Licht spielt in Zukunft eine größere Rolle in der IoT-Welt

Beleuchtung, die Basis der vernetzten Welt

| Autor: Thomas Moder

Vorteile durch vernetzte Beleuchtung im Handel
Vorteile durch vernetzte Beleuchtung im Handel (Quelle: Zumtobel Group)

Der Trend von integrierten, drahtlosen Sensornetzwerken für den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten (Machine2Machine, M2M), revolutioniert nicht nur die Wertschöpfungsketten von Unternehmen, sondern bietet auch neue Möglichkeiten für Handel, Gebäudemanagement oder Stadtplanung.

Wäre es nicht fantastisch, wenn wir alle Arten von Geräten, mit denen wir täglich zu tun haben, wie z.B. Heizungssysteme, Autos, Klimaanlagen, Haushaltsgeräte, Leuchten, Produktionsmaschinen usw. miteinander vernetzen könnten und diese Geräte dann auch automatisch miteinander kommunizieren würden? Das ist kein Zukunftstraum, sondern zum Teil schon Realität. Aber was sind die Vorteile des sogenannten Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) für Architekten, Gebäudeinhaber/-betreiber und was hat die Beleuchtung mit dem IoT zu tun? Die Industrie für professionelles Gebäudemanagement befindet sich momentan in einem Veränderungsprozess. Beleuchtungs-, Heizungs-, Klima- und andere Gebäudesysteme die bisher zu einem proprietären Netzwerk gehörten, könnten nun durch ein einheitliches Internet basiertes Netzwerksystem verbunden werden. Dadurch werden auch Leuchten zusammen mit ihren Sensoren und Aktoren Teil des IoT Ecosystems. Durch den Abbau von Kommunikationsbarrieren zwischen den Gewerken eines Gebäudes können Kosten gesenkt und Services für neue Geschäftsmodelle durch gemeinsame Datensammlung und Nutzung einfach realisiert werden. Offene internetbasierte Kommunikation ermöglicht zudem eine einfache und zukunftssichere Skalierung.

Bis 2020 werden voraussichtlich 50 Milliarden Geräte weltweit vernetzt sein. All diese Low-Power-Geräte werden zur gleichen Zeit Informationen in einer hohen Übertragungsrate in Vernetzungssysteme senden. Das stellt hohe Ansprüche an die Netzwerkinfrastruktur jedoch auch gleichzeitig eine Chance für die Lichtindustrie dar. Licht ist überall und wird in Zukunft vernetzt sein. Wenn es gelingt, gemeinsame offene Standards zu implementieren und vernetzte Lichtsysteme so zu konstruieren, dass sie Teil dieser Low-Power-Netzwerke werden, dann kann Licht als allgegenwärtige Konstante im IoT die zentrale Rolle der Netzinfrastruktur ermöglichen. Als Netzwerkinfrastruktur bieten sich drahtlose Low-Power-Netzwerke an, die eine einfache Installation von Lichtsteuerung ohne Verkabelungsaufwand ermöglichen und gleichzeitig Zugang für andere Teilnehmer des IoT bieten können.

Einkaufen im Zeitalter der Vernetzung

In der Welt des Handels könnten neue Navigationssysteme, die von der Beleuchtungs-Infrastruktur bereitgestellt werden, unser Einkaufsverhalten völlig verändern. Stellen Sie sich vor, Sie suchen nach einem bestimmten Produkt in einem großen Geschäft. Ihr Smartphone führt Sie schnell und zielsicher durch den Markt. Auf dem Weg zum ersehnten Produkt erhalten Sie über Ihr Smartphone aktuelle Angebote, die Sie interessieren könnten. Beim Produkt angekommen, haben Sie noch eine Frage dazu und halten Ausschau nach einem Verkäufer. Anstatt auf die Suche zu gehen, können Sie mittels einer App auf Ihrem Smartphone nach einem Verkäufer verlangen. Der Verkäufer würde Sie durch die mit dem Lichtsystem vernetzte Tracking Software sofort finden und Ihre Fragen beantworten.

