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Karin Pfeiffer

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Journalistin

Reindustrialisierung

Das Comeback der US-Industrie

| Autor: Karin Pfeiffer

Reindustrialisierung heißt die Lokomotive, die derzeit im Partnerland der Hannover Messe enorm Fahrt in Zukunftsthemen der Automatisierung bringt – im Schlepp Investitionsbedarf. Deutsche Automatisierer bringen sich in den USA bereits in Stellung.

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( Pixabay )

Sie trinken Cola literweise, essen Chips aus Kilo-Trommeln und ihr Konsum von geschätzten 45 Milliarden Burgern jährlich festigt trotz Gürkchen-Zutat ihren Ruf als Fast-Food-Nation: Wer an die Vereinigten Staaten von Amerika denkt, hat meist ein solches Set aus Klischees im Kopf – das Bild des oberflächlichen Scheins. Die USA, das sind auch General Electrics, Rockwell Automation, Cisco, National Instruments, Microsoft & Co. und 17,4 Billionen US-Dollar Bruttoinlandsprodukt, die größte Volkswirtschaft der Welt. Damit stehen die USA für fast ein Viertel der weltweiten Wertschöpfung – und sie kümmert sich intensiv um sie. Ein erstarkter Binnenmarkt, TTIP als politisch flankierte Marschroute, bis vor kurzem extrem preiswerte Energie, mit Fracking gedrückt – das alles mündet in einem Comeback der heimischen Industrie, die nun kräftig in die Zukunft ihrer Fabriken und Fertigungsstrategien investiert. Allein in Forschung und Entwicklung steckt die US-Industrie jährlich rund 230 Milliarden US-Dollar. „Die Wirtschaft der USA spielt seit vielen Jahrzehnten eine führende Rolle“, weiß Dr. Ansgar Kriwet, Vorstand Sales bei der Festo AG & Co. KG, die auf dem US-Markt seit Jahren agiert.

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Drei branchenübergreifende Mega-Trends hat der Verband The Association for Manufacturing Technology (AMT) in der Fabrikautomation und der Prozessindustrie herauskristallisiert: Robotik und Automation, Digitale Fabrik und Additive Fertigung. „Sie prägen die Schwerpunkte bei Forschung und Entwicklung rund um die industrielle Produktion und definieren die Kriterien für die Anschaffung neuer Investitionsgüter“, heißt es in einem Hintergrundpapier von Bosch Rexroth zum Partnerland USA.

Denn dort greift eine Entwicklung, die viele andere befeuert: „Das gegenwärtige Stichwort im dortigen Markt lautet Reindustrialisierung“, erklärt Kriwet. Eine Trendwende in der Dienstleistungs-Ökonomie, angeschoben von US-Präsident Barack Obama, der ihr auf der Hannover Messe wohl auch einiges an Schützenhilfe mitgibt. Schubkraft liefern die Lohnstückkosten in den USA, die heute zu den niedrigsten in den Industrieländern zählen.

Reindustrialisierung löst Investitionsschübe aus

Das führt zu einer Art Doppeleffekt, der die Investitionen aus zwei Richtungen treibt: „Die USA sind im Hinblick auf die Automatisierung ein weit entwickeltes Land“, erklärt Dr. Robert Bauer, Vorsitzender der Sick AG. Dennoch sei die Investition in Automatisierungstechnik sehr hoch, da die USA ihre Produktionskapazitäten aus China rückführen. „Damit bauen sie ihre Industriestruktur wieder auf. Der Rückzug von diesen Produktionsstätten erfolgt nicht mit veralteter, sondern immer mit neuester Technologie.“ Und da kommen neben Sick viele deutsche Automatisierer ins Spiel. Denn offenbar profitieren deutsche Unternehmen im Vergleich zu anderen Ländern am meisten von der Reindustrialisierung der US-Wirtschaft, das ergab eine Studie von Bain & Company.

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