Suchen

Smart City

Autonomes Fahren: Neue 3D-Karten braucht das Land

| Redakteur: Jürgen Schreier

Sollen Fahrzeuge und Roboter in einer smarten Stadt autonom navigieren, sind verlässliche 3D-Daten der Umgebung in Echtzeit unabdingbar. Im Rahmen eines Pilotprojekts entwickelt das Software-Startup Artisense zusammen mit Partnern dafür neuartige 3D-Karten.

Firma zum Thema

Ausschlaggebend für die Projektpartner, das Pilotprojekt in Berlin durchzuführen, sind die Smart-City-Ambitionen der Stadt.
Ausschlaggebend für die Projektpartner, das Pilotprojekt in Berlin durchzuführen, sind die Smart-City-Ambitionen der Stadt.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Damit Fahrzeuge und Roboter in einer vernetzten und intelligenten Stadt autonom navigieren können, müssen verlässliche 3D-Daten der

Umgebung zur Verfügung stehen - und zwar in Echtzeit. Dafür bedarf es neuartiger 3D-Karten, die das Software-Startup Artisense nun im Rahmen eines Pilotprojekts entwickeln wird. Projektpartner sind Bombardier, Siemens sowie der Berliner Recyclingspezialist Alba. Eine Flotte von zehn Fahrzeugen wird ab Januar 2019 im Rahmen des Projekts den Großraum Berlin kartografisch erfassen.

Die Fahrzeuge sind mit einfachen, handelsüblichen Kameras und Sensoren bestückt und kartografieren den öffentlichen Raum in Berlin. Der Schutz von Persönlichkeitsrechten genieße dabei höchste Priorität, so das Konsortium (Mehr unter www.info-3dwelt.de/.

Ziel: eine virtuelle 3D-Karte der Hauptstadt

Till Kästner, COO von Artisense, sagt: „Für die Smart City – die vernetzte Stadt – mit sicheren, autonomen und selbstlernenden Systemen braucht es das Wissen, die Erfahrung und das Zusammenspiel vieler. Wir freuen uns deshalb, mit richtig starken Partnern zusammenarbeiten zu können, um unsere KI-gestützten Produkte in Berlin unter realen Bedingungen testen zu können. Wir wollen dabei helfen, Mobilität neu zu denken, und uns an die Spitze der Entwicklung setzen, wenn es um den künftigen Einsatz autonomer Systeme in der Smart City geht.“

Till Kästner, COO von Artisense: "Für die Smart City – die vernetzte Stadt – mit sicheren, autonomen und selbstlernenden Systemen braucht es das Wissen, die Erfahrung und das Zusammenspiel vieler."
Till Kästner, COO von Artisense: "Für die Smart City – die vernetzte Stadt – mit sicheren, autonomen und selbstlernenden Systemen braucht es das Wissen, die Erfahrung und das Zusammenspiel vieler."
( Bild: Artisense )

Die Vision ist, Maschinen beizubringen, wie Menschen zu sehen. Die Software wandelt dazu die erfassten Kamerabilder und Sensordaten in maschinenlesbare Punktewolken. Als Ergebnis entsteht eine virtuelle 3D-Karte Berlins mit so genannten semantischen Informationen als Grundlage für den täglichen Gebrauch in autonomen Fahrzeugen und anderen Maschinen wie Robotern. Fahrzeuge sollen dann mit den 3D-Daten, die in Echtzeit verarbeitet werden, autonom, sicher und ohne GPS fahren können. Damit wollen Artisense und die Projektpartner den künftigen Standard für KI-gestützte autonome Systeme mitbestimmen.

Um den Schutz von Persönlichkeitsrechten zu gewährleisten, sind nebenbei erfasste Klardaten wie Kfz-Kennzeichen auf verschlüsselten Datenträgern gesichert und werden nach Abschluss des Pilotprojekts wieder gelöscht. Auch etwaige personenbezogene Daten wie Gesichter sind nach der Datenverarbeitung, also etwa in der Punktewolke, nicht mehr erkennbar und wären für die 3D-Karte auch nicht relevant.

Berlin - der perfekte Ort für das Pilotprojekt

Ausschlaggebend für die Projektpartner, das Pilotprojekt in Berlin durchzuführen, sind die Ambitionen der Stadt, die Smart City voranzutreiben. Mit seiner internationalen Gründer- und Startup-Szene ist Berlin außerdem einer der Innovationstreiber in Deutschland und Europa.

Oz Ural, Manager Digitale Innovation & Produktentwicklung bei Bombardier Transportation, sagt: „Für Bombardier steht die Weiterentwicklung sicherer Bahnsysteme im Vordergrund, vor allem was die Hindernis- und Gefahrenerkennung im öffentlichen Raum bzw. im Straßenverkehr angeht. Dabei geht es zum Beispiel um den Einsatz autonomer, KI-gestützter Systeme im Schienenverkehr, etwa um die nächsten Generationen von selbstlernenden Fahrerassistenzsystemen, die bereits heute schon in ausgewählten Bombardier-Straßenbahnen weltweit im Einsatz sind. Diese Systeme sind unabdingbar für das sichere und energiesparende Fahren in den Städten heute und in der Zukunft.“

Carla Eysel, Chief Digital Officer und Mitglied des Leitungsteams von Alba, sagt: „Uns geht es vor allem um die Sicherheit im Straßenverkehr. Wenn Pkw und Lkw, wie beispielsweise unsere Entsorgungsfahrzeuge, sicher navigieren, hat Autonomes Fahren eine große Zukunft.“

Die Artisense-Technologie ermöglicht Navigation autonomer Fahrzeuge ohne GPS, teure Sensoren oder Hardware auf Basis dynamischer 3D-Karten, die in einem Internet-of-Vehicles zusammengeführt werden. Als Spin-off des Lehrstuhls von Prof. Daniel Cremers (Technische Universität München) baut Artisense auf zehn Jahren Forschung und Zusammenarbeit mit führenden OEM, T1 und Technologieunternehmen auf. Artisense hat Standorte in München, Palo Alto und Tokio.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45666775)

InSystems Automation; www.pixabay.com; Pixabay; gemeinfrei; Artisense; ©strichfiguren.de - stock.adobe.com; gemeinfrei - Pete Linforth/Pixabay; Moleskine; Siemens Healthineers; Palo Alto Networks