Management Statement

Warum bei Digitalisierung ein übergeordneter Geschäftsprozess wichtig ist

| Autor / Redakteur: Claudia Pulfer / Julia Moßner

Cloud-Lösungen setzen sich auch in der Industrie immer stärker durch. Sie dienen als Bindeglied zwischen realer und digitaler Welt.
Cloud-Lösungen setzen sich auch in der Industrie immer stärker durch. Sie dienen als Bindeglied zwischen realer und digitaler Welt. (Bild: GettyImages)

Nur, wenn Unternehmen die digitale Transformation konsequent durchdenken, profitieren sie auch bei Umsatz und Gewinn. Jürgen Pfeifer, Experte für Automatisierungstechnik bei Wago, erklärt im Management Statement, worauf es bei Strategie und Technikeinsatz genau ankommt.

Jürgen Pfeifer ist seit 2001 für Automatisierungsprodukte bei der WAGO GmbH & Co. KG tätig und hat sich das Thema industrielles Internet der Dinge (IIOT) auf seine Fahne geschrieben.
Jürgen Pfeifer ist seit 2001 für Automatisierungsprodukte bei der WAGO GmbH & Co. KG tätig und hat sich das Thema industrielles Internet der Dinge (IIOT) auf seine Fahne geschrieben. (Bild: Wago)

Eine Ihrer Aussagen lautet: „Digitalisierung hat es schon immer gegeben.“ Wie meinen Sie das?

Blicken wir zurück in die 70er Jahre: Bereits damals unterstützen computergestützte Techniken die Facharbeiter. In der metallverarbeitenden Industrie wurden schon vor 50 Jahren Maschinen eingesetzt, mit denen Werkzeugmaschinen automatisch durch Computer und nicht mehr durch manuelle und menschliche Arbeit gesteuert wurden. In den 80er Jahren erleichterten digitale Bedienpanels den Arbeitsalltag eines Facharbeiters. Aufträge wurden über Lochkarten abgewickelt und Magnetkarten digital ausgewertet. Derzeit wachsen Industrie und Internet zusammen. Jede einzelne Maschine kommuniziert zunehmend mit der Cloud; und das zunehmend bidirektional. Die industrielle Produktion verzahnt sich mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik. Und im Zuge der Umsetzung haben wir es heute mit dem Industriellen Internet der Dinge (IIoT) zu tun.

Wie können Unternehmen vom IIoT profitieren?

Wenn wir uns mit IIoT auseinandersetzen, beschäftigten wir uns mit Fragen, die sich um die Absicherung und weitere erfolgreiche Unternehmensentwicklung in einer digitalen und globalen Welt drehen: Wie können Kosten in der Produktion gesenkt werden? Wie lässt sich die betriebliche Effizienz steigern? Wie können Unternehmen Prozesse in Fertigung und Produktion beschleunigen und wie lassen sich neue, zukunftsorientierte Geschäftsmodelle in die Praxis umsetzen?

Jede einzelne Maschine verfügt heute über verschiedene Techniken, Ebenen und Systeme. Während ihres Einsatzes sammelt sie im gesamten Fertigungsprozess viele, wichtige Daten. Diese werden digital in die Cloud übertragen und können dort erfasst und ausgewertet werden. Die Daten und Erfahrungen, die wir aus jeder einzelnen Maschine erhalten, bilden konsolidiert eine wichtige Grundlage für Analysen und für eine solide Produktionsplanung. Das ist eine enorme Bereicherung und Chance für das Unternehmen.

Keine Chance ohne Risiko, oder?

Einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren dabei ist die Interaktion realer Vorgänge mit der digitalen Welt. Cloud-basierte Integrationslösungen fördern in diesem Zusammenhang auch in der Industrie die Flexibilisierung von Herstellungsprozessen. Sie erlauben die effiziente Nutzung produktionsrelevanter Daten und vereinfachen die standortübergreifende Vernetzung globaler Kommunikationsstrukturen.

Auf was müssen Unternehmen besonders achten?

Die digitale Transformation umfasst alle wesentlichen Kernfelder: Vertrieb, Logistik, Personal, Finanzen, Produktion und CRM. Für einige Themen gibt es bereits gute IoT-Lösungen auf dem Markt. Diese werden jedoch leider oftmals als Silo- oder „Stand-alone“-Lösung umgesetzt. Eine Einbindung in den übergeordneten Geschäftsprozess fehlt zumeist komplett. Hinzu kommen dann auch noch Medienbrüche, so dass die Informationen immer wieder manuell von einem System in einem anderen System zur Verfügung gestellt werden müssen. Das mindert die Effektivität und Durchgängigkeit der Geschäftsprozesse erheblich und erhöht die Fehleranfälligkeit durch den Menschen.

Neben dem Sammeln wertvoller und ausreichend vieler Rohdaten ist es für Unternehmen natürlich auch wichtig, diese nutzbar zu machen und weiterzuverarbeiten. Sprich aus den generierten Maschinendaten gilt es, geschäftsrelevante Informationen zu bekommen, die ich dann für Produktionsplanungen und Geschäftsentscheidungen auch verwenden kann.

Mehr zum Thema "Digitalisierung bei Wago" erfahren Sie im Video-Interview mit Christian Sallach, Chief Digital und Chief Marketing Officer von Wago.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45343759 / IoT Szene)