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Kryptotechnologien

Blockchain sorgt für die Wahrheit im Wein

| Redakteur: Jürgen Schreier

Der Kryptoszene scheint es nicht an Use Cases zu mangeln. So will jetzt ein Norweger mit einer Blockchain-basierten Plattform für mehr Sicherheit und Effizienz beim Handel mit edlen Weinen sorgen. Nach einer Geldspritze soll WiV zur Jahresmitte live gehen

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Derr Handel mit feinen Weinen ist kompliziert Das Blockchain-basierte Portal WiV will mehr Sicherheit und Effizienz in die Transaktionen bringen.
Derr Handel mit feinen Weinen ist kompliziert Das Blockchain-basierte Portal WiV will mehr Sicherheit und Effizienz in die Transaktionen bringen.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Glaubt man einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom, sieht die deutsche Wirtschaft zwar große Chancen in der Blockchain, zögert aber noch, die Technologie im eigenen Unternehmen einzusetzen. Einer der Gründe: fehlende Anwendungsfälle. Da reibt sich der Schreiber dieser Zeilen verwundert die Augen, angesichts der vielen Pressemeldungen, die täglich in unserer Mailbox landen, und mit denen Firmen aus aller Welt ihre neuen Blockchain-basierten Business Cases promoten.

Auch der Weinhandel setzt nun auf die Distributed-Ledger-Technologie. So darf sich WineVault über eine Kapitalspritze aus dem fernen Singapur freuen. WineVault steckt hinter WiV, einer blockkettenbasierten Handelsplattform für edle Weine, die Mitte 2019 "ans Netz" gehen soll. Doch damit nicht genug: Frank Holle, Mitbegründer des Geldgeber Holland Park Capital, verstärkt den Vorstand der norwegischen Blockchain-Firma. Außerdem hat er ein Büro in Singapur eröffnet, um die Präsenz von WiV in Asien zu erweitern.

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Asien - ein lebendiger Markt für feine Weine

"Die zusätzlichen Investitionen und der Beitritt von Frank zu unserem Vorstand stärken uns, wenn wir in die Einführungsphase gehen", freut sich Tommy Nordam Jensen, CEO von WineVault. "Eine formelle Präsenz in Asien ist auch angesichts des lebendigen Marktes für edle Weine in der Region sehr spannend. Wir sind davon überzeugt, dass die Beseitigung von Reibungsverlusten im Weinhandel allen in der Branche zugute kommen wird, unabhängig davon, ob es sich um ein Weingut, einen Négociant, einen Händler oder einen Investor handelt."

Weinhandel soll optimiert werden

Die neue Blockchain-Plattform WiV soll sich nahtlos in die bestehenden Strukturen und Systeme integrieren, jedoch drei Aspekte des Handelsprozesses effizienter machen:

  • Pre-Trade: Jedem Wein-Asset wird ein digitaler WiV Wine Asset Token zugeordnet, der Provenienz und Transaktionshistorie sicher erfasst und speichert.
  • Handel: User von WiV können Geschäfte mit hochwertigen Weinen schnell, transparent, sicher und damit ohne komplizierte Formalitäten an der WiV-Börse ausführen.
  • Post-Trade: Jede Flasche wird an sicheren Orten aufbewahrt und professionell gelagert. Das soll die physische Bewegung der edlen (und teuren) Tröpfchen minimieren - denn feiner Wein lagert gerne ruhig .
Abendveranstaltung: Blockchain in der Schweiz

Die Schweiz ist als Finanzstandort bekannt. Banken und Versicherungen sind, nicht zuletzt seit dem Aufkommen der Kryptowährungen wie Bitcoin, führend in der Einführung und Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie. Aber das Nutzen verifizierter, dezentral lagernder Daten, die sicher und verschlüsselt miteinander verkettet sind, ist kein reines Thema der Finanzbranche.

Mindestens genauso relevant ist Blockchain für die Industrie, etwa bei der Optimierung von Lieferketten oder zunehmender Kooperation über verschiedene Standorte und Kontinente hinweg. Wer Industrie 4.0, Kollaboration, Wertschöpfungsketten und Datensicherheit sagt, der muss auch Blockchain sagen – und investieren. Vorreiter ist hier die Schweiz – dank innovativer Unternehmen und einer gezielten Technologieförderung.

Neben Künstlicher Intelligenz und Robotics sei Blockchain eine Schlüsseltechnologie auch für die Steuerung von Maschinenparks in der industriellen Fertigung. „Beim Internet der Dinge geht es neben Geschwindigkeit und Effizienz vor allem um Vertrauen, Sicherheit und Transparenz. Hier schließt sich auch der Kreis zur Finanzwirtschaft", sagt Claudia Jehle, Leiterin der Investitionsförderung des Swiss Business Hub Germany.

Wer mehr über die Themen Blockchain und die Schweiz erfahren möchte, hat am Donnerstag, den 21. Februar 2019, Gelegenheit dazu. Dann nämlich bietet der Swiss Business Hub Germany eine Abendveranstaltung in Frankfurt am Main an. Weitere Informationen unter www.s-ge.com/de/sbh

Vom Einstieg von Holland Park Capital Capital und Frank Holle erwartet man sich eine Ausdehnung des WiV-Netzwerks über Europa hinaus. Holle bringe viel Erfahrung in das WineVault-Team ein, heißt es, nachdem er in den letzten zwei Jahrzehnten einen erfolgreichen Hedgefonds, Start-up-Unternehmen und eine Risikokapitalgesellschaft aufgebaut habe. Der studierte Wirtschaftsjurist startete seine Berufslaufbahn bei der niederländischen Bank ABN AMRO in Amsterdam und war später als Direktor bei der Investmentfirma Merrill Lynch in London tätig.

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