Game Changer in der Logistik

Blockchain: treibende Kraft der digitalen Transformation

| Autor / Redakteur: Tanja Rückert / Jürgen Schreier

Zahlreiche Unternehmen - zum Beispiel Reedereien - arbeiten immer noch sehr viel mit physischen Dokumenten. Denn die Prozesse bei Seetransporten sind sehr komplex.
Zahlreiche Unternehmen - zum Beispiel Reedereien - arbeiten immer noch sehr viel mit physischen Dokumenten. Denn die Prozesse bei Seetransporten sind sehr komplex. (Bild: Pixabay / CC0)

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Blockchain ist eine Technologie, die das Potenzial hat, ganze Branchen umzukrempeln. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die noch sehr viel mit physischen Dokumenten arbeiten, beispielsweise Reedereien. Prozesse bei Seetransporten sind sehr komplex und es ist nicht ungewöhnlich, dass Dokumente zur Genehmigung noch gestempelt oder für Zollbeamte in PDF-Format umgewandelt werden.

Papierdokumente werden von Expressdienstleistern von A nach B verschickt – sowohl im eigenen Land als auch international. Gedruckte Dokumente werden noch immer manuell bearbeitet. Dadurch entstehen enorme Kosten, die gesenkt werden könnten und es bietet sich die Chance, beachtliche Effizienzsteigerungen zu erzielen.

Tanja Rückert ist President IoT & Digital Supply Chain bei SAP.
Tanja Rückert ist President IoT & Digital Supply Chain bei SAP. (Bild: Ingo Cordes)

Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts hat Auswirkungen auf bestehende Prozesse: Viele führende Unternehmen integrieren nun vernetzte Technologien in ihre Logistikketten. Sie profitieren so von vorausschauender Wartung, effektiverer Überwachung oder optimalen Vertriebsnetzen. Doch während eine stärkere Vernetzung großartige Möglichkeiten eröffnet, bringt sie auch Herausforderungen mit sich.

Bahnbrechende Fortschritte bei einer neuen Technik sind ohne Verbesserungen in angrenzenden technischen Bereichen oft nicht möglich. So verhält es sich derzeit mit dem Internet der Dinge (IoT). Blockchain hat das Potenzial, bei Transaktionen die erforderliche Geschwindigkeit, Sicherheit und Transparenz sicherzustellen, wenn die Geräte miteinander vernetzt sind.

Im Grunde basiert die Blockchain-Technologie auf einem dezentralen Transaktionsregister, das alle Transaktionsdaten vollständig und präzise speichert, so dass diese nicht kopiert oder geändert werden können. Blockchain ist somit auch eine ideale Lösung zur Gewährleistung von Genauigkeit und Sicherheit bei Seetransporten. Mit der Technologie lassen sich Transaktionsanwendungen erstellen, die Vertrauen und Transparenz schaffen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg zu optimieren.

Der weltweite Seehandel basiert auf einem Netzwerk unterschiedlicher Systeme, verteilt auf Transportunternehmen, Schiffsmakler, Reedereien und Hafenbehörden. Wäre dieser Prozess digitalisiert, wären die beteiligten Unternehmen und Behörden in der Lage, besser zusammenzuarbeiten, der Verwaltungsaufwand wäre geringer, grenzüberschreitende Transporte ließen sich optimieren und Betrugsfälle und Fehler könnten reduziert werden. Mittels Blockchain könnte künftig jeder Schiffscontainer rund um die Welt verfolgt werden. Dieses Tracking würde allen Beteiligten Echtzeit-Informationen über den Container liefern und ihnen helfen, schneller fundierte Entscheidungen zu treffen.

Weil die Datensätze einer Blockchain nicht gelöscht oder geändert werden können, steigt die Sicherheit für alle Beteiligten. Die Informationen innerhalb einer Transaktion bleiben jedoch privat und jeder, der an der Blockchain teilnimmt, kann die Transaktionen und Blöcke innerhalb der Blockchain sehen. Für Anlagen, die per Fernzugriff verwaltet werden, ist dies von entscheidender Bedeutung, da man sich hier nicht auf einen einzelnen Transaktionspunkt verlässt.

Bei all den neuen Technologien wie auch Blockchain, kann dies kein Unternehmen alleine schaffen. Es ist wichtig, Netzwerke aufzubauen und mit Innovationspartnern zusammenzuarbeiten, um potenzielle Anwendungsfälle, Grenzen und Best Practices besser zu verstehen. Dann können Entwickler und Ingenieure gemeinsam an Funktionen und speziellen Anwendungsfällen arbeiten wie beispielsweise IoT-Anwendungsfälle. Außerdem können sie prüfen, ob Anwendungen und mögliche Wertschöpfung den Kundenanforderungen entsprechen.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern möchte SAP standardisierte und breit einsetzbare Anwendungsfälle für Blockchain erstellen, die das IoT, die Fertigung sowie die digitale Logistikkette zusammenbringen. SAP hat kürzlich ein eigenes Netzwerk an Partnern aufgebaut, die bei unserer Blockchain-Entwicklung mitmachen.

Dazu zählen u.a. Capgemini, Deloitte, Grain Corp., HCL Technologies, HERE, Moog, NetApp, PeerNova und Natura Cosmetics. Wir sehen diese Partnerschaften als eine großartige Chance für Wertschöpfung im Blockchain-Bereich. Diese Zusammenarbeit wird uns helfen, die Markteinführungszeit zu verkürzen und den Einsatz von Blockchain-Technologie in unserem gesamten Nutzerkreis zu beschleunigen.

Zukunftsweisende Technologien wie IoT können ohne Unterstützung anderer Technologien wie Blockchain nicht vorankommen. Wenn sie zusammenarbeiten, kann jede einzelne Technologie ihr volles Potenzial entfalten, wie das obige Beispiel aus dem Bereich der Seeschifffahrt zeigt.

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