Hier ergeben sich natürlich unendlich viele Möglichkeiten, speziell auch in Bezug auf das Kaufverhalten der Kunden. Ein Ladenbesitzer kann gezielt Waren und Werbung positionieren, Sonderangebote oder verwandte Produkte anbieten sowie detaillierte Informationen über die Produkte zur Verfügung stellen. Im Bereich Shop/Retail profitiert der Betreiber eines Geschäfts besonders von Informationen, die ihm zeigen, welche Waren sich zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ladenplatz am besten verkaufen lassen. Des Weiteren kann der Logistikprozess optimiert werden, sodass sich immer genügend Waren in den Regalen befinden. Dies sind nur einige Beispiele für die Möglichkeiten, die IoT dem Handel eröffnet. Die Integration eines solchen Navigationssystems in ein Lichtsystem ist die ideale Lösung und nutzt alle Vorteile eines vernetzen allgegenwärtigen Systems.

Intelligentes Gebäudemanagement

Ein intelligent vernetztes Lichtsystem kann auch für eine dynamische Veränderung in Gebäuden sorgen. Durch die Vernetzung von Informationen aus Gebäudesensoren wie zum Beispiel Bewegung, Temperatur, Beleuchtung oder Luftfeuchtigkeit kann für die Bewohner oder Gebäudenutzer eine bessere Wohlfühlatmosphäre im Gebäude geschaffen werden. Zudem kann eine maximale Energieeffizienz erzielt werden, was wiederum zu einer Kostenersparnis führt und die Umwelt schont.

Über Präsenzsensoren die Teil des vernetzten Lichtsystems sind, können Daten gesammelt werden, die ein effizienteres Raummanagement (engl. Space Management) innerhalb eines Gebäudes ermöglichen. Facility Manager müssen somit nicht mehr persönlich überprüfen, wie die Räumlichkeiten genutzt werden und sparen dadurch enormen Aufwand und Zeit. Präsenzsensoren für das Management der Besprechungsräume können weitere Vorteile bringen: Mittels einer Verbindung zu einem Raummanagementtool, geben die Sensoren Informationen über die Nutzung der Räume. Findet eine Besprechung beispielsweise kurzfristig nicht statt, kann der Raum wieder freigegeben werden. Werden Besprechungsräume wenig oder gar nicht genutzt, können sie zu Büros umgewandelt oder anderweitig vermietet werden.

Standardisierte Kommunikation

IoT-Geräte sind über drahtlose und drahtgebundene Protokolle wie Ethernet vernetzt, während Computer, Tablets und Smartphones vorwiegend Wi-Fi Standards verwenden. Aufgrund von Standby-Leistungsanforderungen und Größenbeschränkungen, werden andere wesentlich energieeffizientere Übertragungsprotokolle für drahtlose IoT Geräte verwendet. Generell muss sichergestellt werden, dass alle Geräte unabhängig vom Übertragungsweg und Protokoll auf der gleichen Ebene miteinander kommunizieren, um eine industrieübergreifende Kommunikation zu ermöglichen. Dies kann durch die Schaffung offener Standards erreicht werden. Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, dass Installation und Kommissionierung solcher Netze sicher und reibungslos funktionieren.

Tridonic setzt sich stetig dafür ein weltweite Standards zu definieren und entwickelt Lösungen damit vernetzte Beleuchtungslösungen und Lösungen die über Beleuchtung hinaus gehen zur Realität werden. Dafür ist Tridonic in ständigem Austausch mit Leuchtenherstellern, Architekten, Lichtplanern, Elektroplanern, IT-Managern sowie Installateuren und hat seine Entwicklungsaktivitäten intensiviert und zusätzlich in Kalifornien ein IoT-Softwarezentrum gegründet.

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