CES-Trends 2018

Bosch: Ohne Smart-City-Technologien werden Städte kollabieren

| Redakteur: Jakob Schreiner

Bis 2020 soll der Markt mit Technologien für die intelligente Stadt ein Volumen von rund 800 Milliarden Dollar erreichen.
Bis 2020 soll der Markt mit Technologien für die intelligente Stadt ein Volumen von rund 800 Milliarden Dollar erreichen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Mit der fortschreitenden Urbanisierung steigen auch die Herausforderungen an das städtische Leben. Für Bosch sind diese Probleme nur mittels Smart-City-Technologien zu lösen, die sie und andere Aussteller auf der diesjährigen CES präsentieren. Daneben zählen aber auch das Smart-Home, die Mobilität sowie AR und VR zu den Trends der Messe.

Laut Bosch droht Städten auf längere Sicht der Kollaps, wenn sie sich auf die steigenden Bewohnerzahlen nicht mittels entsprechender Technologie vorbereiten. „Ohne Intelligenz wird keine Stadt auf Dauer überleben – ihr droht der Kollaps“, sagte Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung am Dienstag auf der CES in Las Vegas(Consumer Electronics Show). Mit Hilfe von Smart-City-Technologien sollen Städte neu gedacht und dadurch „smart und lebenswert“ werden. Bis 2050 sollen rund zwei Drittel der Menschen in urbanen Zentren leben – 2014 war es noch die Hälfte. Nach einer von Bosch in Auftrag gegebenen Studie wächst der Markt mit den Smart-City-Technologien jährlich um 19 Prozent und wird 2020 ein Volumen von 800 Milliarden Dollar (680 Milliarden Euro) erreichen.

Dementsprechend stellt Bosch dieses Jahr das Thema „Smart Cities“ in den Mittelpunkt seiner CES-Präsenz und zeigt seine Ideen für die mit Sensoren ausgestattete Stadt der Zukunft. Die sollen unter anderem dabei helfen, die Luftqualität oder die Parkplatzsuche zu verbessern, ein effizienteres Frühwarnsystem bei Überschwemmungen zu ermöglichen, oder die Stromversorgung größerer Gebäudekomplexe zu optimieren.

Zur smarten Stadt zählen für Bosch aber auch Smart Homes, also vernetzte Häuser und Wohnungen. Laut Bosch sollen 2020 weltweit über 230 Millionen Häuser vernetzt sein – das entspricht rund 15 Prozent aller Haushalte, in denen rund 20 Milliarden miteinander vernetzte Geräte stehen. Der Markt soll bis dahin rund 250 Milliarden Dollar schwer werden. Und nicht nur bei Bosch können Messebesucher mit innovativen und mitunter kuriosen Geräten rechnen. Dazu zählen zum Beispiel ein selbstreinigendes Katzenklo, das über Smartphone Bescheid gibt, wenn der Behälter ausgeleert werden muss, oder verschiedene Beauty-Gadgets wie eine smarte Haarbürste. Digitale Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home spielen auch dieses Jahr wieder eine Hauptrolle. So lassen sich etwa Geräte im Haushalt wie Lampe, Musikanlage, Fernseher, Heizung oder die Dusche per Sprachbefehl steuern.

Neben den Immobilien räumen die Aussteller auch den Mobilen viel Platz ein, denn die Zukunft der Mobilität wird von autonomen und vernetzten Fahrzeugen geprägt sein. In den vergangenen Jahren war Mobilität 4.0 ein Top-Thema auf der CES – 2018 geht es vor allem um die Innenausstattung der Autos von morgen. Dazu werden verschiedene Fahrzeug-Innenraum-Konzepte vorgestellt, die ein neues Fahrerlebnis für Passagiere entstehen lassen sollen. Zum Auto der Zukunft gehören neben der autonomen Fahrweise auch holographische Displays, Popup-Lenkräder und biometrische Sensoren, die die Vitalwerte des Fahrers messen. Wie aus einer Studie des Digitalverbandes Bitkom hervorgeht, sehen in Deutschland zwei Drittel (66 Prozent) Vorteile durch autonome Autos, dazu gehören der bessere Verkehrsfluss, ein geringerer Verbrauch und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

Trendwende: AR löst VR ab

Ein weiterer Trend auf der diesjährigen CES ist die Augmented Reality (AR). Im letzten Jahr zeigte die CES, dass Virtual Reality (VR) keine weit entfernte Zukunftsvision mehr ist. Anders als bei VR wird bei AR der Blick auf die reale Welt wird dabei durch Bilder, Filme oder andere virtuelle Inhalte angereichert. In Zukunft wird der Nutzer demnach weniger auf die Jagd nach animierten Figuren gehen wie beim letzten großen AR-Hype um Pokémon Go, sondern sich die Wettervorhersage oder die aktuellen Nachrichten über eine AR-Brille anschauen, dabei aber anders als bei VR für die Umgebung ansprechbar bleiben.

Die CES findet vom 9. bis 12. Januar in Las Vegas statt und ist eine der weltweit größten und bedeutendsten Tech-Messen. Die Aussteller präsentieren ihre Neuheiten Branchen-Fachleuten, Journalisten und Sparten-Insidern. Veranstalter ist die Consumer Electronics Association (CEA), eine Handelsorganisation für elektronische Konsumprodukte in den USA.

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