Virtualisierung

Cloud Computing: 20 ausgewählte Service-Anbieter

| Redakteur: Jürgen Schreier

Traditionell kämpfen Unternehmen seit jeher mit Daten- bzw. Applikationssilos. Nicht selten verschärft die Cloud dieses Problem, weil es dort einen noch viel größeren Strauß an Applikationen, Lösungen und Daten gibt, die miteinander integriert werden müssen.
Traditionell kämpfen Unternehmen seit jeher mit Daten- bzw. Applikationssilos. Nicht selten verschärft die Cloud dieses Problem, weil es dort einen noch viel größeren Strauß an Applikationen, Lösungen und Daten gibt, die miteinander integriert werden müssen. (Bild: Pixabay / CC0)

Immer mehr Unternehmen nutzen Rechenleistungen aus der Cloud. Der Artikel gibt einige praktische Tipps für die richtige Cloud Strategie sowie einen Überblick über ausgewählte Anbieter von Cloud Services.

Bei der Cloud-Nutzung zählt das verarbeitende Gewerbe zu den Top-Anwendern. Zu diesem Schluss gelangt die Studie „Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld“. Auftraggeber ist die Rackspace Germany GmbH. Das Unternehmen bietet Beratung und integrierte Managed Services für Public und Private Clouds, Managed Hosting und Unternehmensanwendungen. Durchgeführt wurde sie vom Marktforschungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC).

59 Prozent der befragten Unternehmen haben demnach bereits Cloud-Lösungen im IoT-Umfeld im Einsatz. Aus gutem Grund: Für die Cloud-Nutzung sprechen für die Mehrheit der Unternehmen die Flexibilität, Agilität und Skalierbarkeit im Betrieb (84 Prozent), die Optimierung der Employee Experience bzw. der Customer Experience (84 Prozent) und die Erhöhung der Kosteneffizienz (83 Prozent). Dabei arbeiten die meisten Unternehmen mit Multi-Cloud-Lösungen, die das Beste aus dem Angebot der jeweiligen Cloud-Anbieter kombinieren.

Damit der Weg in die Multi-Cloud auch reibungslos funktioniert, haben Rackspace und PAC, basierend auf den Erkenntnissen der Studie, vier Handlungsempfehlungen zusammengestellt.

Cloud Computing, das zunächst auf Sicherheitsvorbehalte stieß, wird immer populärer.
Cloud Computing, das zunächst auf Sicherheitsvorbehalte stieß, wird immer populärer. (Bild: KPMG)

1. Eine Multi-Cloud-Strategie formulieren

82 Prozent der befragten Unternehmen setzen zumindest teilweise Private-Cloud-Lösungen ein. Nichtsdestotrotz haben viele aber bereits Public-Cloud-Lösungen unterschiedlicher Anbieter im Einsatz und planen, diese weiter auszubauen. Multi-Cloud-Lösungen vereinfachen vor allem den Zugriff auf IT-Ressourcen und sind je nach Bedarf und Umfang flexibel gestaltbar.

2. Multi-Cloud-Grundlagen schaffen

Steht die Strategie, gilt es die Basis für die Cloud zu schaffen. Ein nachhaltiges Cloud-Konzept umfasst die Planung, Beurteilung, Entwicklung, Migration, Management und Optimierung. Im ersten Schritt sollten Unternehmen ihre komplette IT-Landschaft auf den Prüfstand stellen und sehen, welche Anwendungen tatsächlich wirtschaftlich sind. CIOs sollen heute vor allem Prozess optimieren, Kosten reduzieren und Effizienz gewährleisten. Veraltete IT-Infrastrukturen sind da fehl am Platz. IT-Transformation bedeutet auch einen kulturellen Wandel: Sie bedarf einer ganzheitlichen Neugestaltung der Art und Weise, wie die IT den Geschäftsablauf beeinflusst und unterstützt. Dabei müssen alle Bereiche des Unternehmens, die von den Veränderungen betroffen sind ins Auge gefasst werrden. Dort gilt es dann die Entscheidungsträger zu identifizieren.

