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Expertenbeitrag

Matthias Frühauf

Matthias Frühauf

Regional Presales Manager CEMEA, Veeam Software GmbH

Verfügbarkeit im Internet der Dinge

Damit Ihr Hund an sein Futter kommt

| Autor/ Redakteur: Matthias Frühauf / Redaktion IoT

Je mehr wir uns auf das Internet der Dinge verlassen, desto höher wird der Druck auf Organisationen, die unterbrechungsfreie Verfügbarkeit dieser Dienste sicherzustellen. Sogar bei scheinbar trivialen Geräten können Störungen dazu führen, dass Verbraucher skeptisch gegenüber diesen neuen Technologien werden. Das hat der Fall von PetNet, einem Hersteller von Haustier-Futterautomaten, gezeigt.

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CIOs müssen die Verfügbarkeitslücke schließen
CIOs müssen die Verfügbarkeitslücke schließen
( aitoff / Pixabay )

Die Kosten von IT-Ausfällen

Eine Konsequenz mangelnder Verfügbarkeit sind finanzielle Einbußen. Laut unserem Availability Report kostet der Ausfall einer geschäftskritischen Anwendung deutsche Firmen durchschnittlich rund 53.000 Euro pro Stunde, die Kosten für Datenverluste liegen pro Stunde Ausfall sogar bei 55.000 Euro. Gleichzeitig haben 68 Prozent der IT-Entscheider erkannt, dass Ausfallzeiten das Vertrauen der Kunden in die Organisation und in die Marke schädigen. Während immer mehr Daten in Zukunft in der Cloud gespeichert werden, stellt die Erwartungshaltung nach immer und überall verfügbaren Daten für viele Anbieter und Kunden immer noch eine Herausforderung dar.

Ein triviales und zugleich eindrucksvolles Beispiel ist der Haustier-Futterautomat des kalifornischen Unternehmens PetNet: Das Gerät gibt ferngesteuert eine bestimmte Menge an Tiernahrung aus, wenn die Haustierbesitzer unterwegs sind. Ein Serverausfall führte im Juli 2016 dazu, dass die Futterausgabe nicht richtig funktionierte und so mussten viele Haustiere für einige Stunden hungern. Glücklicherweise dauerte der Ausfall nur zehn Stunden und betraf nur etwa zehn Prozent der PetNet-Kunden. Viele von ihnen beschwerten sich massiv über Twitter und reagierten verärgert auf den Hinweis, dass die betroffenen Besitzer ihre Haustiere während des IT-Ausfalls doch bitte per Hand füttern sollen.

CIOs müssen die Verfügbarkeitslücke schließen

Dies verdeutlicht, wie wichtig Backup- und Disaster Recovery-Lösungen heute sind, um die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen im vernetzten Digitalzeitalter sicherzustellen. Da das Internet der Dinge im Alltag der Verbraucher eine immer wichtigere Rolle einnimmt, sind lange Wiederherstellungszeiten bei einem IT-Ausfall beispielsweise im Gesundheitssektor nicht nur lästig, sondern sogar bedrohlich. Die Wiederherstellung der IoT-Services muss daher bei einem Ausfall höchste Priorität haben. Mit den richtigen Lösungen hätte das Unternehmen die Ausfallzeiten minimieren können – von zehn Stunden auf wenige Minuten.

IT-Administratoren sollten daher regelmäßige Backups und Snapshots durchführen, um diese für eine schnelle Wiederherstellung nutzen zu können. Doch viele Unternehmen setzen veraltete Backup- und Replikationslösungen ein, die den modernen virtuellen und Multi-Cloud-Umgebungen, mit denen viele Organisationen arbeiten, nicht gewachsen sind. Ganz zu schweigen von einer Validierung von Backups, die notwendig ist, um sicherzustellen, dass sich IT-Systeme mit den gespeicherten Daten auch tatsächlich wieder starten lassen.

Aus Sicherheitsgründen sollte der Datentransfer der vernetzten Geräte vor Datenverlusten sowie vor unautorisiertem Zugriff geschützt werden. Hierfür benötigen IT-Verantwortliche eine kontinuierlich arbeitende Security-Lösung und sie müssen das Backup verifizieren, um die Wiederherstellung zu garantieren, und die Daten mit einer angemessenen Verschlüsselung vor fremdem Zugriff schützen.

Verfügbarkeit im Zentrum der IoT-Strategie

Die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen muss aus der Nische in den Fokus der IT-Strategie rücken. Eine gute Backup-Strategie beschreibt die 3-2-1-Regel: Hierbei sollten drei Datenkopien angelegt werden, einmal auf dem aktuellen System und zwei externe Backups. Die Backups sollten auf zwei unterschiedlichen Speichertechnologien lagern, etwa Netzwerkfestplatte und Bandlaufwerk – und eines der Backups ist an einem anderen Ort zu verwahren. Das schützt ganze Unternehmensstandorte vor Ausfällen. Heutige Backup-Architekturen halten sich an diesen 3-2-1-Ansatz, dabei priorisieren sie primäre Speicher für kurzfristige Backup- und Wiederherstellungsvorgänge und erstellen eine redundante Kopie auf einem sekundären Medium.

Fazit

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von IoT-Technologien ist, dass Unternehmen die Verfügbarkeit der Anwendungen und Daten als integralen Faktor bei der Planung und beim Einsatz der IoT-Produkte berücksichtigen. CIOs müssen die zahlreichen neuen Technologien eingehend evaluieren, um eine passende Verfügbarkeitsstrategie zu entwickeln, welche die digitalen Unternehmensziele unterstützt. Organisationen, die Verfügbarkeit in den Mittelpunkt ihrer IoT-Strategie stellen, fördern Innovationen, bauen Vertrauen bei ihren Kunden auf und profitieren von der Digitalisierung. So bekommen auch Haustiere ihr Futter immer zur rechten Zeit.

Über den Autor

Matthias Frühauf

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