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Schlaue Mützen, Brillen und Uhren

Bessere Sensorik und Software machen Wearables "tragbarer"

| Redakteur: Jürgen Schreier

Wearables steigern die Produktivität und das Anwender-Know-how ihrer Nutzer, ermöglichen Zugriff auf unbegrenzte Datenmengen und sind Verbindungselemente in Netzwerksystemen. Für eine zunehmende Verbreitung in der Industriesektor sorgen moderne Sensorik und Software.

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Wearables wie Smart Watches, bisher hauptächlich im B2C-Bereich verbreitet, werden immer smarter und damit für den Industrieeinsatz zunehmend interessanter.
Wearables wie Smart Watches, bisher hauptächlich im B2C-Bereich verbreitet, werden immer smarter und damit für den Industrieeinsatz zunehmend interessanter.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Die zunehmende Nutzung von Echtzeitdaten, Monitoring und Rückverfolgung im Produktionsalltag treiben die Entwicklung von Wearable-Technologien im Industriesektor weiter voran. Ob im Fertigungsbereich, in der Logistik, der Energiewirtschaft oder im Gesundheitswesen: Immer häufiger werden Technologien in "tragbare Produkte" integriert. Wearable-Technologien in Mützen, Brillen oder als Uhr bzw. Armband am Handgelenk, die mit moderner Sensorik, Spracherkennung, Sehhilfen oder berührungssensitiver Techniken ausgestattet sind, bieten einen einfachen und schnellen Datenzugriff.

Wearables werden immer leichter und einfacher in der Handhabung

„Entwickler arbeiten derzeit an Wearables, die leichter, bequemer und einfach zu handhaben sind und die mit Hilfe längerer Batterielaufzeit und fortschrittlichen Sensortechnologien die menschliche Ergonomie verbessern und Probleme aufgrund von Ermüdungserscheinungen verringern”, weiß Ranjana Lakshmi Venkatesh Kumar, Research Analyst bei Frost & Sullivan TechVision. „Der Trend hin zur Miniaturisierung und Fortschritte in der Werkstoffentwicklung schaffen die Grundlage für Wearables mit winzig kleinen Sensoren und elektronischen Komponenten, die Teil des menschlichen Körpers selbst sein können.”

Die aktuelle Studie "Wearable Technologies for Industrial Applications" ist Teil des Growth Partnership Service Programms von Frost & Sullivan TechVision. Die Studie ermittelt die bedeutendsten Technologien im Bereich Wearables sowie die Marktteilnehmer in den Anwendungsbereichen Produktion, Montage, Qualitätskontrolle, Warenabholung, Transport sowie Versandterminierung.

Während sich die Einsatzmöglichkeiten für die Geräte schnell immer breiter werden, verhindern jedoch die hohen Investitionskosten und der begrenzte Support von bestehenden Plattformen die Akzeptanz im Industriesektor. Unternehmen stehen zudem den technologischen Möglichkeiten der Geräte, die sich nahtlos in bestehende Arbeitsprozesse integrieren, skeptisch gegenüber. Viele Entwickler haben noch nicht einmal Zugang zu den notwendigen Technologien, um Ergonomik und das Nutzungsumfeld in ihrem Produktdesign berücksichtigen zu können.

Stirnbänder sollen die Gehirnaktivität überwachen

„Im Verlauf der nächsten zwei bis fünf Jahre werden hochdisruptive Entwicklungen im Markt für Wearables erwartet,” ist Analyst Kumar überzeugt. „Die fortschreitende Digitalisierung wird den derzeitigen Industriesektor in eine smarte Industrie mit internen Anwendern und externen Kunden verwandeln, die mit der Lieferkette verbunden sind und durch Mensch-Maschine-Schnittstellen die Produktivität, Nutzersensibilisierung und Arbeitsbedingungen verbessern.”

Der Palette der Wearables, die derzeit im Industriebereich im Einsatz ist, umfasst Smart Watches, Fitness- oder Gesundheitsarmbänder, tragbare mobile Kameras, intelligente Brillen und am Kopf getragene (head-mounted) Displays für Augmented Reality. Andere Technologien mit Potenzial sind Ringsensoren zur Umgebungsüberwachung, elektronische Wearable-Displays auf der Haut und sogar Stirnbänder, die die Gehirnaktivität überwachen, um Konzentration des Trägers zu verbessern oder um einen Entspannungseffekt auszulösen.

Zu den bedeutenden Innovatoren im Markt gehören:

  • Epson, Großbritannien: Epson hat eine superleichte AR-Brille mit einem durchsichtigen, binokularen OLED-Display entwickelt, das sich wie ein "schwebender" Bildschirm im Sichtfeld des Nutzers befindet. Die Sensoren und Prozessoren der Brille nehmen Daten und Informationen aus der Umgebung des Trägers auf und geben diesem dann Empfehlungen wie er z.B. bestimmte Tätigkeiten am besten verrichten kann.
  • ODG (Osterhout Design Group), USA: Bei der intelligenten Brille von ODG handelt es sich um einen mobilen Computer, der aus zwei stereoskopischen HD-Displays besteht, die 80 Bilder pro Sekunde in einem Sichtfeld von 40 Grad darstellen. Die Brille soll in der Industrieproduktion sowie im Gesundheitssektor eingesetzt werden.
  • OptAlert, Australien: Das Unternehmen hat mit Eagle portable ein Gerät zur Beobachtung von Ermüdungserscheinungen entwickelt. Dieses misst die Müdigkeit des Nutzers in Echtzeit auf Grundlage der Pupillenbewegung. Es arbeitet mit einer neuartigen Bluetooth-Technologie mit mehreren Safety Layern, die die Sicherheit des Geräts gewährleisten sollen.

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