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Cognitive Computing

Das Erwachen der künstlichen Intelligenz

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Wissen, was Menschen wollen

Interessant wird der Einsatz auch in anderen Geschäftsbereichen, etwa im Marketing. Rocket Fuel Inc. ein amerikanisches Unternehmen aus Redwood City, Kalifornien, setzt dabei kognitive Technologie zur Marketingautomatisierung ein. Dabei geht es im Kern vor allem um personalisiertes Ausspielen von Ads, also Werbung, etwa auf sozialen Plattformen, auf dem Smartphone oder über Newsletter.

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Rocket Fuel wolle vorhersagen, was die Menschen beschäftigt, um so ihren Bedürfnissen mit den geeigneten Marketingbotschaften zu begegnen, verrät uns Chief Technology Officer Mark Torrance, der selbst an der Universität Stanford und am MIT an künstlicher Intelligenz geforscht hat. Die dafür nötigen Informationen, also unsere Vorlieben, Einkäufe oder Lieblingsessen, finden sich bereits massenhaft im Internet und werden von den entsprechenden Unternehmen gespeichert. Persönlich identifizierbar machen diese Informationen niemanden, versichert Torrance, private Daten würden nicht erhoben.

Die Aufgabe der künstlichen Intelligenz sei es, nach Mustern in den Nutzerdaten zu suchen. So ist es möglich, User in ein ausgeklügeltes Scoring-System einzuordnen. Rocket Fuel nennt das „Moment Scoring“: Werbung wird automatisiert zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit der richtigen Botschaft ausgespielt. Marketer rechnen dabei oft mit dem Kostenmodell CPA oder Cost per Action. Rocket Fuel reduziere diesen Faktor um das Achtfache, so Torrance.

Einfluss von KI-Systemen wird zunehmen

Für Torrance ist das nichts weniger als die Zukunft des Marketing und in anderen Bereichen: „Ich glaube, dass künstliche Intelligenz und besonders Machine Learning einen großen Einfluss auf viele Industrien haben werden.“ Auch auf die Arbeit der Menschen werde sich das auswirken, gibt Torrance zu bedenken. Menschen würden sich durch die KI neue Arbeit suchen oder auf höherwertige Jobs ausweichen müssen. Die Entwicklung der Technologie nehme dabei immer rasanter zu, so Torrance: „Im Moment ist es sicher schwierig, sich vorzustellen, dass selbstfahrende Systeme irgendwann den Lkwfahrern die Jobs wegnehmen. Aber genau das wird passieren. Und noch vor vier Jahren konnte sich niemand vorstellen, dass selbstfahrende Autos mit der Komplexität des Straßenverkehrs klarkommen würden.“

Auch von Heynitz sieht ähnliche große Veränderungen auf Industrie und Gesellschaft zukommen, wiegelt gleichzeitig aber ab: „Bis wissensbasierte Systeme durchgängig, verlässlich und ohne menschliche Unterstützung arbeiten können, wird noch Zeit vergehen. Schließlich müssen die IT-Lösungen und Systeme erst massentauglich entwickelt, anwendungsorientiert ausgerichtet und durch eine betreuungsintensive Anlaufphase begleitet werden, bevor diese flächendeckend den Menschen ersetzen können.“

Noch stehen kognitive Systeme also ganz am Anfang ihrer Möglichkeiten. Dennoch verändern jetzt schon vorhandene Lösungen die Industrie auf beeindruckende Art und Weise. Unternehmen tun gut daran, sich mit Künstlicher Intelligenz als zukünftig bedeutender Baustein von Industrie 4.0 zu beschäftigen.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal MM MaschinenMarkt erschienen.

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