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Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Kommentar Business Resilienz als entscheidender Faktor für die Zukunft unserer Wirtschaft

| Autor / Redakteur: Andrea Trapp* / Sebastian Human

Corona brachte den letzten Beweis dafür, dass unsere Arbeitsweisen schon lange in einer Krise stecken. Nun deutet sich ein Paradigmenwechsel an, dessen Potenzial vielversprechender kaum sein könnte.

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Aus der Krise in eine neue Arbeitsrealität?
Aus der Krise in eine neue Arbeitsrealität?
(Bild: Dropbox)

Mit permanenter Verfügbarkeit trafen wir schon vor Corona im Durchschnitt 35.000 Entscheidungen pro Tag und hetzten durch Business-Tage, in denen sich ein Meeting ans andere reihte. Die Folgen des Virus – dazu gehören Arbeit ausschließlich aus dem Homeoffice, Kinderbetreuung oder das Ringen mit neuen, ungewohnten Tools - stellten das persönliche Zeitmanagement und die Arbeitsabläufe vieler Wissensarbeiter zusätzlich infrage. Für manche Branchen dreht sich jetzt das Hamsterrad noch schneller. Unter erschwerten Bedingungen muss noch viel mehr in kürzester Zeit gestemmt werden. Vielleicht droht die Krise nach der Krise – ein Burnout?

Nach der Lockerung der Quarantäne stellt sich nun vielen die Frage: Welche Änderungen unseres Arbeitslebens haben weit über das Ende der Pandemie hinaus Chancen, zum “neuen Normalzustand” zu werden? Wie sieht die Post-Corona-Ökonomie allgemein aus?

Generation “Post-Corona”

Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich jetzt von der Zäsur, die die Schutzmaßnahmen vor Covid-19 brachte, erholen. Wir sollten diesen Einschnitt nutzen, um für die Zukunft zu lernen und widerstandsfähiger zu werden, denn die nächsten Krisen der Arbeitswelt stehen schon vor der Türe:
Sind die ersten Folgen von Corona abgearbeitet, wird der demographische Wandel des Arbeitsmarktes die nächste tiefe Kerbe schlagen. In den kommenden acht bis zehn Jahren wird die Generation der Babyboomer und damit etwa ein Drittel der Gesellschaft ins Rentenalter eintreten. Das reißt eine riesige Lücke in den Arbeitsmarkt, die von den nachfolgenden Generationen personell nicht geschlossen werden kann. Doch was die Millenials und GenZ an physischer Arbeitskraft nicht wettmachen können, bringen sie an technischem Know-how und Adaptionsfähigkeit mit. Mussten sich die Babyboomer bislang nur alle paar Jahre an Neuerungen wie den PC, das Internet und die Entwicklung des digitalen Arbeitsplatzes gewöhnen, sind die jüngeren Generationen durch ihre quasi angeborene, intuitive Nutzung von Apps, mobilen Geräten, Google oder FaceTime sogenannte Digital Natives. Eine besondere Loyalität zu einem bestimmten Tool oder einer Wall-to-Wall-Infrastruktur gibt es nicht.

Man ist gewohnt, immer wieder neue Anwendungen zu erlernen und die zu nutzen, die gerade dem Trend der Zeit entsprechen oder eben unkompliziert und effektiv einsetzbar sind. eSignature-Lösungen sind ein gutes Beispiel. War die elektronische Vertragsunterzeichnung vor Corona ein nettes Tool, um vor allem international schnell zu rechtsverbindlichen Abschlüssen zu kommen, wurde die kontaktlose digitale Signatur in der Krise unerlässlich. Wer die Vorzüge solcher Tools einmal kennengelernt hat, wird künftig nicht mehr darauf verzichten wollen. Fähige Entscheider tragen Sorge, dass jede und jeder genau die Werkzeuge zum Arbeiten bekommt, mit denen sich der Output hervorbringen lässt, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorstellen. Jedes Unternehmen, das nicht bereit ist, alte Spurrillen zu verlassen, um neue Wege zu beschreiten, wird in den kommenden Jahren des Generationenwandels mit gravierenden Marktnachteilen und fehlendem Unternehmensnachwuchs bestraft werden.

Radikal digital

Wenn uns die Krise eines gelehrt hat, dann die Grenzen und Chancen digitaler Lösungen. Wo möglich, lassen sie uns trotz der Maßnahmen zur sozialen Distanzierung vieles wie zuvor fortsetzen. Die kreative Kaffeepause findet weiter per Slack, Zoom, Teams oder ähnlicher Anwendungen statt, Verträge werden mit praktischen eSignature-Lösungen unterzeichnet, und der papierlose Arbeitsplatz schafft endlich den Sprung von Vision zur Wirklichkeit.
Die meisten dieser Werkzeuge begleiten uns bereits seit vor der Krise, den vollen Umfang ihrer Möglichkeiten lernen wir trotzdem erst jetzt verstehen – eine wichtige Erfahrung, die auch in Zeiten eines normalisierteren Bürobetriebs nützlich sein wird. Wir erlebten einen notgedrungenen Digitalisierungsschub, von dem so lange die Rede war – ob im Bereich der Wirtschaft, aber auch der Bildung oder gar der Behörden.

Schnell war klar, dass trotz der ausgedehnten Diskussionen viele in diesen Prozess hineingestolpert sind und keine klare digitale Geschäftsstrategie verfolgt haben. So ist auch zu erklären, warum es weiterhin enormes Potential gibt, online und offline, lokal und digital miteinander zu verbinden. Ganz langsam kehrt das öffentliche Leben zurück. Und nun entstehen laufend hybride Geschäftsmodelle, die eine gerade beginnende Phase der andauernden Anpassung kennzeichnen.

Wachablösung der Präsenzkultur

Es ist jetzt schon ersichtlich, dass in Zukunft eine individuelle Mischung aus Arbeit im Büro und Remote Work von zuhause oder unterwegs weiterhin gewünscht und auch arbeitsrechtlich abgesichert sein wird. Dropbox beispielsweise setzt die Arbeit aus dem Homeoffice für alle Mitarbeiter weltweit bis September 2020 fort, Facebook und Google bestätigen Remote Work bis Jahresende 2020, Twitter möchte das seinen Mitarbeitern sogar lebenslang ermöglichen.
Covid-19 hat der Präsenzpflicht vielerorts ein Ende gesetzt, auf jeden Fall aber die traditionelle Präsenzkultur stark in Frage gestellt und die Option auf Remote fest in den Post-Corona-Spielregeln vieler Unternehmen verankert. Die Unternehmen, die heute tragfähige Remote Work-Konzepte entwickeln, werden im Kampf um die Talente der Generation Z morgen klar die Nase vorn haben.

Nicht an einem festgelegten Ort arbeiten zu müssen, ist aber nicht nur ein Schlüsselfaktor einer neuen Arbeits- und Zusammenarbeitskultur. Das Wegfallen der täglichen An- und Abfahrt zu Bürogebäuden würde alle Metropolregionen entscheidend entlasten. Zudem ist es ein Leichtes, die positiven Auswirkungen einer dramatischen Reduktion emissionsreicher Geschäftsreisen auf unsere Gesundheit und unsere Umwelt zu errechnen. Bedenkt man, dass es alleine in Deutschland mehr als 12 Millionen Geschäftsreisende im Jahr 2019 gab.

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