-Technologien zahlreich. Neue Entwicklungen wie das Physical Web zeigen, dass das Potential noch längst nicht ausgeschöpft ist. Viele Händler und Unternehmen haben Beacons bereits für sich entdeckt und setzen sie vielfältig ein, um Kunden und Mitarbeitern Mehrwerte zu liefern und sich nach außen und innen als fortschrittliches Unternehmen zu präsentieren.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal Marconomy erschienen.

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