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Freude am Fahren Connected-Car-Markt wächst rasant

Redakteur: Jürgen Schreier

Autos werden immer mehr zu mobilen "Endgeräten". Laut Statista wird das Connected-Car-Marktvolumen (Hardware und Services) bis 2021 stark zunehmen, wobei der Löwenanteil weiterhin auf Connected Hardware entfallen dürfte. 2016 belief sich der Marktumsatz auf 16,1 Milliarden Dollar.

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Auto und Internet werden immer mehr zu symbiotischen Zwillingen.
Auto und Internet werden immer mehr zu symbiotischen Zwillingen.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Autos verwandeln sich im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung zunehmend in mobile Smart-Devices. Als Connected Car wird dabei ein Fahrzeug bezeichnet, das über eine eingebettet SIM-Karte permanent mit dem Internet verbunden ist.

Weltweit wurden 2016 mehr als 10 Millionen Connected Cars zugelassen, sodass 27,2 Millionen Connected Cars auf den Straßen der Welt unterwegs waren. Diese Autos generierten nach Berechnungen des Statistikportals Statista mit Hardware, Infotainment- und Fahrzeug-Services (Safety & Security, Diagnose, Wartung ) ein Umsatzvolumen von 16,1 Milliarden Dollar.

Kräftiges Plus in Europa erwartet

Vorreiter in Sachen vernetztes Autos waren 2016 die USA. 10,2 Millionen Connected Cars auf Amerikas Straßen und Highways repräsentierten einen Umsatz von 5,8 Milliarden Dollar. Bis 2021 soll das Umsatzvolumen um jährlich 25,6 % auf 18,1 Milliarden Dollar steigen. Hinter den USA belegt Europa den zweiten Platz. Dort wurden 2016 rund 5.7 Milliarden Dollar mit Connected-Car-Technologien und -Dienstleistungen erwirtschaftet. Mehr als vier Millionen neu zugelassener vernetzter Autos erhöhten den "Bestand" dieser Fahrzeuge in Europa auf zehn Millionen. Vor dem Hintergrund der EU-Gesetzgebung dürfte die Zahl der Connected Cars bis 2021 auf 80,7 Millionen steigen.

Der weltweite Umsatz mit Connected-Car-Technologie wird bis 2021 gewaltig zunehmen.
Der weltweite Umsatz mit Connected-Car-Technologie wird bis 2021 gewaltig zunehmen.
(Bild: Statista)

Auch in China gewinnt das Thema Connected Cars immer mehr als Relevanz. Laut Statista waren im Reich der Mitte im Jahr 2016 etwa 2,9 Millionen vernetzte Autos unterwegs, die den Ausrüstern einen Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar in die Kassen spülten. Bis 2021 sollen die Umsätze in diesem Segment auf 16,9 Milliarden Dollar zulegen.

Der Löwenanteil der Umsätze entfiel 2016 auf Connected Hardware, insbesondere das Notrufsystem eCall sowie Embedded Telematics. Mit Connected Hardware wurden rund 14,8 Milliarden Dollar umgesetzt, was einem Marktanteil von 92,2 % entsprach. Vor dem Hintergrund einer prognostizierten Wachstumsrate von 37,1 % p.a. wird sich das Umsatzvolumen im Hardwarebereich bis 2021 auf weltweit 71,8 Milliarden Dollar erhöhen.

Infotainment Services legen um fast 50 % zu

Zweitgrößtes Marktsegment stellten im vergangenen Jahr die Infotainment Services dar - einschließlich Navigation, Entertainment und Komfortservices. In diesem Connected-Car-Segment wurde 2016 weltweit ein Umsatz 1,1 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Bei einem durchschnittlichen Wachstum von 49,4 % pro Jahr ist für das Jahr 2021 ein Marktvolumen von 7,9 Milliarden Dollar zu erwarten.

Fahrzeug-Services, wozu unter anderem Themen wie Safety & Security, Diagnose oder Wartung gehören, sind das kleinste Segment des internationalen Connected-Car-Markts. Der Gesamtumsatz lag 2016 bei lediglich 0,19 Milliarden Dollar. Allerdings rechnen die Statista-Experten bei den Fahrzeug-Services mit der höchsten Wachstumsrate aller drei Segmente, nämlich mit 58,5 % im Jahresdurchschnitt. Folglich dürfte das Marktvolumen bis 2021 auf 1,9 Milliarden Dollar steigen.

Der Weltmarkt für Automobilsoftware wird im gleichen Zeitraum auf 11,47 Milliarden US-Dollar wachsen. Das rasanteste Wachstum erfährt dabei mit 11,34 % der Bereich Infotainment und Telematik. In Bezug auf den Umsatz machen derzeit Sicherheitssysteme mit 29 % den größten Anteil aus.

Datenhandling: Neue Allianzen entstehen

Am Connected-Cars-Markt entstehen auch neue, branchenübergreifende Allianzen. So wollen IBM und BMW ab Herbst 2017 bei Connected-Car-Daten zusammenarbeiten. Der IT-Konzern wird dabei sämtliche in Europa anfallenden Daten der Connected Cars von BMW über sein Cloud-System Bluemix verwalten und zusätzliche Dienstleistungen anbieten. 8,5 Millionen Fahrzeuge sind bereits seit Mai 2017 Teil des sogenannten CarData-Programms des Münchner Premium-Herstellers. Toyota und Ford unternehmen vergleichbare Anstrengungen, wobei sich der US-OEM für diesen Zweck ein rund 200 Millionen Dollar teures Data Center bauen lässt.

Den vollständigen Marktreport "Connected Car" von Statista finden unter nachfolgendem Download-Link.

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