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Digitale Infrastruktur

Bayern macht Fortschritte beim Breitbandausbau

| Redakteur: Jürgen Schreier

Bezüglich des flächendeckenden Ausbaus mit Glasfaseranschlüssen liegt Bayern mit 11,6 Prozent angeschlossenen Haushalten bundesweit auf dem dritten Platz. Das Mobilfunknetz wird von vielen Unternehmen jedoch als unzureichend empfunden. Dies zeigen Studien der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

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Flächendeckender Glasfaserausbau ist die Voraussetzung für eine performante digitale Infrastruktur.
Flächendeckender Glasfaserausbau ist die Voraussetzung für eine performante digitale Infrastruktur.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur im Freistaat habe in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte gemacht, wobei aber zeitgleich der Bedarf der Unternehmen aufgrund neuer technischer Möglichkeiten und Innovationen sprunghaft angestiegen sei. Das ist das Ergebnis zweier Studien der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, die heute im Rahmen eines Kongresses vorgestellt wurden.

Festnetz: Ländliche Regionen besser versorgt als im Rest Deutschlands

Der Freistaat belegt beim aktuellen Ausbaustand einen Spitzenplatz unter den Bundesländern. So hatten Ende 2018 93,7 Prozent der bayerischen Haushalte Zugang zu einem Anschluss mit mindestens 30 Mbit/s. Den größten Zuwachs hat es mit einem Plus von 10,6 Prozentpunkten gegenüber 2017 in ländlichen Regionen gegeben. Dort liegt die Versorgung aktuell bei 86 Prozent und damit 14,3 Prozentpunkte höher als im Bundesschnitt.

„Die Kombination aus kommunalem Engagement und gezielten Förderprogrammen zeigt Wirkung. Ländliche Regionen im Freistaat sind deutlich besser versorgt als im Rest Deutschlands. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen. Als Basis für eine erfolgreiche digitale Transformation brauchen wir den Quantensprung von Kupfer zu Glasfaser und von LTE zu 5G – und das für alle überall“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker ergänzt: „Die Zahlen bestätigen klar und deutlich, dass unser Bayerisches Breitbandförderprogramm ein absolutes Erfolgsprojekt ist, insbesondere für den ländlichen Raum. Wir dürfen und werden aber nicht stehen bleiben - unser Ziel ist eine gigabitfähige Infrastruktur für alle bayerischen Haushalte bis 2025. Auch Gebiete, in denen zwar schnelles Internet vorhanden ist, aber noch keine Gigabitbandbreiten erreicht werden können, sollen durch solche Anschlüsse auch für die digitale Zukunft fit werden. Erste Pilotprojekte werden seit Januar 2019 bereits umgesetzt. Der Freistaat Bayern ist damit EU-weit Vorreiter.“

Unternehmen mit Mobilfunknetz nicht zufrieden

Beim flächendeckenden Ausbau mit Glasfaseranschlüssen liegt der Freistaat mit 11,6 Prozent angeschlossenen Haushalten bundesweit auf dem dritten Platz. „Bis 2025 muss Glasfaser für alle zur Verfügung stehen. Der zügige Ausbau ist für den Erhalt der Zukunftsfähigkeit unseres Standorts essenziell“, erläutert Brossardt.

Das belegt auch die die aktuelle Analyse des zukünftigen Bedarfs an digitaler Infrastruktur. Demnach sehen 62 Prozent der Unternehmen im Freistaat bei kabelgebundenen Leitungen einen steigenden Bedarf in den nächsten Jahren, doppelt so viele wie noch 2016. „Der Bedarf wächst rasant, da kommt selbst der ambitionierte Ausbau im Freistaat kaum noch hinterher. Ohne die Förderpolitik der bayerischen Staatsregierung würde sich die Lücke immer weiter öffnen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass die Betreibergesellschaften weiter investieren und Kommunen die Förderung nutzen und den Ausbau positiv begleiten“, betont Brossardt.

Beim Thema Mobilfunk geben 85 Prozent der Unternehmen in Bayern an, auf mobile Technik und schnelle Datenverbindungen angewiesen zu sein. 2017 waren es noch 71 Prozent. Erstmals sind aber mehr als die Hälfte der bayerischen Unternehmen unzufrieden mit der Geschwindigkeit der mobilen Datenverbindungen sowie der Netzabdeckung und -verfügbarkeit. Laut Umfrage sehen fast zwei Drittel der Unternehmen bereits Beeinträchtigungen für die eigenen Beschäftigten aufgrund des unzureichenden Mobilfunknetzes.

Andere Länder haben Startvorteile beim Aufbau der 5G-Infrastruktur

vbw-Hauptgeschäftsführer
vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: "Als Basis für eine erfolgreiche digitale Transformation brauchen wir den Quantensprung von Kupfer zu Glasfaser und von LTE zu 5G – und das für alle überall."
(Bild: vbw)

„Die Anforderungen an die Infrastruktur steigen durch neue technologische Möglichkeiten und Innovationen sowie durch die zunehmende Digitalisierung enorm. Vier von fünf Unternehmen erwarten, dass die Relevanz mobiler Technik und schneller Datenverbindungen bis 2023 weiter steigen wird. Die flächendeckende Verfügbarkeit von 4G (LTE) auch als Basis für 5G muss daher jetzt intensiv angegangen werden“, kommentiert Brossardt.

So stehen in 97,4 Prozent aller bayerischen Haushalte mobile Sprachkommunikation und Datenübertragung in Form von LTE zur Verfügung. Im Gegensatz zeigt die Studie aber, dass die Empfangsqualität entlang häufig genutzter Verkehrswege teils große Lücken aufweist. „Mobiles Arbeiten und Kommunizieren muss durchgehend gewährleistet werden. Weiße Flecken darf es nicht mehr geben, das ist nicht mehr zeitgemäß. Wir sind in Bayern auf dem richtigen Weg, müssen diesen aber nun konsequent zu Ende gehen. Vor allem, da die internationale Konkurrenz nicht schläft“, so Brossardt.

Andere Länder, darunter China, Japan, Südkorea und die USA haben deutliche Startvorteile bei dem Bau von Funkstationen, die 5G-Signale senden und empfangen können. „Die Konkurrenz unternimmt erhebliche Anstrengungen, 5G flächendeckend verfügbar zu machen. Wir müssen daher schneller werden, damit wir nicht den digitalen Anschluss verpassen“, erläutert Brossardt.

Kostenloser Download der Studie "Breitbandbedarf der bayerischen Unternehmen 2019 – leitungsgebunden und mobil"

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Bandbreite erschienen.

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