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Kritische Infrastrukturen Cyber-Sicherheit: Siemens und NATO vertiefen Zusammenarbeit

| Redakteur: Jürgen Schreier

Der Schutz digitaler Stromnetze ist eine wichtige Verteidigungsaufgabe. Siemens und die NATO setzen deshalb ihre Zusammenarbeit bei Sicherheitstrainings in diesem Bereich fort. Die bei Übungen gewonnenen Erkenntnisse über Angriffe und Schwachstellen ermöglichen innovative Lösungen und sichere Produkte.

Da der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie in Übertragungs- und Verteilnetzen zunimmt, führt die wachsende Zahl an Verknüpfungen zu mehr potentiellen Angriffspunkten in digitalen Stromnetzen.
Da der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie in Übertragungs- und Verteilnetzen zunimmt, führt die wachsende Zahl an Verknüpfungen zu mehr potentiellen Angriffspunkten in digitalen Stromnetzen.
(Bild: Siemens AG)

Siemens Smart Infrastructure und das NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE) wollen unterzeichnet die Zusammenarbeit im Bereich der Cybersicherheit für kritische Infrastrukturen fortzusetzen. Dazu wurde jetzt ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet.

Die vom CCDCOE organisierte jährliche hochrangige Cyber-Verteidigungsübung „Locked Shields“ ist zentral für den gemeinsamen Aufbau von Verteidigungsfähigkeiten. Mit der neuen Vereinbarung intensivieren die beiden Parteien ihre bestehende Zusammenarbeit im Bereich Cyber-Sicherheitstrainings für Stromnetze.

Durch das Training mit der Netzleittechnik Spectrum Power gewinnt Siemens wertvolle Erkenntnisse über mögliche Angriffspunkte. Gleichzeitig kann das Unternehmen neue, sicherheitsrelevante Funktionen oder Protokolle für seine Produkte und Lösungen umfassend testen.

Komplexe Infrastruktur mit verschiedenen Systemen und Anwendungen verteidigen

Mit der Integration von mehr erneuerbaren und dezentralen Energiequellen hat sich in den vergangenen Jahren die Art und Weise, wie Stromnetze betrieben werden, grundlegend verändert. Deutlich zugenommen hat der Bedarf an Netzoptimierung, der Interaktion zwischen den Prosumern und die Anzahl neuer Marktteilnehmer. Da der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie in Übertragungs- und Verteilnetze zunimmt, führt die wachsende Zahl an Verknüpfungen zu mehr potentiellen Angriffspunkten in digitalen Stromnetzen. Folglich hat die Cyber-Sicherheit für Betreiber von Stromnetzen und Regierungsbehörden höchste Priorität.

Seit 2010 findet die von der NATO CCDCOE organisiert jährliche Cyber-Verteidigungsübung „Locked Shields“ statt. Ziel ist es, Cyber-Reaktionsteams für die Verteidigung gegen massive Cyber-Angriffe auszubilden. Siemens arbeitet seit 2017 mit dem NATO CCDCOE zusammen, um Szenarien für Stromnetze in die Verteidigungsübung einzubeziehen.

Dabei umfasst die Übung auch Systeme und Produkte von Siemens wie Spectrum Power oder Fernwirkgeräte des Typs Sicam A8000. Diese helfen dabei, komplexe Szenarien für das Stromnetz mit miteinander verbundenen und voneinander abhängigen Leitstellen und Umspannstationen zu bewältigen. In der Übung müssen die Verteidiger die Verteidigungslinien einer komplexen Infrastruktur mit verschiedenen Systemen und Anwendungen festlegen, die massiven Cyber-Angriffen standhalten sollen, die von einer großen Gruppe von Hackern ausgeführt werden.

Bei NATO-Übungen wertvolle Einblicke in neue Angriffsformen gewinnen

Die Cyber-Sicherheitsexperten lernen bei der Übung beispielsweise, wie die Stromversorgung aufrechterhalten werden kann, während sie Bedrohungen nachgehen, Angriffe melden und das System wiederherstellen. „Locked Shields“ ist eine Gelegenheit, durch Übungen, Schulungen und Zusammenarbeit im Bereich der Cyber-Verteidigungsoperationen zu lernen.

Robert Klaffus, CEO von Siemens Digital Grid sagte: "Stromnetze und alles, was mit ihnen verbunden ist, bilden das Rückgrat moderner Gesellschaften. Sie sind daher attraktive Ziele für Hacker. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Übung Locked Shields sind für die Sicherung und den Schutz von Stromnetzen von entscheidender Bedeutung. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem NATO CCDCEO kann Siemens wertvolle Einblicke in neue Angriffsformen gewinnen und gleichzeitig herausfinden, wie wir den sich verändernden Herausforderungen der Cyber-Sicherheit in digitalen Stromnetzen begegnen können. Diese Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung unseres Portfolios ein.“

Kooperation und den Austausch von Best Practice zu vertiefen

Ein Beispiel für die Erprobung neuer Funktionen im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist das offene Standardkommunikationsprotokoll OPC UA PUB/SUB, das bei vielen (IoT)Internet-of-Things-Anwendungen zum Einsatz kommt.

Oberst Jaak Tarien, Direktor des NATO CCDCEO sagte: „Unsere langfristige Zusammenarbeit mit Siemens bei der Schulung von Cyber-Experten zum Schutz kritischer Infrastrukturen im Allgemeinen und von Stromnetzen im Besonderen war ein wesentlicher Vorteil für die technischen Cyber-Verteidigungsübungen des NATO CCDCOE. Ziel der Vereinbarung ist, die Interaktion zwischen den verschiedenen Akteuren der Cyber-Verteidigung zu stärken sowie die Kooperation und den Austausch von Best Practice zu vertiefen. Dies hebt die Zusammenarbeit auf eine neue Ebene. Unsere Gesellschaften sind auf eine starke und resiliente kritische Infrastruktur angewiesen. Durch die Zusammenarbeit zur Verbesserung der Cyber-Sicherheit mit wichtigen Partnern aus der Industrie wie Siemens Smart Infrastructure entsteht daher ein Mehrwert.“

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