Automatisierung Bosch Rexroth eröffnet Innovationszentrum mit Modellfabrik

Redakteur: Stefanie Michel

Bosch Rexroth hat in Ulm sein Kunden- und Innovationszentrum eröffnet. Im Mittelpunkt stehen die Digitalisierung und Elektrifizierung. Wie das zusammenspielt zeigt eine Modellfabrik, die verschiedene Technologien von Bosch Rexroth zusammenführt.

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Das neue Innovations- und Kundenzentrum von Bosch Rexroth soll mit seiner Modellfabrik zeigen, was schon möglich ist und bald möglich sein wird – getreu dem Rexroth-Motto „now. next. beyond.“.
Das neue Innovations- und Kundenzentrum von Bosch Rexroth soll mit seiner Modellfabrik zeigen, was schon möglich ist und bald möglich sein wird – getreu dem Rexroth-Motto „now. next. beyond.“.
(Bild: Stefanie Michel)

Bosch Rexroth hat den Standort Ulm um ein weiteres Gebäude erweitert und ein Kunden- und Innovationszentrum mit großem Testgelände geschaffen. Hier will das Unternehmen seine Fabrikautomation und die Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen in den Mittelpunkt stellen. „In Ulm bringen wir zusammen, was zusammengehört: Kunden und Innovationen. Erfolgreich sind Innovationen nur, wenn sie Herausforderungen von Kunden lösen – sowohl wirtschaftliche als auch beim nachhaltigen Umgang mit Ressourcen“, sagt Rolf Najork, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH mit Verantwortung für den Bereich Industrietechnik und Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, bei der Eröffnung.

Entwickelt werden vor Ort vor allem Produkte mit hohem Software-Anteil, die eine flexible industrielle Fertigung ermöglichen und die Emissionen mobiler Arbeitsmaschinen reduzieren. Die Entwicklungsteams testen neue Produkte und Lösungen erst virtuell und wandeln die Hauptfunktion dann in ein Minimum Viable Product (MVP) um, also ein Basisprodukt ohne vollständig ausgearbeitete Detailfunktionen. Anhand dessen spricht Bosch Rexroth mit Kunden über reale Einsatzmöglichkeiten der Produktidee. Auf Basis von Kundenrückmeldungen wird das Produkt (MVP) weiterentwickelt und es entsteht ein Prototyp. So fließen fortlaufend Erfahrungswerte von Kunden in die Entwicklung ein. „Durch den stetigen Austausch mit unseren Kunden erkennen wir den Innovationsbedarf zuverlässig und zügig. So wollen wir die Anzahl erfolgreicher Produkteinführungen mindestens verdoppeln und schneller auf den Markt bringen“, so Najork.

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Modellfabrik zeigt Digitalisierung und Elektrifizierung in der Fertigung

Ein fester Bestandteil des Kunden- und Innovationszentrums ist die Modellfabrik. Auf rund 500 Quadratmetern demonstriert Bosch Rexroth die Potenziale einer modularen und hoch digitalisierten Fertigung. Beispielsweise lässt sich der Einsatz autonomer Transportsysteme für die Intralogistik auf einem intelligenten Boden, selbstlernender Roboter zur Kommissionierung, oder auch automatischer Produktionsassistenten mit einer sensorgestützten, virtuellen Schutzfunktion live darstellen.

Die Digitalisierung aller Komponenten und Systeme eröffnet Maschinenbauern und Fabrikbetreibern neue Perspektiven: Umfangreiche Softwarefunktionen und auswertbare Daten bilden die Basis für den effizienteren Einsatz von Maschinen in der Fabrik der Zukunft. Dazu werden immer mehr Funktionen von der Hardware in die Software verlagert und die Funktion um einen digitalen Zwilling ergänzt. So kann Bosch Rexroth in der Modellfabrik zeigen, wie sich mit Hilfe von Simulationen Maschinen, Anlagen sowie manuelle Arbeitsplätze optimieren und umstellen lassen. Zukunftsträchtige Ideen werden so unter realitätsnahen Bedingungen getestet.

Die Modellfabrik wird zu einem wichtigen Industrie 4.0-Hub für Bosch. Auch andere Bereiche des Industriegeschäfts, wie beispielsweise Bosch Building Technology, Bosch.IO, Bosch Connected Industry oder Bosch Engineering and Production Services, können dort ihre Soft- und Hardwarelösungen sowie Dienstleistungen integrieren und das Feedback von Kunden zur Weiterentwicklung nutzen.

Zusammenarbeit mit Bosch-Kollegen und Kunden

Im Kunden- und Innovationszentrum sind aktuell rund 200 Mitarbeitende aus 18 Nationen beschäftigt. 25 Prozent davon sind Entwicklerinnen. Bis 2022 soll die Zahl der Mitarbeitenden in Ulm auf 250 anwachsen. Nahezu alle Arbeitsplätze haben einen Bezug zu Elektrifizierung, Digitalisierung und Software.

Das Kunden- und Innovationszentrum ist auf Co-Working ausgelegt: So können zahlreiche Experten aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern wie der Mobilhydraulik oder der elektrischen Antriebstechnik in funktionsübergreifenden Teams mit Kunden zusammenarbeiten. Auch die Kollaboration mit Start-Ups innerhalb der Bosch-Gruppe und im Großraum Ulm soll intensiviert werden. Das Ziel: mehr Innovationen in kürzerer Zeit für die Kunden entwickeln. Insgesamt bietet der Standort deshalb Platz für bis zu 600 Mitarbeiter.

Schulungsräume zum Testen und Lernen

Zum Standort mit mehr als 8.500 Quadratmeter Gebäudefläche gehört auch der Techpark, ein rund 10.000 Quadratmeter großes Außengelände mit Werkstätten und einer Versuchsfläche für elektrisch angetriebene mobile Arbeitsmaschinen. Hier werden auch Kundenveranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden.

Digitalisierung, Vernetzung und IoT prägen die Arbeit in den Fabriken dauerhaft. Das Know-how von Fachkräften muss hiermit Schritt halten. In einer eigenen Akademie bildet Bosch Rexroth Mitarbeiter und Kunden weiter und macht sie fit für Industrie 4.0. Im Innovationszentrum sind dafür Trainingsräume und -systeme eingerichtet. Hier lernen Fachkräfte, wie sich Maschinen und Arbeitsstationen vernetzen lassen und wie aus Daten Mehrwert entsteht, zum Beispiel um die Energieeffizienz in Fabriken zu optimieren.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal MM Maschinenmarkt erschienen.

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