Kommentar

Business Resilienz als entscheidender Faktor für die Zukunft unserer Wirtschaft

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Resilienz als Motor der Business Continuity

Klassisches Effizienzdenken hat sein Ende erreicht, es braucht Modelle, die die Vorstellung von einem endlichen Spiel hinter sich lassen. Auf Effizienz folgt Resilienz, so das Zukunftsinstitut im Whitepaper zur Wirtschaftssituation nach Corona. In der IT spricht man von Ausfallsicherheit, wenn es darum geht, Kosten durch Leerlauf oder Unterbrechungen zu vermeiden. Business Resilienz kann man als Ausfallsicherheitsstrategie des gesamten Unternehmens verstehen. Es ist die Fähigkeit eines Unternehmens, sich bei Geschäftsunterbrechungen schnell anzupassen und so zu reagieren, dass Mitarbeiter und Vermögenswerte geschützt werden, während der Geschäftsbetrieb gleichzeitig auf hohem Niveau aufrechterhalten wird, also die Business Continuity geschützt ist.

Unternehmen, die resiliente Strategien verfolgen, sind im Umgang mit Krisen agil und reagieren flexibel auf vorhersehbare und unvorhergesehene Disruptionen. Einer Studie im International Journal of Information Management zufolge ist es wichtig, dass Business Continuity-Strategien sich nicht ausschließlich auf Werterhaltung, sondern stets auf Wertschöpfung konzentrieren, dabei aber ganzheitlich und strategisch – also resilient – sind. Um das zu gewährleisten, brauchen wir agile Technologien, basierend auf mobilen Lösungen. Nur so kann den Anforderungen unserer Zeit an Firmen, Entscheider und Arbeitnehmer begegnet und entsprochen werden. Remote Work kann Management und Wissensarbeit vor Ausfallverlusten schützen. Garantierte Business Continuity wird zum entscheidenden Kriterium für Flexibilität und die Krisensicherheit eines Unternehmens.

Mensch, nicht Maschine

Dabei müssen wir uns aber auch eingestehen, dass unsere Produktivität trotz all unserer Anstrengungen nicht einfach 1:1 weiter funktioniert, da unsere Gesellschaft, unsere internationalen Netzwerke, die ganze Welt derzeit aus den Fugen gerät. Gerade als Entscheider darf der holistische Blick auf die größeren Kontexte unseres Handelns an diesem Punkt nicht verloren gehen, besonders unsere Arbeitsweisen und das Wohl aller Mitarbeiter betreffend.

Ein Mensch ist kein Werkzeug, das auf Knopfdruck Leistung und Erfolge hervorbringt. Unsere Arbeitswelt fällt derzeit in zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die, die aufgrund von Kurzarbeit und reduziertem Auftragsvolumen Gelegenheit haben, Ängsten und Sorgen durch verstärkte Selbstfindung und kreative Betätigung entgegenzutreten. Diese Feststellung soll jenen, deren Lebensgrundlage durch die einsetzende Rezession bedroht ist, keinesfalls Unrecht tun. Ihnen gegenüber stehen diejenigen, die auch während der Krise ein hohes Arbeitspensum neben ihrem sozialen und emotionalen Stress bewältigen. Zwar sind wir robust und können eine bestimmte Zeit über unser Maß arbeiten, dauerhafte Crunch-Time, ungewöhnliche Arbeitszeiten oder Überstunden hinterlassen aber deutliche Spuren in unserer Psyche oder können sogar zu langwierigen Ausfällen durch Burnout und Krankheit führen. Sicherlich wären wir alle gesünder, kreativer und authentischer, wenn wir uns mehr Freiraum zum kreativen Arbeiten lassen würden. Alles in allem brauchen wir einen intelligenten Arbeitsplatz und eine Neubewertung unserer Produktivität. Unsere Arbeit muss smarter werden, statt komplizierter. IT-Infrastruktur ist einfacher zu managen (in Krisenzeiten, aber auch wenn die IT remote arbeiten muss), wenn es sich um pure SaaS handelt.

Vertrauen ist die neue Währung

Eine wertvolle Erfahrung hat die Krise mit sich gebracht, das Loslassen. Wir mussten alle und müssen weiterhin lernen, vollumfänglich Vertrauen zu haben in die Mitarbeiter im Homeoffice, aber genauso in sich selbst und die eigene Leistung – oder Leistung, die eben nicht immer erbracht werden kann oder muss. Unternehmen und Arbeitgeber haben während der Corona-Krise – wenn auch nicht ganz freiwillig – einen großen Vertrauensvorschuss gegeben und diesen selbst erhalten. Viele Entscheider mussten zum ersten Mal lernen, loszulassen.

Mit Sicherheit haben wir aufgrund der aktuellen Situation alle mehr denn je das entgegengebrachte Vertrauen wertschätzen gelernt und es hat sich gezeigt, dass Vertrauen die Basis von Zusammenarbeit sein sollte und vor allem sein kann.

Inzwischen haben sehr viele Arbeitgeber verstanden, dass Arbeit nicht etwas ist, das man durch reine Anwesenheit sehen und überprüfen kann. Jetzt, da die Wirtschaft wieder aus ihrem erzwungenen, mehrwöchigen Dornröschenschlaf zu erwachen beginnt, müssen wir beim Beweis von Vertrauen und Entscheidungsfähigkeit bleiben und an dem Gelernten wachsen.

* Andrea Trapp arbeitet als Director of Business EMEA und ist Expertin für Change Management.

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