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Digitalisierung

Charter of Trust: Verpflichtende Zertifikate für mehr Cybersicherheit

| Redakteur: Jürgen Schreier

Der Siemens-Konzern, Airbus, Allianz, Daimler, IBM, NXP, SGS und die Deutsche Telekom haben eine Charta zur Cybersicherheit unterzeichnet. Gefordert werden dort unter anderem ein eigenes Ministerium sowie verpflichtende, unabhängige Zertifizierungen durch Dritte für kritische IoT-Infrastrukturen.

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"Ein wichtiges Element des digitalen Wandels ist die Glaubwürdigkeit darüber, dass die Sicherheit von Daten und vernetzten Systemen gewährleistet ist", ist Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser überzeugt.
"Ein wichtiges Element des digitalen Wandels ist die Glaubwürdigkeit darüber, dass die Sicherheit von Daten und vernetzten Systemen gewährleistet ist", ist Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser überzeugt.
(Bild: Siemens)

Siemens und acht Partner aus der Industrie haben im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz erstmals eine gemeinsame Charta für mehr Cybersicherheit unterzeichnet. Die von Siemens initiierte "Charter of Trust" fordert verbindliche Regeln und Standards, um Vertrauen in die Cybersicherheit aufzubauen und die Digitalisierung weiter voranzutreiben.

Unterzeichner dieser Charter of Trust sind neben Siemens und der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) Airbus, Allianz, Daimler, IBM, NXP, SGS und Deutsche Telekom. Unterstützt wird die Charta zudem von Chrystia Freeland, der Außenministerin Kanadas und Stellvertreterin für die G7, außerdem die EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, Elżbieta Bieńkowska.

Weitere Partner sind willkommen

"Ein wichtiges Element des digitalen Wandels ist die Glaubwürdigkeit darüber, dass die Sicherheit von Daten und vernetzten Systemen gewährleistet ist", so Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser. "Deshalb müssen wir die digitale Welt sicherer und vertrauenswürdiger machen. Es ist höchste Zeit zu handeln – und zwar nicht jeder alleine, sondern gemeinsam mit starken Partnern, die in ihren Märkten zu den führenden Unternehmen zählen. Dabei sind weitere Partner willkommen, um unsere Initiative weiter zu stärken."

Die Charta zeigt zehn Handlungsfelder für Cybersicherheit auf, in denen Politik und Unternehmen gleichermaßen aktiv werden müssen. Gefordert werden unter anderem

  • die Verankerung der Verantwortung für Cybersicherheit auf höchster Regierungs- und Unternehmensebene zu verankern. Dort soll ein eigenes Ministerium sowie ein Chief Information Security Officer etabliert werden.
  • verpflichtende, unabhängige Zertifizierungen durch Dritte für kritische Infrastrukturen im Internet der Dinge etabliert werden – vor allem dort, wo es zu gefährlichen Situationen kommen kann: z.B. beim autonomen Fahren oder für Roboter in der Produktion, die in Zukunft direkt mit Menschen zusammenarbeiten.
  • die Sicherheits- und Datenschutzfunktionen künftig in Technologien vorzukonfigurieren
  • Regeln zur Cybersicherheit zu einem Teil von Freihandelsabkommen zu machen.

Auch in der Ausbildung und bei internationalen Initiativen erwarten sich die Unterzeichner der Charta mehr Impulse, um Cybersicherheit zu fördern.

Zahl der IoT-Geräte nimmt rasant zu

"Sichere digitale Netzwerke sind die kritische Infrastruktur, die unsere vernetzte Welt untermauert", betont die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland. "Kanada begrüßt die Initiative dieser Schlüsselunternehmen, um einen sichereren Cyberspace zu schaffen. Cybersicherheit wird eine wichtige Rolle in Kanadas G7-Präsidentschaft spielen."

Die Bedrohungen der Cybersicherheit nehmen in einer digitalisierten Welt beständig zu: 2017 waren nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner 8,4 Milliarden vernetzte Geräte in Gebrauch – das sind 31 Prozent mehr als 2016. Bis 2020 sollen es bereits 20,4 Milliarden sein.

Die Charter of Trust im Wortlaut findet sich unter: www.charter-of-trust.com.

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