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Industrie 4.0

Big Data – der neue Rohstoff der Wirtschaft

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Datenbasierte Fakten bringen den Menschen auf den richtigen Weg

Die grosse Masse an Daten im «Internet of Every­thing» braucht beim Transfer immense Bandbreiten. Das gilt auch für die Speicherung. Hinzu kommen die Heterogenität der erfassten unstrukturierten Daten sowie geografisch häufig weit verteilte Datenquellen. «Ein Grossteil der erfassten Daten ist nicht für Analytics nutzbar, aber vor Ort dennoch wertvoll. Oft ist es wirkungsvoller, den praktischen Nutzen in den Vordergrund zu stellen und eine Reaktion im Gerät in Echtzeit zu erreichen – mit dem Ziel, dass das ,Device' seine typischen Zustände lernt und über die Zeit Anomalien selbstständig melden kann. Die mit dieser Art von künstlicher Intelligenz verbundenen Möglichkeiten werden künftig immer öfter eingesetzt», meint IoT-Experte Schaper.

So verarbeiten komplexe Systeme wie Roboter heute immer mehr Daten. Zum Beispiel lernen sie durch einen regelmässigen Abgleich mit vorhandenen Daten das Identifizieren kritischer Abweichungen von den Standards. Im Bedarfsfall können sie sofort reagieren. Trotzdem würden Maschinen den Menschen nicht ersetzen, ist Moritz von Plate, CEO des Predictive-Analytics-Spezialisten Cassantec AG, überzeugt. «Aber sie werden die Art und Weise, wie wir Entscheidungen treffen, enorm beeinflussen. Gerade wenn Ursache und Wirkung bei Problemen nicht eindeutig zuzuordnen sind und Entscheidungsträger vor komplexen Gebilden stehen, können datenbasierte Fakten den Menschen auf den richtigen Weg bringen.»

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Ähnlich sieht es Jörg Hoffmann, Chef des Karlsruher Automatisierungstechnikherstellers Hoffmann Engineering GmbH: «Verfügbarkeit und Forecast in Produktionsanlagen mit vorausschauenden Informationsmodellen werden immer mehr zum Schlüssel für die Produktion und neue Geschäftsmodelle von morgen. Der Aufgabenschwerpunkt der Mitarbeiter in der Produktion optimiert sich in Richtung neuer Unternehmensprozesse mit intelligenter und intuitiver Prozessanalytik.»

Neues Wissen aus dem Datenwust

Und so werden Daten oder datenbasierte Fakten mehr und mehr zu einem Rohstoff, der die Leistungskraft der modernen Wirtschaft bestimmt. Anders als Stahl, Gold oder Kunststoff kann man ihn zwar nicht sehen oder anfassen, was seine Bedeutung und seinen Wert jedoch kaum schmälert. Für Dr. Lothar Baum, Informatiker im neuen Forschungscampus von Bosch in Renningen, steht fest: «Daten sind das neue Öl der Weltwirtschaft.»

Worum es geht, ist, den stetig wachsenden Datenstrom aus vernetzten Fabriken, vernetzten Autos oder vernetzten Produkten richtig zu nutzen – für einen besseren Kundenservice und optimierte Produktionsprozesse und in Konsequenz für mehr Wettbewerbsfähigkeit. «Die Fähigkeit, aus grossen Datenmengen neues Wissen zu generieren, ist eine Schlüsselkompetenz der Zukunft», so Baum weiter, der in Renningen ein Expertenteam leitet, das sich mit der gezielten Auswertung des zunehmenden Datenvolumens (Data Mining) beschäftigt. Konkret erforscht Baum unter anderem Ansätze, wie sich mit Data Mining die vernetzte Industrie optimieren lässt.

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