Suchen

Home Automation

Comeback: Nokia steigt ins Smart-Home Geschäft ein

| Redakteur: Franz Graser

Nach Atari kündigt ein weiteres Kult-Unternehmen sein Comeback in neuem Gewand an: Der finnische Netzausrüster Nokia hat eine Smart-Home-Lösung angekündigt, die es ermöglichen soll, Dienste rund um das Internet der Dinge in den eigenen vier Wänden zu nutzen. Zielgruppe dieser Lösung sind jedoch nicht direkt Endkunden, sondern Netzbetreiber, die die Dienste dann weiter vermarkten.

Firmen zum Thema

Der Nokia-Campus im finnischen Espoo: Der einstige Mobilfunk-Gigant will sich als Smart-Home-Spezialist neu erfinden.
Der Nokia-Campus im finnischen Espoo: Der einstige Mobilfunk-Gigant will sich als Smart-Home-Spezialist neu erfinden.
(Bild: Bild: Nokia)

Kernstück des Angebots ist ein Smart-Home-Terminal, das als Internet-Router für Computer, Tablets und ähnliche Geräte dienen kann und darüber hinaus als Steuerungszentrale für Sensoren oder Kameras fungiert. Das Gerät mit der etwas sperrigen Bezeichnung 7368 ISAM ONT G240WZ-A unterstützt die drahtlosen Connectivity-Standards WLAN, Z-Wave und Zigbee und erlaubt damit nach Angaben von Nokia den Zugriff auf zwei Drittel aller sogenannten Smart-Devices, die im laufenden Jahr verkauft werden.

Für die Steuerung des Terminals hat Nokia eine Applikation entwickelt, die auf iOS- und Android-Geräten zur Verfügung steht. Ergänzend dazu bringen die Finnen eine Infrastrukturplattform namens IMPACT an den Start, die es ermöglichen soll, bis zu 80.000 unterschiedliche Arten von Smart Devices mit Cloud-Diensten zu verbinden. Das Kürzel IMPACT steht für „Intelligent Management Platform for All Connected Things“. Das System soll Daten sammeln, verdichten und analysieren, sowie umfassende Sicherheitsfunktionen und einen funktionalen Untergrund für Applikationen bereitstellen.

Nokia schätzt, dass Telekommunikationsbetreiber durch Dienste aus dem Smart-Home-Bereich einen zusätzlichen monatlichen Umsatz von zehn bis zwanzig Dollar pro Teilnehmer generieren können. Darüber hinaus gehen die Finnen davon aus, dass durch die Zahl der offerierten Dienste (Telefonie, Video, Internet, Mobile und Smart-Home-Dienste) die Wahrscheinlichkeit des Absprungs der Kunden zu anderen Netzbetreibern sinkt.

Die Fähigkeit, mehrere Protokolle in einem Gerät zu unterstützen, sieht Jonathan Collins, Research Director beim Beratungshaus ABI Research, als wesentlich an: „Es ist absolut notwendig, die Interoperabilität zwischen einer Myriade von Geräten sicherzustellen, wenn Netzbetreiber weiteres Wachstum im IoT-Segment erzielen wollen. Deshalb müssen die Betreiber in den Geräten, die sie anbieten, verschiedene Protokolle unterstützen, darunter Wi-Fi Zigbee und Z-Wave.“

Dass Nokia seine Zukunft vermehrt im sogenannten Internet der Dinge sowie im Smart-Home-Bereich sieht, hatte sich schon in den vergangenen Monaten abgezeichnet. Die Finnen hatten im April die französische Firma Withings erworben, die Fitnessgeräte, aber auch intelligente Geräte für die Gebäudesicherheit herstellt. Im Mai war Nokia außerdem dem Branchenverbund Z-Wave-Alliance beigetreten, der sich die Weiterentwicklung des Smart-Home-Standards Z-Wave zum Ziel gesetzt hat.

Dieser Beitrag erschien zunächst auf unserem Partnerportal Elektronik Praxis

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44112591)