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67. Jahreskongress CIRP: Produktionstechnologen treffen sich in Lugano

Redakteur: Susanne Reinshagen

Industrie-Roboter, künstliche Intelligenz und ähnliche Technologien beflügeln den Maschinenbau. Die weltweit führenden Spezialisten auf diesem Gebiet treffen sich zum Gedankenaustausch in der Schweiz. Vom 20. bis 26. August 2017 findet in Lugano der 67. CIRP-Kongress statt.

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Vom 20. bis 26. August 2017 treffen sich im schweizerischen Lugano Produktionsexperten aus aller Welt beim Kongress der Fachorganisation CIRP.
Vom 20. bis 26. August 2017 treffen sich im schweizerischen Lugano Produktionsexperten aus aller Welt beim Kongress der Fachorganisation CIRP.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Nur wenige wissen, dass gerade die Region Lugano ein wichtiger Industriestandort ist. Daher spielt auch für die Tessiner Wirtschaft die stete Weiterentwicklung der sogenannten "Produktionstechnologien" eine überlebenswichtige Rolle.

Was als Begriff so harmlos klingt, hat eine beträchtliche Auswirkung auf die ganze Gesellschaft. Die computer- und robotergesteuerte Herstellung von Dingen jeglicher Art und ihre immer rasantere Entwicklung führen zunehmend nicht nur zu neuen Formen von Produktions- und Arbeitsabläufen, sondern auch zu Veränderungen in der Arbeitswelt. Bisherige Berufsprofile werden obsolet und durch neue ersetzt.

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Forschung koordinieren und fördern

Nicht minder einflussreich ist daher die Forschung auf dem Gebiet der Herstellung von Waren wie auch von Maschinen. Schon vor Jahrzehnten gelangten die Fachleute zur Einsicht, dass eine möglichst koordinierte Förderung der weltweiten Forschungsaktivitäten und eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft notwendig seien. Also gründeten sie 1951 in Paris eine Organisation namens "Collège international pour la recherche en productique", kurz CIRP. Diese wird heute offiziell als "International Accademy for Production Engineering" umschrieben.

Automatisierung, Robotik, Nachhaltigkeit punkto Umwelt und die Rolle des Menschen in künftigen Produktionsprozessen: Auf diese Themen richten die Forscher laut CIRP-Präsident Yusuf Altintas, Professor für Maschinenbau an der kanadischen University of British Columbia, gegenwärtig ihr besonderes Augenmerk.

"Produktionstechnologien haben viel mit künstlicher Intelligenz zu tun und damit auch mit Robotern. Eines unserer Forschungsteams zählt auf diesem Gebiet zu den Top Ten weltweit", sagt Emanuele Carpanzano, Direktor von der Abteilung für innovative Technologien (DTI) an der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) nicht ohne Stolz. Der Elektroingenieur und Professor für Produktionssysteme ist Chairman des diesjährigen CIRP-Kongresses.

In Carpanzanos Augen ist der Tessiner CIRP-Kongress von großer Bedeutung für die ganze Schweiz, denn die nachfolgenden Versammlungen werden für mindestens 10 oder 15 Jahre nicht mehr hier stattfinden. "Wir müssen also diese Chance des unmittelbaren Wissenstransfers nutzen", betont der DTI-Direktor.

Swissmem-Präsident sieht Image-Gewinn

Derselben Ansicht ist auch Hans Hess, Präsident von Swissmem. Er steht dem Verband der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie vor und wird als Ehrengast beim Luganer Kongress eine Rede halten. Die CIRP sei der wichtigste Fachverband, welcher die Forschung über Produktionstechnologien weltweit fördere, so der Swissmem-Präsident.

Die Schweizer Werkzeugmaschinen-Industrie ist die drittgrößte Europas. Gerade darum ist laut Hess die Gelegenheit, sich innerhalb der eigenen Landesgrenzen auf internationalem Niveau auszutauschen, für hiesige Forscher und Firmenvertreter besonders wertvoll. In den Augen des Swissmem-Präsidenten bedeutet die Durchführung des Kongresses in Lugano zudem einen großen Imagegewinn für die Eidgenossenschaft.

Zusammen mit Hess kommen weitere Deutschschweizer und Romands ins Tessin. Dies sind nebst Sponsoren und Firmenvertretern auch Forscher wie ETH-Professor Konrad Wegener, Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fertigung sowie Co-Chairman der diesjährigen CIRP-Generalversammlung. "Meine Kollegen und ich sparen uns die Vorstellung der wichtigsten Forschungsresultate genau für diesen Kongress auf, um sie dort der Fachöffentlichkeit sowie der Industrie vorzustellen", sagt der ETH-Professor. Auch für ihn existiert weltweit keine wichtigere Organisation und Plattform im Bereich der Fertigungstechnik als die CIRP.

Zudem erwähnt Wegener einen interessanten Umstand: Im Hinblick auf ihre Einwohnerzahl weise die Schweiz überdurchschnittlich viele Industrie-Mitglieder der CIRP auf. "Für die Konferenz haben wir eine umfangreiche Schweizer Sponsorengruppe, die ebenfalls Forschungsergebnisse direkt von der Quelle erhält." Außerdem können laut dem ETH-Professor die Vertreter der Schweizer Industrie in Lugano den Forschern mitteilen, welchen Forschungsbedarf sie haben und was ihre Vorstellungen sind.

Themen des CIRP-Kongress

Äußerst vielfältig sind übrigens die Themenfelder, die während des CIRP-Kongresses zur Sprache kommen. Sie reichen von innovativen Kontrollsystemen für Produktionsprozesse über Hochpräzisions-Fertigungsanlagen bis zur Herstellung von Chirurgie-Robotern sowie zur Interaktion zwischen Maschine und Mensch. Es handelt sich also um eine Bestandsaufnahme und den Austausch der jüngst gewonnen Erkenntnisse über Produktionstechnologien aller Art. Mit anderen Worten: Dank dem CIRP-Kongress finden in Lugano Innovationstage der Branche statt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Schweizer MaschinenMarkt erschienen.

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