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Expertenbeitrag

Harald Zeitlhofer

Harald Zeitlhofer

Technology Strategist, Dynatrace

IoT im (Berufs-) Alltag - Teil 2

Bereits Wirklichkeit: IT-Monitoring für IoT in der Praxis

| Autor/ Redakteur: Harald Zeitlhofer / Redaktion IoT

Das Internet der Dinge ist ein um spezifische Cloud-Plattformen angesiedeltes Technologie-Universum. Die folgenden Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen zeigen, warum IT-Monitoring ein wichtiger Faktor für erfolgreiche IoT-Lösungen ist.

Nur mit IT-Monitoring kann die Kontrolle der Datenmenge und -vielfalt gelingen.
Nur mit IT-Monitoring kann die Kontrolle der Datenmenge und -vielfalt gelingen.
( www.pixabay.com )

Die weitverteilten IoT-Umgebungen entwickeln sich stetig dynamisch weiter. Sie erfassen Unmengen wertvoller Betriebsdaten, mit deren Hilfe es Unternehmen und Entwicklern gelingt, die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen, indem sie Performance-Probleme und Risiken frühzeitig erkennen. Geschäftsentscheidend ist die automatisierte, intelligente Überwachung des gesamten IoT-Ökosystems.

Das IoT-Ökosystem ist ein um spezifische Cloud-Plattformen angesiedeltes Technologie-Universum. (©dynatrace)

Flottenmanagement: Bei Störungen werden Alarmmeldungen ausgelöst. Die erfassten Daten können zur Unfallvermeidung von den Fahrzeugen zu intelligenten Notfallsystemen geschickt werden. Im Ernstfall wird das Fahrzeug daraufhin ferngesteuert stillgelegt. IT-Monitoring garantiert, dass die Geräte ihre Daten rechtzeitig senden und dass die Backend-Services fehlerfrei laufen, um dann im Notfall optimale Entscheidungen treffen zu können.

Öl- und Gasförderung: Hier geht es um die Überwachung von Pipelines mit einer Länge von mehreren Tausend Kilometern sowie um die Erfassung und Verarbeitung von Sensorendaten, die beim Auftreten von Störungen Benachrichtigungen aussenden – z.B. bei Undichtigkeiten oder Energiediebstahl. APM erkennt, ob ein Gerät Daten sendet und empfängt und berichtet über die Stellen, an denen Probleme auftreten.

Produktion: Sensordaten werden in Geräten, die den Produktionsprozess steuern, vorverarbeitet (edge computing), bevor sie zur Auswertung zurückgeschickt werden; regelmäßige Softwareupdates sind für die Verbesserung und Weiterentwicklung dieser Komponenten notwendig. IT-Monitoring liefert die Einsicht in erfolgreiche oder fehlerhafte Softwaredeployments, und verhindert somit die Ausführung magelhaften Codes und die damit verbundenen Fehler und Ausfälle. Eine zeitaufwändige Fehlersuche und –behebung gehört damit der Vergangenheit an.

Smarte Städte und intelligente Stromzähler: Energieeffizienz und beste Ausnutzung der Ressourcen stellen hier die Ziele dar. Das Einschalten von Straßenlaternen oder die richtige Helligkeit wird dabei in Abhängigkeit von den tatsächlichen Bedingungen gesteuert. IT-Monitoring stellt fest, ob einzelne Geräte arbeiten – andernfalls wird gemeldet, welches Problem wo vorliegt und wie es behoben werden kann. Ganz ähnlich ist es bei intelligenten Stromzählern, die in immer mehr Haushalten eingebaut werden. Die Zähler helfen beim Stromsparen, senken die Betriebskosten und sammeln Daten über den Energieverbrauch, die bei künftigen Entscheidungen rund um die Stromversorgung der Haushalte helfen. Mit IT-Monitoring garantieren die Anbieter die Verfügbarkeit dieser Geräte und registrieren sofort außergewöhnliche Ereignisse wie etwa Energiediebstahl oder ungewöhnlich hohen Verbrauch.

Landwirtschaft: IoT in der Landwirtschaft bietet ein extrem breites Spektrum an Anwendungsfällen, wie intelligente Lösungen zur Saatausbringung und Bewässerung, Flottenmanagement inklusive selbstfahrender Geräte, Überwachung der Tiere, die Kenntnis des verbleibenden Tierfutters im Futterbehälter oder Einzelheiten zum Wasserpegel an jeder einzelnen Stelle des Feldes. Mittels IT-Monitoring kann der Anwender Probleme vermeiden und Risiken bei der Viehversorgung oder der Ernte ausschließen. Dabei werden sämtliche Verbindungen und Geräte überwacht, Performance-Berichte erstellt und Ursachen von Abweichungen und Fehlerquellen automatisch ermittelt.

