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Warehouse-Management-Systeme Automatische Produktionsversorgung bei Stiebel Getriebebau

| Redakteur: Jürgen Schreier

Für die Optimierung von Materialfluss und Montage beim Getriebebauer Stiebel spielt das Warehouse-Management-System ein entscheidende Rolle. Es sorgt einen reibungslosen Materialfluss vom Lager bis zum Versand. Die optimierte Montageversorgung reduziert zudem die Montagezeiten.

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Fertigteile zur Produktion von Getrieben für Straßenfräsen
Fertigteile zur Produktion von Getrieben für Straßenfräsen
(Bild: CIM/Stiebel)

Die Stiebel Getriebebau GmbH & Co. KG liefert jährlich mehr als 500.000 Getrieben aus und investiert jedes Jahr krüftig in die Optimierung von Lager und der Produktion. Das Warehouse-Management-System: ProlagWorld (WMS) der CIM GmbH steuert die Prozesse im Stiebel-Logistikzentrum.

Die über 6000 Quadratmeter große Halle bietet 2400 Palettenplätze, 6400 Ladehilfsmittel in acht Shuttle-Lagern, fast 60 Schraubensorten im Kanban-Handlager sowie das Herzstück, die zahlreichen Montageplätze. Insgesamt verwaltet das WMS rund 23.000 unterschiedliche Artikel, 1800 Lieferpositionen sowie 300 Wareneingangspositionen pro Tag.

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Add-ons zum WMS steuern weitere Prozesse

Neben der Verwaltung des manuellen und automatischen Lagers steuert das WMS von CIM mit integrierten Add-ons viele weitere Prozesse im Lager: Das Kommissionierleitsystem ProlagGo führt die Staplerfahrer und das Kommissionierpersonal wegeoptimiert durch das Lager, der CIM-eigene ProlagWorld-Konverter übernimmt die Datenkonvertierung zur Anbindung an das vorhandene ERP-System, der Materialflussrechner organisiert die Materialflusssteuerung inklusive Montageversorgung und das Versandsystem Prosend mit direkter Anbindung an KEP-Dienstleister wie Schenker und UPS sorgt für einen reibungslosen Versandprozess.

Täglich kommen bei Stiebel viele Tonnen Ware an, die eingelagert werden müssen. Nach der Anlieferung durch Komponentenhersteller oder eigene Werkstätten erfolgt die ungeplante oder geplante Einlagerung in das Hochregallager, das Kommissionierlager oder das QS-Lager. Im Wareneingang ist im Warehouse-Management-System auch eine Stornierung bestehender Bestellungen sowie die Erfassung und Verwaltung von Retouren möglich.

Kommissionierung im Lager erfolgt intelligent und wegeoptimiert

Aus dem Lager werden zugekaufte Teile und Teile aus der eigenen Fertigung von den Logistikmitarbeiterinnen und -mitarbeitern auftragsbezogen und bedarfsgerecht kommissioniert und anschließend am Montageplatz konsolidiert. „In der Montageversorgung und der Montage war es uns wichtig, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Führung des Systems auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können, also das Kommissionierpersonal kommissioniert, das Montageteam montiert“, meint Manuel Melo, Leiter interne Logistik/Auftragsmanagement bei Stiebel, und ergänzt: „So trivial das klingt, häufig ist das nicht so.“

Die Kommissionierung im Lager erfolgt intelligent, wegeoptimiert und zweistufig anhand von Stücklisten. Diese werden in ProlagWorld verwaltet und dem Kommissionierer automatisch vorgegeben. Es muss kein manueller Eingriff erfolgen. So kommen alle Einzelteile – von der Palette bis zur einzelnen Schraube – entsprechend der Baugruppen exakt in der richtigen Montagereihenfolge und in der richtigen Stückzahl an der Montage an.

Der Monteur verliert keine Zeit mit Umstapeln oder Suchen. Er kann sich voll auf die Montagetätigkeiten konzentrieren und arbeitet so effektiver und schneller. „Wir konnten die Montagezeit bei einem unserer Getriebe so von 120 auf 42 Minuten reduzieren“, bestätigt Manuel Melo.

WMS-Modul verwaltet auch Fehlteile

Um die optimale Rückverfolgbarkeit der Einzelteile entlang der Wertschöpfungskette zu gewährleisten, verwaltet das WMS auch Chargen und Gefahrstoffe. Werden in der Montageversorgung Fehlteile festgestellt, so erfolgt die Fehlteilverwaltung durch das entsprechende Modul im Warehouse-Management-System.

Eine deutliche Effizienzsteigerung in der Kommissionierung bzw. in der Montageversorgung konnte durch eine Optimierung der acht Shuttlelager mit insgesamt 6400 Ladehilfsmitteln sowie des Montagelagers, das nach dem Kanban-Prinzip nachbevorratet wird, erreicht werden.

In den Shuttleschränken werden die für die Montage benötigten kleinvolumigen Artikel gelagert. Diese werden nach Baugruppen sortiert. Häufig zusammen benötigte Artikel lagern nebeneinander. Das reduzuert die Fahrten der Shuttletablare, die Suchzeiten des Personals und damit die Kommissionierdauer.

Eine noch markantere Effizienzsteigerung konnte durch die Reduzierung von Wartezeiten erreicht werden: ProlagWorld verknüpft die Shuttleschränke so miteinander, dass diese bereits anfahren, während das Kommissionierpersonal noch an einem anderen Schrank arbeitet.

Beispielsweise pickt ein Kommissionierer gerade am Shuttle 1. Das WMS weiß, dass der nächste zu kommissionierende Artikel im Shuttle 2 lagert. Daher sendet das Warehouse-Management-System sofort einen Fahrbefehl an den Shuttleschrank. Kommt der Kommissionierer am Shuttle 2 an, stehen bereits das richtige Tablar und damit die richtigen Artikel zur Verfügung. Es entstehen keine Wartezeiten, der Prozess erfolgt deutlich schneller.

Alle Teile für einen Kunden werden stets gemeinsam versendet

Sind die Baugruppen und Fertigteile entsprechend der Systemvorgabe montiert, wird dies in ProlagWorld verbucht. Die fertigen Teile durchlaufen anschließend die Kontrolle. Einwandfreie Teile werden sie am Packplatz auf den Versand vorbereitet oder – bei Kundenbestellungen mit mehreren Teilen – ins Erzeugnislager eingelagert, bis alle Teile der Bestellung fertig montiert sind. So stellt das WMS sicher, dass alle Teile für einen Kunden gemeinsam versendet werden können.

Werden bei der Kontrolle Mängel erkannt, wird die Ware gesperrt und muss manuell überprüft werden. Der Versandprozess, also Packplatz, Tourenoptimierung und Versandbahnhof, wird durch das integrierte Versandsystem Prosend verwaltet. So ist ohne zusätzliche Schnittstelle eine optimale Kommunikation zwischen Warehouse-Management-System und Versandsystem und damit ein optimaler Versandprozess gewährleistet.

Die CIM GmbH ist seit mehr als 30 Jahre im Bereich Warehouse-Management-Systeme (WMS). Die Experten des Software-Unternehmens mit Sitz in Fürstenfeldbruck beraten, planen und implementieren die passgenaue Logistiklösungen. Die WMS-Suite ProlagWorld, ist SAP-zertifiziert und wird jährlich vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik validiert. Die Nutzung des WMS ist plattformunabhängig und über das Internet weltweit und zu jeder Zeit möglich.

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