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Blockchain-Anwendungen

Blockchain wird das IoT revolutionieren

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„Die Gesundheitsbranche muss Blockchain-Konsortien einrichten, um Partnerschaften zu ermöglichen und Standards für die zukünftige, großflächige Einführung von Anwendungsfällen im Gesundheitswesen zu schaffen”, erläutert F&S-Experte Behera. „Ein auf Blockchain basierendes System trägt zu Innovationen in der medizinischen Forschung bei und bringt neuartige Gesundheitskonzepten wie die Präzisionsmedizin oder das bevölkerungsbezogene Gesundheitsmanagement voran.”

Mit Smart Meter und Blockchain in die dezentrale Energiezukunft

Auch den Energiemarkt könnte Blockchain in absehbarer Zeit gründlich umkrempeln, glauben Fachleute wie Dr. Ansgar Steinkamp, Senior Expert von Open Grid Europe: "Sie könnte es Energie-Erzeugern und -Verbrauchern ermöglichen, den Besitz von Energie direkt auszutauschen, ganz ohne die heute üblichen Zwischenhändler und Intermediäre.

Die Beteiligten könnten dann über die Blockchain direkt miteinander interagieren und mit Strom, Gas und Zertifikaten für erneuerbare Energie handeln.“ Die Blockchain kann dabei als Transaktionstechnologie den Austausch, die Validierung, die Abrechnung und die Dokumentation vereinfachen.

Bastian Wilkat, Digital Strategist beim Oldenburger Beratungsunternehmen BTC Business Technology Consulting AG, verweist darauf, welche Anziehungskraft die Blockchain – besonders im Energiesektor – hat: So gründete sich etwa im Mai 2017 die Energy Web Foundation, um das Anwendungspotenzial der Blockchain zu erforschen. Und im Juni fanden sich 31 Teilnehmer zur Gründung des Bundesverbands Blockchain zusammen.

Auch die ersten Projekte und Machbarkeitsstudien laufen bereits: Der Energiekonzern Vattenfall untersucht zum Beispiel in seinem Projekt, wie man Strom ohne einen zentralisierten Markt handeln kann. TenneT und sonnen sowie Vandebron und IBM testen in zwei Pilotprojekten ein flexibles und dezentrales Grid-Management.

Voraussetzung für den Energiemarkt der Zukunft sind Smart Meter, intelligente Energiezähler, die über das Internet direkt mit einer Blockchain verbunden sind, dort Leistung und Verbrauch erfassen und die Datenbasis für automatisierte Transaktionen liefern. Die Bedingungen und der Ablauf solcher Transaktionen wäre dann in einem Smart Contract festgehalten. Möglich wäre das beispielsweise mit Ethereum, einer Blockchain mit eingebauter Programmiersprache.

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Fehlende Rechtsgrundlagen bremsen Blockchain-Geschäftsmodelle aus

In einem Strom- beziehungsweise Gasmarkt auf Basis der Blockchain-Technologie ließen sich dezentrale Erzeugungsanlagen zudem leicht ans Energienetz anbinden und die Gewinnung erneuerbarer Energien fördern, um die Energiewende zu unterstützen. „Die Blockchain könnte große Umbrüche in der Energiewirtschaft auslösen“, so BTC-Digitalstratege Wilkat. „Damit könnten Verbraucher beispielsweise flexibel ihre Energie aus der jeweils gewünschten Gas- oder Stromquelle beziehen.“ Dank der dezentralen und manipulationssicheren Speicherung der Transaktionsdaten ließen sich so auch Echtheitsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien oder CO2-Zertifikate weitergeben und nutzen.

Allerdings fehlen in Deutschland noch die rechtlichen Rahmenbedingungen. Neue Blockchain-Geschäftsmodelle sind oft nicht kompatibel mit bestehenden Regulierungskonzepten; deshalb sei davon auszugehen, dass Deutschland nicht ganz vorne dabei ist, wenn es um die Entwicklung von Blockchain-basierten Geschäftsmodellen im Energiesektor geht, befürchten Branchenkenner. Länder mit schwächer ausgeprägten regulatorischen Rahmenbedingungen seien hier im Vorteil und könnten das Innovationspotenzial der Blockchain-Technologie für die Energiewirtschaft schneller nutzen.

Eher verhaltenes Interesse im Automobilbereich

Erstaunlich wenig Interesse bringt man in der Automobilindustrie für die Blockchain-Thematik auf. Lediglich ein Drittel der Automobilhersteller und –zulieferer, die der ITK-Verband Bitkom im Vorfeld der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) befragt hat, hat bislang von der Blockchain als Technologie für den Unternehmenseinsatz gehört, Zum Vergleich: Bei Big Data (96 Prozent), 3D-Druck (92 Prozent) oder Internet of Things (73 Prozent) erfreuen sich wesentlich größeren Bekanntheit und werden von der Unternehmen der Automotive-Branche offenbar als relevanter erachtet.

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