Intelligentes Datenmanagement

Ausschussreduzierung in der schüttgutverarbeitenden Industrie

| Autor / Redakteur: Jürgen Opdenhoff / Joscha Riemann

Datenmanagement braucht heutzutage intelligente Filter- und Auswertungssysteme
Datenmanagement braucht heutzutage intelligente Filter- und Auswertungssysteme (Bild: pixabay.com / CC0)

Für die schüttgutverarbeitende Industrie, wo es häufig auf die grammgenaue Abwiegung und die exakte Vermischung der einzelnen Rohstoffe ankommt, sind zuverlässige Systeme und Daten unerlässlich.

Vielen Unternehmen kommt das folgende Szenario bekannt vor: Die Schüttgüter A, B, C werden entsprechend des Rezeptes vermischt, aber die Endqualität ist nicht zufriedenstellend. Neben hohen Chargen, die entsorgt werden müssen, entstehen für das herstellende Unternehmen unnötige Kosten und Lieferverzögerungen, die für Ärger mit dem Kunden sorgen. Um dies zu umgehen, kann mittels eines intelligenten Analysesystems der Herstellungsprozess kontinuierlich überwacht werden. Im Idealfall ist die Produktionslinie dafür in regelmäßigen Abständen mit Sensoren ausgestattet, die alle Werte zuverlässig und kontinuierlich aufzeichnen. Das ist natürlich nicht in jedem Unternehmen der Fall. In der Regel werden aber bei der Vermischung und Erhitzung der Schüttgüter Daten aufgezeichnet, die noch nicht miteinander vernetzt sind beziehungsweise nie analysiert wurden. Durch intelligentes Datenmanagement macht sich das Unternehmen die IST-Daten zunutze und erfasst sie zunächst ungefiltert. So können bei der Rohdatenerfassung Millionen Datenzeilen entstehen. Für die Filterung und Vorabverarbeitung der erfassten Daten wird Edge Computing eingesetzt, bei dem die IT-Architektur die Daten dezentralisiert verarbeitet. Die Vorteile bestehen in geringen Latenzzeiten, Echtzeitmessung, Ausfallsicherheit sowie der Reduktion von Kosten und Datenvolumen. So werden die Daten entlang der Wertschöpfungskette schlank gehalten. Mittels Machine Learning und eines Algorithmus erkennt das System eigenständig in den vorliegenden Datenbeständen Muster und ermittelt SOLL-Werte.

Visualisierungssoftware deckt Fehlerquellen auf

Mittels einer entsprechenden Visualisierungssoftware können alle aufgezeichneten Daten angezeigt werden, beispielsweise nach Chargen- oder Schrittnummer, Quartalen, Monaten und Tagen gefiltert. Je mehr Messstellen vorhanden sind und je stärker gefiltert werden kann, desto genauer ist eine Fehlersuche möglich, woraufhin die Optimierung des Prozesses erfolgt. Für das Schüttgutunternehmen liefern die gewonnen Informationen wichtige Erkenntnisse für den Produktionsbetrieb und helfen den Ausschuss zu reduzieren. Damit die Daten nicht erst zeitversetzt auf einem Computer ausgelesen werden müssen, können die Sensoren optional mit einem Alarm ausgestattet werden, der bei zu starken Toleranzabweichungen ausgelöst wird. So kann unmittelbar reagiert und unnötige Prozesskosten minimiert werden. Gleichzeitig werden durch die transparente Wertschöpfungskette Fehlentscheidungen verhindert und Vertrauen geschaffen. Ein solches Analysetool ist auch für Unternehmen interessant, die bis dato von einem reibungslosen Prozessablauf ausgehen. Denn die Praxis zeigt: Wenn es auf jedes Gramm und jedes Grad Celsius ankommt, gibt es immer Schritte, die weiter optimiert werden können, ganz nach dem Motto: No production is perfect!

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