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Automatisierung Cloud Computing beflügelt die mobile Robotik

| Redakteur: Jürgen Schreier

Cloud Computing wird der große Wegbereiter der mobilen Robotik sein und bis 2030 ein Umsatzvolumen von 157,8 Milliarden Dollar generieren. Das prognostiziert ABI Research. Roboterherstellern, Cloud-Betreibern, aber auch Start-ups eröffnen roboterbezogene Dienste interessante Geschäftschancen.

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Die nächste Robotergeneration ist mobil und per Mobilfunk oder WiFi vernetzt.
Die nächste Robotergeneration ist mobil und per Mobilfunk oder WiFi vernetzt.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Obwohl erst im Entstehen begriffen, ist der Wert der Cloud-Infrastruktur für Roboter - und zwar sowohl für die Bereitstellung (einschließlich Entwicklung, Konfiguration und Installation) als auch für den Betrieb (Wartung, Analyse und Steuerung) - von entscheidender Bedeutung.

Mit der Popularisierung der mobilen Robotik in einer Vielzahl von Branchen wird es notwendig werden, die Rechenleistung der Cloud-Infrastruktur zu nutzen, um die riesigen Mengen gesammelter Daten zu speichern und zu verwalten sowie fortgeschrittenere Algorithmen zu trainieren, die zur Steuerung der Roboterkognition eingesetzt werden.

ABI Research, ein globales Beratungsunternehmen für den Technologiemarkt, prognostiziert, dass die roboterbezogenen Dienste, die durch Cloud Computing betrieben werden, bis 2030 ein jährliches Umsatzvolumen von 157,8 Milliarden Dollar erreichen werden.

Cloud Provider und Roboterentwickler arbeiten zusammen

"Seit 1961 sind die meisten kommerziellen Roboter verkabelt oder an eine externe Infrastruktur zur Bewegung gebunden. Die nächste Generation von Robotern wird zunehmend mobil und per Mobilfunk oder WiFi verbunden sein, riesige Datenmengen benötigen, um autonom arbeiten zu können, und ein effektives Management durch Echtzeitmessungen für Leistung, Status und Funktionsfähigkeit benötigen", sagte Rian Whitton, Senior Analyst bei ABI Research.

Mehrere Anbieter von Cloud-Diensten, darunter AWS, Microsoft Azure und Google Cloud, haben begonnen, mit Robotik-Entwicklern zusammenzuarbeiten, während Start-ups wie InOrbit für den ersten größeren Einsatz mobiler Serviceroboter auf Cloud-fähige Operationen abzielen.

"Der Weg der Roboterindustrie von einzelnen Fahrzeugen und Einheiten bis hin zu Flotten und größeren Systemen wird durch ihre breitere Einbindung in das IoT-Ökosystem vorangetrieben. Es wäre jedoch ein Fehler zu behaupten, Roboter würden sich einfach in Geräte, einzelne Sensoren und stationäre Maschinen als Teil des breiteren IoT-Ökosystems einfügen", betont Whitton.

Roboter sind Systeme mit mehreren Sensoren und hochentwickelten Fähigkeiten in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI)/maschinelles Lernen (ML). Es wird erwartet, dass sie sich innerhalb der Welt bewegen und agieren und im Vergleich zu anderen Maschinen riesige Datenmengen erzeugen. "Zu suggerieren, die Cloud allein könne die Rechenleistung für den Betrieb dieser Maschinen bereitstellen, ist naiv, insbesondere während des langsamen Übergangs zu 5G. Wesentlich wichtiger sind anpassungsfähige Edge-Cloud-Systeme vorstellen, wenn es um den Betrieb von Robotern, Datenverarbeitung und Analyse geht", fügt Whitton hinzu.

Hardwaregeschäft allein genügt nicht mehr

Die Möglichkeiten der Cloud-Robotik, definiert als Robotics-as-a-Service (RaaS)- und Software-as-a-Service (SaaS)-Umsatz für den Robotik-Betrieb zusammengenommen, werden von 3,3 Milliarden im Jahr 2019 auf 157,8 Milliarden Dollar im Jahr 2030 anwachsen, was 30 Prozent des Gesamtwerts der Roboterindustrie ausmacht.

Für sich allein genommen stellt dies eine enorme Chance für Start-ups dar, die mit ihren Lösungen Endbenutzern bzw. Betreibern den Zugang und die Verwaltung ihrer ständig wachsenden Roboterflotten erleichtern. Dieses neue Robotik-Ökosystem wird von drei Unterkategorien von Unternehmen dominiert werden,

  • nämlich von Roboterentwicklern, die in der Wertschöpfungskette aufsteigen und zu Lösungsanbietern werden,
  • von Drittanbietern von IoT- und Cloud-Plattformen, die sich auf erstklassige Softwarelösungen konzentrieren,
  • und von Cloud Service Providern (CSPs) wie Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud.

Diejenigen, die sich ausschließlich auf Hardware konzentrieren, werden rasch an Boden verlieren und Partnerschaften eingehen müssen, um Lösungsanbieter zu werden. Ein Beispiel hierfür sind Unternehmen wie Universal Robots und Fetch Robotics, die Software und Wartungsdienste in ihr Angebot aufgenommen haben.

"Der Markt ist derzeit unglaublich im Entstehen begriffen. ABI Research erwartet eine Konsolidierung mit den erfolgreichsten Anbietern von Roboterlösungen und den CSPs, die ihren relativen Einfluss auf den Markt ausbauen, innerhalb des nächsten Jahrzehnts", sagt Whitton. "Cloud Computing stellt die bisher wichtigste horizontale Innovation für die Roboterindustrie dar und wird es weiter ermöglichen, vertikale Innovationen wie Schwarmintelligenz, autonome Mobilität und fortschrittliche Manipulation in großem Maßstab einzusetzen."

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