Sopra Steria kooperiert mit IOTA

Blockchain-Framework soll IoT sicherer machen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Durch die Blockchain-Technologie können Vorteile theoretisch überall dort entstehen, wo ein Austausch von Werten und Daten stattfindet.
Durch die Blockchain-Technologie können Vorteile theoretisch überall dort entstehen, wo ein Austausch von Werten und Daten stattfindet. (Bild: Pixabay / CC0)

Sopra Steria, Anbieter für digitale Transformation, und die gemeinnützige Stiftung IOTA mit Sitz in Berlin bündeln ihre Kompetenzen. Ziel der Partnerschaft ist ein neues Framework, um die Sicherheit von vernetzten Objekten im Internet der Dinge zu optimieren.

Die Verbreitung der Blockchain-Technologie in der Wirtschaft gewinnt an Fahrt. 47 Prozent der für eine neue Studie von Sopra Steria Consulting befragten Unternehmen, die Blockchain kennen, prüfen den Einsatz im eigenen Haus, 21 Prozent arbeiten an Prototypen. Einsatzszenarien sind die schnellere Zahlungs- und Kaufabwicklung sowie das Managen von Identitäten.

Der Mehrheit fehlt es allerdings noch an Erfahrungswerten. Nur sieben Prozent der Fach- und Führungskräfte halten die Technologie aktuell für marktreif. Für rund jeden Zweiten befindet sie sich in einem Experimentierstadium.

Sopra Steria, Anbieter für digitale Transformation, und die gemeinnützige IOTA-Stiftung mit Sitz in Berlin bündeln nun ihre Kompetenzen, um mit einem neuen Blockchain-Framework die Cybersicherheit von vernetzten Objekten zu verbessern.

Die Blockchain-Zukunft hat bereits begonnen

In Deutschland hat sich inzwischen eine Blockchain-Szene mit vielen Startups etabliert. Das Zentrum bildet Berlin. Dort sitzt beispielsweise ein Team von Ethereum, einer Organisation, die eine der derzeit führenden Blockchain-Varianten erfunden hat. Hamburg wird durch seine Nähe zum Handel und zur Logistikbranche als kommende Blockchain-Hochburg für Anwendungen für die Realwirtschaft gehandelt.

Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria Consulting: „Für viele Pioniere hat die Blockchain-Gegenwart bereits begonnen. Wer sich jetzt mit den Auswirkungen auseinandersetzt, wird früher neue Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain-Technologie entwickeln.“
Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria Consulting: „Für viele Pioniere hat die Blockchain-Gegenwart bereits begonnen. Wer sich jetzt mit den Auswirkungen auseinandersetzt, wird früher neue Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain-Technologie entwickeln.“ (Bild: Sopra Steria)

Das Interesse an Blockchain-basierten Anwendungen innerhalb der deutschen Wirtschaft ist entsprechend groß. Die Mehrheit der Unternehmen möchte den Blockchain-Zug nicht verpassen, auch wenn praktische Anwendungen sich erst durchsetzen müssen.

Knapp neun von zehn befragten Unternehmen, die Blockchain kennen, befassen sich mit der Technologie. Der Großteil von ihnen sammelt derzeit vor allem Informationen und tüftelt an möglichen Anwendungsfällen.

„In den vergangenen fünf Jahren hat sich ein Markt entwickelt, und Investoren haben ein steigendes Interesse an Blockchain-Startups. Für viele Pioniere hat damit die Blockchain-Gegenwart bereits begonnen. Wer sich jetzt mit den Auswirkungen auseinandersetzt, wird Hürden schneller überwinden und damit früher neue Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain-Technologie entwickeln“, erläutert Urs M. Krämer, CEO von Sopra Steria Consulting.

Die häufigsten praktischen Anwendungen betreffen Zahlungsprozesse

Ziel der meisten Unternehmen ist, den Umgang mit Geld, Dokumenten, Identitäten und Sachwerten künftig deutlich zu vereinfachen, zu beschleunigen und sicherer zu machen. Die befragten Unternehmen, die Blockchain bereits einsetzen, nutzen die Technologie unter anderem für eine Anwendung in der Zahlungsabwicklung. Befragte Banken und Versicherer vereinfachen zudem ihr Identity Management durch Blockchain und nutzen die Technologie beispielsweise für gesetzliche vorgeschriebene Know-your-customer-Prozesse.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die verbesserte Steuerung von Lieferketten. Über regelbasierte Verfahren auf Basis eines Smart Contracts werden Transportabläufe automatisiert. Das spart Zeit und Kosten. Zudem lassen sich Betrugsrisiken deutlich eingrenzen. Neue Geschäftsmodelle, beispielsweise die Nutzung von Mietgegenständen sowie der Verkauf von Musik und anderer Medien ohne Zwischenhändler sind weitere Anwendungsfelder.

Blockchain wird Geschäfte maßgeblich verändern

„Vorteile können theoretisch überall entstehen, wo ein Austausch von Werten und Daten stattfindet, die durch so genannte geschäftliche Vereinbarungen geregelt sind – also auch in der Arbeit mit Dienstleistern, im Handel, bei Streitfällen sowie bei der Revision und bei Überprüfungen durch Aufsichtsbehörden“,so Mustafa Cavus, Blockchain-Experte von Sopra Steria Consulting.

Trotz fehlender Erfahrungswerte und fehlender technischer sowie rechtlicher Standards sind 61 Prozent der befragten Fach und Führungskräfte sind überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ihre Branche in den kommenden fünf Jahren verändern wird. Es gibt selbst Stimmen, die Blockchain das Potenzial zutrauen, für Transaktionen das zu werden, was das Internet für den Austausch von Informationen ist.

„Viele Einsatzgebiete der Technologie sind derzeit noch gar nicht absehbar. Mit jeder praktischen Anwendung werden Unternehmen auf neue Möglichkeiten stoßen. Das ist sicher eine Parallele zum Internet“, sagt Mustafa Cavus.

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