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 Karin Pfeiffer

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Journalistin

Infrastruktur-Technologie

Blockchain: Enormes Potenzial liegt im IoT

| Autor: Karin Pfeiffer

Offenbar alles andere als nur ein Hype: Für viele Experten hat die Blockchain sogar das Zeug zur Infrastruktur-Technologie. Welches Potenzial steckt in den Blöcken für industrielle Anwendungen? Prof. Dr. Nils Urbach vom Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und Mitgründer des Fraunhofer Blockchain-Labors im Interview.

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Wenn Maschinen miteinander Verträge eingehen, dann könnten Smart Contracts in Blockchains das digitale Vertrauen herstellen.
Wenn Maschinen miteinander Verträge eingehen, dann könnten Smart Contracts in Blockchains das digitale Vertrauen herstellen.
(Bild: Pixabay / CC0)

Die Blockchain-Technologie wird oft mit Kryptowährungen gleichgesetzt. Was macht sie so interessant für industrielle Anwendungen?

Er gilt als Experte des Strategischen Managements und der Digitalen Transformation und sieht in der Blockchain-Technologie großes Potenzial für Industrie 4.0, Smart Factorys & Co: Prof. Dr. Nils Urbach ist Professor für Wirtschaftsinformatik und Strategisches IT-Management an der Universität Bayreuth. Zudem ist er stellvertretender wissenschaftlicher Leiter am Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement (FIM) und der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und Mitgründer des Fraunhofer Blockchain-Labors.
Er gilt als Experte des Strategischen Managements und der Digitalen Transformation und sieht in der Blockchain-Technologie großes Potenzial für Industrie 4.0, Smart Factorys & Co: Prof. Dr. Nils Urbach ist Professor für Wirtschaftsinformatik und Strategisches IT-Management an der Universität Bayreuth. Zudem ist er stellvertretender wissenschaftlicher Leiter am Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement (FIM) und der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) und Mitgründer des Fraunhofer Blockchain-Labors.
(Bild: Fürsteneck Fotografie/Urbach)

Prof. Dr. Nils Urbach: Blockchain wird tatsächlich vielfach erst einmal mit Kryptowährungen gleichgesetzt. Dies ist zunächst nicht überraschend, da die Blockchain-Technologie durch Bitcoin bekannt geworden ist, und es sich bei Bitcoin nach wie vor um eine der wenigen Produktivanwendungen von Blockchain handelt. Nichtsdestotrotz gehen die Anwendungspotenziale von Blockchain weit über die von Kryptowährungen hinaus. Vermutlich liegen sogar außerhalb von Kryptowährungen die deutlich mächtigeren Anwendungsfelder von Blockchain.

Für industrielle Anwendungen kann Blockchain aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften von hohem Interesse sein. Die Nutzung von Blockchain ist immer dann von großem Potenzial, wenn aus Kosten-, Zeit- und/oder politischen Gründen ein Intermediär in einem Prozess umgangen werden kann oder soll. An dieser Stelle kann die Blockchain-Technologie ihre Dezentralität ausspielen.

Des Weiteren kann Blockchain aufgrund der hohen Daten- und Prozessintegrität dann besonders wertvoll sein, wenn eine rückwirkende Unveränderbarkeit der Transaktionen sowie eine exakt vorgegebene Durchführung sinnvoll oder gar erforderlich sind.

Nicht zuletzt kann die Blockchain-Technologie auch dann ihr Potenzial ausspielen, wenn der Einsatz eines Netzwerks an teilnehmenden Knoten, die Prozesse autonom durchführen, sinnvoll oder notwendig ist.

Könnte die Blockchain-Technologie bei der Umsetzung von Visionen zu Industrie 4.0, IoT und Smart Factorys helfen?

Prof. Dr. Nils Urbach: Gerade im Internet der Dinge liegt aus meiner Sicht ein besonderes Potenzial der Blockchain-Technologie, weshalb sie entsprechend auch die Visionen von Industrie 4.0 und Smart Factory unterstützen kann. In diesem Kontext stoßen wir ja sehr häufig auf Anwendungsfälle, in denen Maschinen dezentral und autonom miteinander interagieren und dabei auch werthaltige Informationen miteinander austauschen. An dieser Stelle kann eine Technologie, die wie bereits angesprochen, ohne eine zentrale Instanz in einem dezentralen Netzwerk agiert sowie dabei eine äußerst hohe Daten- und Prozessintegrität aufweist, besonders nützlich sein. Dadurch könnten beispielsweise Pay-per-Use-Modelle deutlich vereinfacht werden. Sogar die aktuell diskutierte Besteuerung von Roboterarbeit ließe sich vergleichsweise einfach abbilden.

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