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Nachgefragt: 3 Experten zu Industrie 4.0 – Teil 1

Automatisierer parshippen und docken für Industrie 4.0 an

| Autor: Sariana Kunze

Bei der Industrie-4.0-Konferenz des ZVEI-Führungskreises Industrie 4.0 wurden Mitte Dezember neuste Entwicklungen und Projekte den über 110 Teilnehmern präsentiert – u.a. openAAS (open Asset Administration Shell) für die gemeinsame Ausgestaltung der Verwaltungsschale und LNI 4.0 (Labs Network I4.0), ein Testzentren-Netzwerk, das sich als Parship für die Industrie sieht. Elektrotechnik hat bei beteiligten Automatisierern nachgefragt, welche Chancen, Hürden und Produkte es gibt.

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Zentrales Ziel des ZVEI-Führungskreises Industrie 4.0 ist es, den Office-Floor mit dem Shop-Floor zu verbinden. Die Verwaltungsschale fungiert dabei als „Andock-Komponente“.
Zentrales Ziel des ZVEI-Führungskreises Industrie 4.0 ist es, den Office-Floor mit dem Shop-Floor zu verbinden. Die Verwaltungsschale fungiert dabei als „Andock-Komponente“.
(Bild: ZVEI)

Wie sieht die Strategie zur Digitalisierung der Wertschöpfungskette in Ihrem Unternehmen aus?

Johannes Kalhoff ist Fachleiter Technology Management im Bereich Corporate Technology bei Phoenix Contact.
Johannes Kalhoff ist Fachleiter Technology Management im Bereich Corporate Technology bei Phoenix Contact.
(Bild: Phoenix Contact)

Johannes Kalhoff: Die Digitalisierung der Wertschöpfungsketten ist grundsätzlich kein neues Thema. Sie wurde mit der Einführung von ERP in den Vertriebsprozessen sowie PLM, PIM und MES in den Produkt- und Produktionsprozessen frühzeitig angegangen und stellt ein strategisches Ziel von Phoenix Contact dar. Das drückt sich in dedizierten Digitalisierungsprojekten, der verstärkten Integration von Produktentstehung und Fertigung, der Beschäftigung mit dem Thema Arbeit 4.0 sowie der aktiven Mitarbeit in der Plattform Industrie 4.0 aus. Leuchtturmprojekte wie AWaPro (Automation für wandlungsfähige Produktionstechnik) im Spitzencluster it's OWL oder SEAP 4.0 (Smart Engineering and Production 4.0) erzielten Ergebnisse, die Produkte der Installationstechnik und Automation zunehmend digital ertüchtigen, um zusätzliche Wertschöpfung in unserer eigenen Fertigung zu schaffen.

Oliver Merget ist Leiter Geschäftsbereich Automation Systems bei Turck.
Oliver Merget ist Leiter Geschäftsbereich Automation Systems bei Turck.
(Bild: Turck)

Oliver Merget: Auch wir bei Turck sehen zunehmend den Trend, immer mehr Daten in digitalisierter Form den verschiedensten Applikationen – von der Prozesssteuerung in der Anlage bis hin zur Unternehmensebene – generiert und bereitgestellt werden müssen. Diesem Trend wollen und müssen wir uns anpassen. Basis dieser Strategie ist unser breites Sensor- und Automatisierungsportfolio, mit dessen Hilfe wir Daten erfassen übertragen, aufbereiten und am richtigen Ort zur Verfügung stellen. Mit den Turck-I/O-Module beispielsweise lassen sich relativ einfach relevante Daten von allen verfügbaren Sensortypen digitalisieren und übertragen. Natürlich sind dafür Sensoren mit hochwertigen Funktionalitäten oder Sensoren mit integrierter IO-Link-Kommunikation aufgrund der Vielzahl von nutzbaren Daten am besten geeignet, aber auch einfache Nährungsschalter können bei Bedarf mit diesem Konzept an eine Cloud, an Datenbanken oder an weitere Systeme angebunden werden. Bei der Übertragung der Daten setzt Turck auf verschlüsselte Lösungen. Das bedeutet, dass unsere intelligenten Geräte, die auf den Turck-Multiprotokoll-Plattformen basieren, parallel über Ethernet-Verbindungen zu beliebigen überlagerten Systemen kommunizieren können. Dabei legen wir großen Wert auf eine sichere und geschützte Datenübertragung, damit die digitalisierten Daten vor etwaigen Manipulationen und unautorisierten Zugriffen von außen geschützt sind.

Dr. Jens Weber ist Technology Manager bei der Schmersal Gruppe.
Dr. Jens Weber ist Technology Manager bei der Schmersal Gruppe.
(Bild: Schmersal)

Dr. Jens Weber: Wir verfolgen eine hundertprozentig kundenorientierte Strategie. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, für die neuen Technologien und Automatisierungskonzepte die passenden, normenkonformen sicherheitstechnischen Lösungen zu entwickeln. Wir betreiben daher ein aktives Technologie-Monitoring und den aktiven Wissens- und Erfahrungsaustausch – nicht nur mit unseren Kunden, sondern auch in Innovationsnetzwerken wie beispielsweise dem Netzwerk „Zukunftsallianz Maschinenbau“, dem wir uns kürzlich angeschlossen haben. Darüber hinaus arbeiten wir mit starken Partnern aus den Bereichen Sensor- und Automatisierungstechnologien sowie Softwareherstellung zusammen, um unsere Produkte und Systeme im Sinne von Industrie 4.0 bestmöglich zu ertüchtigen. Schmersal sieht sich gerade im Hinblick auf Industrie 4.0 als System- und Lösungsanbieter für Maschinensicherheit. Das heißt, wir wollen unseren Kunden nicht nur kommunikationsfähige Komponenten und Industrie-4.0-taugliche Sicherheitssysteme zur Verfügung stellen, sondern auch die Beratung zum digitalen Transformationsprozess ist wesentlicher Bestandteil unserer Safety Services, die das Kerngeschäft unseres Geschäftsbereichs Tec.nicum ist.

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Über den Autor

Sariana Kunze

Sariana Kunze

Redakteurin online/print bei elektrotechnik AUTOMATISIERUNG, elektrotechnik