Cebit 2016

Cebit 2016: „Druckbetankung in digitaler Transformation“

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Die Deutsche Bahn und die Digitalisierung

Weit weniger spektakulär, aber mindestens genaus spannend, waren die Ausführungen von Deutsche-Bahn-Mann Dr. Volker Kefer. Er beleuchtete die Digitalisierungsbemühungen der Deutschen Bahn („Wir wollen uns ein Stück weit verändern)“, redete offen über Schwierigkeiten („Wenn Sie 150 Jahre lang Puffer küssen, dann haben Sie keine Nerd-DNA.") und präsentierte Lösungen wie die Berliner Mind Box, in der junge Startups ein Zuhause finden und genau das Nerd-Gen mitbringen, nachdem die Deutsche Bahn sucht. So entstanden zum Beispiel Apps, mit der sich die Funktionalität von Bahnhofsaufzügen überwachen lässt, oder Lösungen, die Sensoren ankommende Züge wahrnehmen und so das veraltete Schrankensystem der Bahn automatisieren könnten.

Auch brachte Kefer jede Menge Zahlen mit, die verdeutlichen, mit welchen Schwierigkeiten der Konzern bei der Digitalisierung kämpft. So hätte die Bahn etwa 5 Millionen Reisende täglich, 25.000 Zugfahrten und 5400 Bahnhöfe zu überwachen.

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Dazu kommen etwa 70.000 Weichen, die jeweils 40 Stellbewegungen am Tag machen. Wenn auch nur ein Bruchteil davon versagt, kommt das sensible Bahn-Gefüge durcheinander. Hier hilft Big Data: Die mit Sensoren messen die Spannung bei der Aktivierung der Weichen-Elektromotoren, bei Problemen können Abweichungen sofort festgestellt werden. Das bedeutet aber auch etwa 1 Mrd. Datensätze am Tag und langwieriges Umrüsten der Weichen. Bisher hat die Deutsche Bahn es gerade mal geschafft,1000 Weichen zu „digitalisieren“.

Inzwischen stellt die Deutsche Bahn übrigens viele ihrer gesammelten Daten zur freien Verfügung ins Internet. Auch, um damit potentielle neue Anwendungen und Lösungen zu finden.

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