Gesundheitswesen: Empfindliche medizinische Geräte lassen sich automatisiert überwachen, lebenswichtige Systeme werden mit minimalem Aufwand regelmäßig aktualisiert. APM hilft bei der Erkennung von Problemen bezüglich Bereitstellung und Performance bis hinein in die Code-Ebene. Dadurch minimiert es Risiken durch fehlerhafte Auswertungen und sorgt für Arbeitszeit- und Kosteneinsparungen.

Vernetzte Wohnung (Smart Home): Die Kaffeemaschine, die automatisch Bohnen nachbestellt oder informiert, wenn Wartungen anstehen, witterungsangepasste Heizungen und Beleuchtungen, Alarmsysteme, Zugangskontrollen oder individueller Zugang zu Medien sind hier nur einige der bereits sehr vielen bestehenden Einsatzmöglichkeiten. In allen diesen Fällen erfolgt eine Überwachung der korrekten Funktion und Leistungen. IT-Monitoring sorgt für störungsfreie Verbindungen und erkennt im Störungsfall zeitnah sowohl das Problem als auch dessen Ursache.

Einzelhandel: Verbraucher erhalten über ihre mobilen Endgeräte aktuelle Angebote, die sie auf den Besuch im Geschäft vorbereiten. Eine intelligente Auswertung des Käuferverhaltens steuert das Erlebnis und somit die Kundenzufriedenheit beim Einkauf im Supermarkt. Verkaufte Produkte können mit Sensoren ausgestattet werden, um den Kundenservice zu verbessern. Taucht ein Problem auf, so lässt sich automatisch ein Service-Team benachrichtigen, das den Kunden proaktiv kontaktiert oder im Hintergrund unterstützt. Monitoring sorgt für Transparenz an den wichtigen Verbindungspunkten und erkennt, ob das Produkt beim Kunden schnell verfügbar ist.

Wearables: Eine Smart Watch zeichnet Trainingsstrecken auf oder erfasst biometrische Werte, die direkt weitergeleitet werden. Während die Daten, beispielsweise über die Runtastic App, direkt online publiziert werden können, lässt sich andererseits durch die medizinischen Parameter die Behandlung von Patienten verbessern oder Erkrankungen vorbeugen. Sogar Notfälle können erkannt und entsprechende Benachrichtigungen versendet werden. All dies funktioniert nur, wenn die Verbindungen nachweislich störungsfrei arbeiten.

Ein IoT-UFO für die Teamarbeit bei Projekten: Für Unternehmen, die als verteiltes Team arbeiten, stellt ein IoT-UFO ein visuelles IoT-Gerät dar, das den Status eines Projektes auf einen Blick erkennbar macht. Es ist mit den Projektdaten, beispielsweise aus der Softwareentwicklung, verknüpft und kann problemlos an zentral einsehbaren Stellen im Unternehmen montiert werden. Mit einem Ampelsystem zeigt es den Projektfortschritt oder Ausfälle an. DieTeams sehen so auch sofort, ob es Ausfälle gibt, ob Kunden verfügbare Softwareupdates nutzen oder ob bestimmte Firmware-Versionen nicht optimal arbeiten.

IoT-UFO (©dynatrace)

Diese Liste an Beispielen könnte ewig fortgesetzt werden. Die Szenarien und Anwendungen zeigen: Bei IoT geht es nicht um eine einzelne Technologie, sondern vielmehr um ein komplexes Ökosystem bestehend aus Kontaktpunkten zu Mensch und Maschine, die sich über verschiedene Technologien erstrecken. Es entsteht so eine sowohl dynamische als auch komplexe Umgebung, die nur schwer vollständig zu durchblicken ist. Unternehmen können nur von ihren IoT-Lösungen profitieren, wenn sie Echtzeit-Kontrolle und einen umfassenden Überblick über ihre gesamte IoT-Landschaft haben. Die relevanten Daten dazu müssen intelligent aufbereitet werden.

Die traditionell eingesetzte Form der Überwachung mit Hilfe von Dashboards, Reaktion auf Alarmmeldungen und manuell durchgeführter Analyse stößt hier schnell an ihre Grenzen. Die Kontrolle der Datenmenge und -vielfalt kann nur mit IT-Monitoring-Lösungen gelingen, die das gesamte IT-Spektrum, ob in der Cloud, im hauseigenen Rechenzentrum oder bei Serviceprovidern ganzheitlich überwachen. Damit die IT-Administratoren nicht den Überblick verlieren, sind KI und Datenaggregation unumgänglich. Die in Echtzeit auftretenden Milliarden von Ereignissen lassen sich so in einem Format anzeigen, das nicht nur verständlich ist, sondern relevante Einblicke – sortiert nach Priorität – vermittelt. So können Unternehmen die Potenziale von IoT erfolgreich erschließen und den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen!

Über den Autor

Harald Zeitlhofer

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Technology Strategist, Dynatrace