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Expertenbeitrag

 Daniel Metzger

Daniel Metzger

Regional Vice President for Central, Eastern & Southern Europe bei Hortonworks, Hortonworks

Angewandtes Big Data

Blockchain in der Produktion

| Autor/ Redakteur: Daniel Metzger /

Die Blockchain-Technologie ist keineswegs auf monetäre Transaktionen beschränkt, sondern kann auch in der Fertigung eingesetzt werden, um Prozesse sicherer zu gestalten. Aber inwiefern ist Blockchain für den Einsatz in diesem Bereich geeignet? Der Beitrag geht der Frage nach.

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Die ersten Schritte in die Produktion hat Blockchain bereits hinter sich: Einige Automobilhersteller nutzen die Technologie bereits in ihrer Fertigung.
Die ersten Schritte in die Produktion hat Blockchain bereits hinter sich: Einige Automobilhersteller nutzen die Technologie bereits in ihrer Fertigung.
(www.pixabay.com)

In der Produktion sind, durch das Zusammenspiel verschiedener Zulieferer, mehrere Parteien zugange, die in verschiedene Transaktionen involviert sind. Erfolgt ein Produktionsschritt, kann sein korrekter Abschluss im Netzwerk überprüft werden. Das Ergebnis, die sogenannte Konsensfindung, wird jedem Teilnehmer des Netzwerks übermittelt und so dezentral abgelegt. Um den Produktionsprozess auf IT-Seite zu stören, genügt es somit nicht, eine zentrale Datenbank anzugreifen – die Daten sind an mehreren Punkten verfügbar. Auf diese Weise gewinnt man zusätzliche Sicherheit durch Redundanz der Daten, sogar bei Nutzung unsicherer Übertragungswege.

Die Daten können dabei komplett verschieden beschaffen sein. Einerseits fallen hier die Produktions- oder Messdaten an, andererseits können auch Verträge oder Abkommen mittels Blockchain sicher abgelegt werden. Durch den dezentralen Ansatz werden koordinierende Stellen, die sicherstellen, dass Transaktionen korrekt ablaufen, überflüssig. Das System überprüft sich sozusagen autark.

Big Data prädestiniert für Blockchain

Besonders bei Big-Data-Anwendungen eignet sich die Verwendung von Blockchain, denn hier steht eine enorme Menge an strukturierten und unstrukturierten Daten zur Verfügung. In einem Prozess mit vielen Teilnehmern wäre die zentrale Verwaltung dieser Daten zwar möglich, ein solches System wäre aber auch, weil eben nur ein System, leichter manipulier- und angreifbar als dezentrale Lösungen. Moderne Big-Data-Plattformen können durch ihre Beschaffenheit eben auch genau diese dezentral anfallende Datenbestände sicher verwalten und sind somit eine Grundlage für die Nutzung von Blockchains.

Transparenz ist ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil beim Einsatz von Blockchain. Durch den Wegfall eines zentralen Administrators nehmen die verschiedenen Akteure selbst am Management des Gesamtkonstrukts teil. So ist der Produktionsprozess effizienter, kostengünstiger und besser gegen Manipulationen gewappnet.

Darüber hinaus liefert die Blockchain auch im Anschluss an die Produktion besondere Vorzüge. Bei Verkauf und nach Auslieferung kann durch die Ausgabe eines Blockchain-Zertifikats sowohl die Echtheit des Produkts als auch die ordnungsgemäße Entsorgung nachgewiesen werden. Dies wäre eine Verlängerung der im Produktionsprozess notwendigen Informationsabläufe über die Lebensdauer des Produkts hinaus – zu annehmbaren Kosten – und kann gegenüber dem Käufer als Gütesiegel beworben werden. So kommt eine transparente Lieferkette zustande, die sowohl im Interesse des Herstellers, seiner Zulieferer als auch des Handels ist.

Die ersten Schritte in die Produktion hat Blockchain bereits hinter sich. Namhafte Automobilhersteller haben dieses Prinzip in ihre Fertigung bereits implementiert. Welche Erfahrungen sie damit machen und ob die Blockchain die in sie gesetzten hohen Erwartungen erfüllen kann, muss sich noch zeigen.

Über den Autor

 Daniel Metzger

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Regional Vice President for Central, Eastern & Southern Europe bei Hortonworks, Hortonworks