Wo kriegt man am meisten für sein Geld? Diese Frage stellt sich natürlich auch beim Thema Cloud Services. Allerdings sind die "Tarife" für die Angebote von AWS, Google und Microsoft Azure derart unterschiedlich strukturiert, dass manuelle Kostenvergleiche fast unmöglich sind. 451 Research hat deshalb kürzlich Artificial Intelligence eingesetzt, um die Preise für diese Cloud-Plattformen zu vergleichen und die günstigsten Optionen für verschiedene Szenarien zu ermitteln. Microsoft kristallisierte sich mit Azure als billigster Anbieter heraus, sofern das Datenvolumen, die Anzahl der Geräte und der gesendeten Nachrichten relativ hoch sind. Bei kleineren IoT-Implemtierungen - weniger als 20.000 Geräte, die durchschnittlich weniger als drei Nachrichten pro Minute mit jeweils weniger als 6 KB senden - ist AWS in mehr als drei Viertel der getesteten Szenarien der günstigste Anbieter. Geht es nur um "billig", wurde Google Cloud von der 451-KI-Engine nicht gefunden.
Wo kriegt man am meisten für sein Geld? Diese Frage stellt sich natürlich auch beim Thema Cloud Services. Allerdings sind die "Tarife" für die Angebote von AWS, Google und Microsoft Azure derart unterschiedlich strukturiert, dass manuelle Kostenvergleiche fast unmöglich sind. 451 Research hat deshalb kürzlich Artificial Intelligence eingesetzt, um die Preise für diese Cloud-Plattformen zu vergleichen und die günstigsten Optionen für verschiedene Szenarien zu ermitteln. Microsoft kristallisierte sich mit Azure als billigster Anbieter heraus, sofern das Datenvolumen, die Anzahl der Geräte und der gesendeten Nachrichten relativ hoch sind. Bei kleineren IoT-Implemtierungen - weniger als 20.000 Geräte, die durchschnittlich weniger als drei Nachrichten pro Minute mit jeweils weniger als 6 KB senden - ist AWS in mehr als drei Viertel der getesteten Szenarien der günstigste Anbieter. Geht es nur um "billig", wurde Google Cloud von der 451-KI-Engine nicht gefunden. (Bild: 451 Research)

3. Services richtig managen oder managen lassen

Eine umfassende Multi-Cloud-Architektur einzurichten und zu managen, erfordert Fachwissen und Erfahrung. Die Multi-Cloud verbindet bestehende Infrastrukturen, Plattformen und Software mit verschiedenen Cloud-Modellen. Sie ausfallsicher und effizient zu managen, ist komplex. Deshalb setzt das Gros der Firmen auf externe Partner.

Das spiegeln die Ergebnisse der Rackspace-Studie wider: Demnach arbeitet knapp die Hälfte der befragten Unternehmen bereits mit einem externen Dienstleister zusammen, 37 Prozent planen dies in den nächsten zwei Jahren, und 18 Prozent diskutieren darüber. Nur wenige Unternehmen können auf entsprechende interne Manpower zurückgreifen. Ein geeigneter Dienstleister bringt Erfahrung und Kenntnis gängiger Cloud-Anbieter wie Amazon Web Service, Google Cloud Platform, OpenStack oder Microsoft Azure mit. Ein weiteres Qualitätsmerkmal externer Dienstleister ist der Service, zu dem ein persönlicher Ansprechpartner und ein Rund-um-die-Uhr-Service ganz selbstverständlich gehören. Das bestätigen auch die Studienergebnisse: Lokale Ansprechpartner und lokale Ressourcen sind für 84 Prozent der kleinen Unternehmen wichtig, sowie für 74 Prozent der großen Unternehmen.

Kleines Cloud-Glossar

Die Private Cloud stellt ihre Services exklusiv für Organisationen zur Verfügung. Im Gegensatz zur Public Cloud ist sie nicht für die Allgemeinheit per Internet zu erreichen. Die Private Cloud kann auf firmeneigenen Rechnern oder durch Dritte gehostet werden und bietet ein hohes Maß an Kontrolle und Sicherheit.

Die Multi Cloud ermöglicht die parallele Nutzung von Cloud-Diensten und -Plattformen mehrerer Anbieter. Sie verhält sich aus Anwendersicht wie eine einzige große Cloud. In der Multi Cloud können mehrere Cloud-Modelle wie die Private oder die Public Cloud integriert sein.

