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Harting Ausbildung für die digitale Welt von morgen

Redakteur: Julia Moßner

Die Digitalisierung der Arbeit stellt neue und anspruchsvolle Herausforderungen an das Personal-Recruiting der Unternehmen, an Aus- und Weiterbildung, Schulung und Qualifikation der Mitarbeiter. Die Harting Technologiegruppe hat ihre Ausbildungen und das Personalmarketing für die künftigen Mitarbeiter auf diese dynamischen Entwicklungen und Veränderungen ausgerichtet.

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Der Ausbildungsleiter Nico Gottlieb (links), die Ausbilder Artur Maurer (zweiter von links) und Jacob Knierim (rechts) und die die Duale Studentin Adina Brandt (Maschinenbau), der Auszubildende Rino Richter (Mechatroniker) und der Duale Student Pascal Haßebrock (Mechatronik) an der „Ausbildungseinheit Industrie 4.0“: Blechdosen können per Smartphone individuell mit Schokoladentäfelchen bestückt werden.
Der Ausbildungsleiter Nico Gottlieb (links), die Ausbilder Artur Maurer (zweiter von links) und Jacob Knierim (rechts) und die die Duale Studentin Adina Brandt (Maschinenbau), der Auszubildende Rino Richter (Mechatroniker) und der Duale Student Pascal Haßebrock (Mechatronik) an der „Ausbildungseinheit Industrie 4.0“: Blechdosen können per Smartphone individuell mit Schokoladentäfelchen bestückt werden.
(Bild: Harting)

Im Neuen Ausbildungszentrum Harting (NAZHA), in dem unter einem Dach die Azubis aller Fachrichtungen ausgebildet werden, steht Jacob Knierim an einer kleinen Demonstrationsanlage, die junge Besucher anzieht. Die Anlage wird intern „Ausbildungseinheit Industrie 4.0“ genannt. „Schüler können sich mit ihrem Smartphone auf diese Maschine einwählen und dann Blechdosen individuell mit zwei Schokoladentäfelchen bestücken. Dabei haben sie die Auswahl aus fünf Sorten.

Derzeit ist es möglich, den Deckel der Blechdose mit dem Firmenlogo zu prägen. In der zweiten Ausbaustufe soll später dann der Deckel zusätzlich durch einen Laser individuell beschriftet werden können. Doch auch die dritte Ausbaustufe hat Ausbilder Jacob Knierim, mit seinen Azubis und Dualen Studenten im Blick: das Mischen und Abfüllen von unterschiedlichen Flüssigkeiten nach Kundenwunsch. Darüber hinaus hat die „Ausbildungseinheit Industrie 4.0“ die Funktion, dass Auszubildende und Duale Studenten losgelöst von der „realen“ Produktion Änderungs-, Instandhaltungs- und Optimierungsaufgaben durchführen können.

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Auch das „Net-Marquee“ ist bei den Azubis sehr beliebt. „Net-Marquee“ seht für Network capable marquee display zu deutsch: „Netzwerkfähige Lauflicht-Anzeige“. Hierbei wird ein gewünschter Text, stehend oder als Laufschrift, auf einer LED-Anzeige dargestellt. Den Text kann jede Person anpassen, welche sich in das dafür konfigurierte WLAN mit dem Tablet oder dem eigenen Smart-Device einloggt. Über einen QR-Code lässt sich direkt eine selbstgeschriebene Online-Oberfläche aufrufen, worin z.B. der Text, die Farbe des Schriftzuges oder die Durchlaufgeschwindigkeit eingestellt werden kann. Über eine Verknüpfung des WLANs mit dem Internet könnte man somit aus der ganzen Welt diese Anzeige ansteuern.

Lernen mit der MICA

Ein paar Meter weiter rollt eine Modelleisenbahn der DB-Baureihe 218 (Maßstab 1:64) über Gleise, die mit programmierten Tags unterlegt sind. Die Daten werden von einer Antenne unter der E-Lok aufgenommen und von einer MICA ausgewertet, die auf dem Dach der Lok installiert ist und so das richtige Tempo des Zuges bestimmt. Die MICA ist eine modulare Plattform aus offener Hard- und Software aus dem Hause Harting. Sie wird bei unterschiedlichen Pilotprojekten in der eigenen Fertigung eingesetzt.

Regelmäßig kommen Gruppen in das Ausbildungszentrum und werden mit den technischen Möglichkeiten sowie den Chancen der Digitalisierung bekannt gemacht. Sie können dort die verschiedenen Ausbildungsberufe und die beruflichen Perspektiven in einem international orientierten Technologiekonzern kennen lernen. Denn zum Azubi-Marketing zählt für Harting insbesondere das grundsätzliche Interesse junger Menschen an einschlägigen technischen und technologischen Berufen und Ausbildungswegen zu fördern.

Rund 1.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bietet HARTING deshalb jährlich die Gelegenheit, das Unternehmen, die Vielfalt von Technik in allen Bereichen zu erfahren und sich zu informieren. Praktische Erfahrungen sind die besonderen Highlights bei den Informationsveranstaltungen. Die Schülerinnen und Schüler können Tests und Versuche durchführen, so technische Zusammenhänge erkennen und verstehen und sich über Erfolgserlebnisse freuen.

Bei den Angeboten werden unterschiedliche Zielgruppen und Bildungsniveaus berücksichtigt. So gibt Harting beispielsweise Hauptschülern aus schwierigen Milieus oder mit individuellen Lern- und Motivationsproblemen die Möglichkeit einer besonderen Förderung und Betreuung. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer können in eine duale Ausbildung vermittelt werden und ihren beruflichen Weg beginnen.

Mehr Frauen in technischen Berufen

Um mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern arbeitet Harting bereits mit Grundschulen zusammen und veranstaltet Forscherwettbewerbe für die Jüngsten. Erste Resultate sind ermutigend: 2016 waren von den insgesamt 56 Auszubildenden in technischen Berufen schon elf weiblich. So hoch war die Quote in keinem Jahr zuvor.

Fachlich bestens qualifizierter Nachwuchs ist bekanntlich die Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmen. Vor allem Mechaniker, Mechatroniker und Informatiker werden benötigt für das Groß-Projekt Industrie 4.0. „Wir richten unsere Ausbildungs- und Studienangebote am Bedarf des Unternehmens aus“, sagt Ausbildungsleiter Nico Gottlieb. So wurde der Beruf „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ (Ausbildungsdauer 3,5 Jahre) neu aufgenommen, weil „heute mehr Computertechnik in den Maschinen integriert ist. Das wird in diesem Berufsbild besonders berücksichtigt“, weiß Artur Maurer, Ausbilder Elektrotechnik.

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