Expertenbeitrag

 Christopher Bouveret

Christopher Bouveret

Chief Innovation Officer, Simplifier AG

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

sponsored by

Low Code Aus dem Schatten der IT treten

Autor / Redakteur: Christopher Bouveret / Sebastian Human

Unkontrollierte Schatten-IT kann die digitale Transformation in Unternehmen ausbremsen. Mit Low-Code-Technologie lassen sich diese nutzerentwickelten Anwendungen einfach in die IT-Strategie einbinden.

Firmen zum Thema

Schatten-IT ist in vielen Unternehmen keine Seltenheit, birgt aber trotzdem verschiedene Gefahrenpotenziale – Low-Code-Ansätze können hier helfen.
Schatten-IT ist in vielen Unternehmen keine Seltenheit, birgt aber trotzdem verschiedene Gefahrenpotenziale – Low-Code-Ansätze können hier helfen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Durch die Digitalisierung steht die IT-Abteilung unter dem zunehmenden Druck, schnell auf zahlreiche sich ändernde Anforderungen und Applikationswünsche reagieren zu müssen. Die Fachbereiche wiederum wollen oft nicht lange auf die von der IT-Abteilung entwickelten Lösungen oder Tools warten – nur um dann möglicherweise festzustellen, dass diese am Ende nicht exakt den fachspezifischen Vorgaben entsprechen. Aus diesem Grund greifen Endanwender oft auf nicht autorisierte Anwendungen sowie Tools zurück und entwickeln eigenständig Lösungen mit Excel, Access, Lotus Notes und ähnlicher Software.

Unkontrollierte Schatten-IT

Beschafft, entwickelt oder betreibt ein Mitarbeiter oder ein ganzer Fachbereich Informationssysteme autonom, spricht man von Schatten-IT. Die inoffiziellen Zweitsysteme existieren parallel neben der eigentlichen IT-Architektur.
Studien zufolge nutzt ein Großteil der Mitarbeiter technische Hilfsmittel, von denen die IT-Abteilung nichts weiß. Damit verliert sie die Kontrolle über die jeweiligen IT-Prozesse – ein großes Problem. Denn die autonomen Insellösungen genügen oft nicht den organisatorischen Anforderungen hinsichtlich Dokumentation, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Auf der anderen Seite können selbstentwickelte Lösungen Innovationen antreiben und als Prototypen für die IT-Lösungen der Zukunft dienen.

Nützliche Synergieeffekte

Um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern, ist eine enge Kooperation zwischen Fachbereichen und IT-Abteilung nötig. In vielen Unternehmen ist die Distanz zwischen beiden Seiten jedoch zu groß. Oder die Zusammenarbeit basiert stark auf formalen Prozessen und bremst die Innovation im Unternehmen. Die Digitalisierung der Geschäftsprozesse erfordert eine aktive und dennoch kontrollierte Beteiligung der Fachbereiche an der IT-Unterstützung. Dabei kommt es darauf an, die Eigeninitiative der Fachabteilungen in die übergeordnete IT-Strategie zu integrieren. Gleichzeitig muss die IT-Abteilung lernen, den Fachbereichen mehr Verantwortung zu überlassen.

Standardisierung durch Low-Code

Citizen Developer können dank ihrer technischen Affinität und der Expertise in ihrem Fachbereich erheblich zum Unternehmenserfolg beitragen. Sie verfügen meist jedoch nicht über tiefergehende IT- und Programmierkenntnisse und sind deshalb auf unterstützende Tools angewiesen. Um die Entstehung von Schatten-IT von Vorneherein zu verhindern, müssen die IT-Abteilungen den Fachbereichen praktikable, einfach zu bedienende Werkzeuge zur Verfügung stellen.

Hier setzen Low-Code-Plattformen an. Sie bieten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen der IT- und Fachabteilung in der Applikationsentwicklung zu vereinfachen. Durch benutzerfreundliche Vorlagen und einfach zu bedienende Tools können die Fachanwender als Citizen Developer agieren und mit wenigen Klicks Software-basierte Geschäftsapplikationen entwickeln – und das ganz ohne Programmierkenntnisse. Sie profitieren dabei von der einfachen Integration von Datenbanken sowie der bedienerfreundlichen Erstellung von App-Designs nach dem Baukastenprinzip.

Dadurch, dass die Applikationsentwicklung auf einer einheitlichen technologischen Basis erfolgt, lassen sich die nutzerentwickelten Anwendungen problemlos in die digitale Unternehmensinfrastruktur integrieren. Eingebettet in die übergeordnete IT-Strategie, wandelt sich unkontrollierbare Schatten-IT zu einem nutzerzentrierten und dem Unternehmen dienenden Citizen Development. Die IT-Abteilung wiederum entwickelt sich in diesen Anwendungsbereichen zu einem internen Service-Provider und einem strategischen Partner für die Fachbereiche.

Von der Schatten-IT zum Citizen Development

Durch eine standardisierte Entwicklungsumgebung erhält die IT-Abteilung den Überblick über alle im Unternehmen eingesetzten Tools. Zudem werden die Endnutzer in die Lage versetzt, Technologien zu nutzen, die von der IT genehmigt sind. So können sie Anwendungen erstellen, mit denen sich die Produktivität der Abteilungen steigern und bestehende Geschäftsprozesse optimieren lassen. Bisher unkontrollierte Schatten-Lösungen werden dank einer Low-Code-Plattform zum integrierten, „legalisierten“ Bestandteil eines anwenderorientierten Citizen Developments, das und unter Aufsicht der IT-Abteilung erfolgt.

Die selbst entwickelten Applikationen der Fachabteilungen stehen damit nicht länger in Konkurrenz zur IT, sondern dienen als hilfreiche Ergänzung.
Das beschleunigt auf der einen Seite die Entwicklungsarbeit, was sich positiv auf den ökonomischen Erfolg des Unternehmens auswirkt. Auf der anderen Seite funktionieren die dokumentierten Lösungen zuverlässiger und entsprechen den Anforderungen an die IT-Security. Und schließlich profitiert die IT-Abteilung von der Mitarbeit der Citizen Developer – angesichts des anhaltenden Ressourcen- und Fachkräftemangels kein unwichtiges Argument.

(ID:47023144)

Über den Autor

 Christopher Bouveret

Christopher Bouveret

Chief Innovation Officer, Simplifier AG