Hyperscaler sind Systeme, die durch Cloud-Computing entstehen, indem sie durch Tausende oder gegebenenfalls Millionen von Servern in einem Netzwerk (Grid Computing) verbunden und erweiterbar sind. Damit ist ein Netzwerk gemeint, das hohe Zugriffe und fluktuierende Nutzung gleichermaßen ausgleichen kann.

4. Auf Erfahrung setzen

Die Wahl von Produkt und Dienstleister fällt nicht immer leicht. One-fits-all wird bei Cloud-Konzepten nicht funktionieren. Einen guten Überblick verschaffen Use Cases und Best Practices sowie die Referenzen der potenziellen Partner. Laut der Rackspace-Studie halten 90 Prozent der befragten Unternehmen Branchen-Know-how für sehr wichtig. Gleiches gilt für 84 Prozent der befragten Unternehmen in Bezug auf entsprechende Zertifizierungen. Die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer erwartet von Dienstleistern langjährige, fundierte Erfahrung mit Managed Services (52 Prozent).

USA versus EU: Was passiert mit den Daten?

Länder regeln den behördlichen Zugriff auf Daten individuell. Unternehmen in den USA beispielsweise sind gemäß dem Patriot Act dazu verpflichtet, Daten auf richterliche oder behördliche Anweisung herauszugeben. Innerhalb der EU hingegen ist die Weitergabe von Daten unter anderem durch das Telemediengesetz sowie durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO, Art. 48) geregelt. Das umfasst sowohl personenbezogene Daten als auch Unternehmensdaten und andere schützenswerte Informationen. Kunden, die auf europäische Cloud-Anbieter mit Server-Standorten in der EU setzen, wähnen sich und ihre Daten daher in guten Händen.

Doch wie verhält es sich, wenn ein US-Unternehmen Server in Europa betreibt oder einen deutschen Cloud-Service-Provider bzw. Cloud-Hosting-Anbieter aufkauft? Was geschieht dann mit den Daten? Gilt hier auch weiterhin die DSGVO? Am 23. März 2018 hat US-Präsident Donald Trump den CLOUD Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act) unterzeichnet. Dieses neue Gesetz erlaubt US-Behörden den Zugriff auf im Ausland gespeicherte Daten – vorausgesetzt die betroffenen Server sind unter der Kontrolle von US-Unternehmen. Konzerne wie Microsoft, die Server in der EU betreiben und eine Herausgabe von Daten bisher unter Berufung auf den Serverstandort außerhalb der USA verweigern konnten, sind nun also eindeutig zur Herausgabe verpflichtet. Datenschutz-Experten sehen hier einen klaren Konflikt mit der DSGVO. Diese verbietet Unternehmen nämlich die Übergabe von in der EU gesicherten Daten ohne Rechtshilfeabkommen. Bei einem Verstoß gegen die Pflichten aus Artikel 48 drohen nach Art. 83 DSGVO empfindliche Bußgelder in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Betroffene US-Unternehmen, die Server innerhalb der EU betreiben, befinden sich vorerst einmal in einer Zwickmühle: Egal, wie sie sich entscheiden, eines von beiden Gesetzen verletzen sie. Wie aber könnten sie die Daten ihrer Kunden trotzdem zuverlässig schützen? Unternehmen, die auf Nummer Sicher gehen wollen, sollten sich demnach für Dienste entscheiden, bei denen auch der Betreiber durch technische Maßnahmen zuverlässig vom Zugriff auf Kundendaten ausgeschlossen ist. Dazu zählen beispielsweise die Versiegelte Cloud der Deutschen Telekom, ucloud von regio IT und iDGARD von Uniscon; mit Uniscons versiegelter Cloud-Plattform als Basis für SaaS-, IoT- und M2M-Angebote zum Beispiel können Unternehmen außerdem alle Arten von sicherheitskritischen Cloud-Anwendungen verwirklichen. Bei der Suche nach geeigneten Diensten können entsprechende Zertifikate helfen, z.B. nach dem Trusted Cloud Datenschutz-Profil für Cloud-Dienste (TCDP).

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Die Zukunft der Cloud

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28.06.18 - Eine aktuelle Studie zeigt: Mehr als jeder fünfte deutsche IT-Entscheider denkt, der Begriff Cloud werde bis 2025 verschwunden sein. Gründe dafür seien insbesondere die Selbstverständlichkeit des Begriffs sowie die Alltäglichkeit der Nutzung. lesen

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